Anita Narre verließ aus Protest gegen fehlendes Klo ihren Mann - Sie erhielt für die ausgelöste "Toilettenrevolution" einen Preis
Neu Delhi - Weil es im Haus ihres frischangetrauten
Ehemannes kein Klo gab, ist eine Inderin kurzerhand wieder ausgezogen
- und nun mit einem hoch dotierten Preis geehrt worden. Anita Narre
habe für ihr "mutiges Handeln" umgerechnet 7.700 Euro von einer
gemeinnützigen Organisation erhalten, berichtete ein Behördensprecher
am Donnerstag.
Sie habe in ihrem Dorf im zentralindischen Bundesstaat Madhya
Pradesh eine "Toilettenrevolution" ausgelöst. Die Frau hatte im Mai
vergangenen Jahres einen Arbeiter geheiratet. Nach ihrem Einzug bei
ihm stellte sie fest, dass es in seinem Haus kein Klo gab. Da sie
nicht wie alle anderen im Dorf in der freien Natur ihr Geschäft
verrichten wollte, verließ sie ihren Mann - und kam erst zurück, als
er eine Toilette gebaut hatte.
"Narre motivierte andere Frauen ihres Dorfes, ihre Partner zum Bau
einer Toilette zu zwingen", berichtete der Behördensprecher. "Das
Dorf hat sich durch ihr mutiges Handeln völlig verändert."
Fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene sind ein großes Problem
vor allem im ländlichen Indien. (APA)