Viviane Reding enttäuscht, dass nur acht Unternehmen eine Selbstverpflichtung unterzeichnet haben - Morgen wird über die Frauenquote in Aufsichtsräten börsenotierter Unternehmen beraten
Brüssel - Die europäischen SozialministerInnen werden bei einem
Treffen am morgigen Freitag in Brüssel über die von EU-Kommissarin
Viviane Reding forcierte Frauenquote in Aufsichtsräten börsenotierter
Unternehmen beraten. Reding hatte dieser Tage ihrer Enttäuschung Luft
gemacht, dass bisher nur acht Unternehmen - davon ein börsenotiertes
- eine Selbstverpflichtung unterzeichnet haben, den Frauenanteil in
ihren Aufsichtsräten - wie von der Kommissarin vor einem Jahr
gefordert - auf 30 Prozent bis 2015 und 40 Prozent bis 2020 zu
erhöhen.
Zum Weltfrauentag am 8. März will die EU-Kommissarin
einen Bericht zu den Fortschritten vorlegen, die seit dem Start ihrer
Initiative erzielt wurden. Bisher sei es vielfach bei
"Lippenbekenntnissen" geblieben, beklagte Reding kürzlich. "Sollte
unsere Bilanz unbefriedigend ausfallen, wird die Europäische
Kommission ab März 2012 überprüfen, ob angesichts der
Rechtsentwicklung in den Mitgliedstaaten nun ein Rechtsinstrument auf
EU-Ebene erforderlich ist, um einerseits den Frauenanteil in
Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen bis 2020 spürbar zu
erhöhen und andererseits Wettbewerbsverzerrungen im Europäischen
Binnenmarkt wegen unterschiedlicher nationaler Quotenregelungen zu
vermeiden", erklärte Reding.
Österreich verpflichtet sich nur selbst
Frauenquoten gibt es bisher in Spanien, Frankreich, Italien,
Belgien und den Niederlanden. In Österreich gibt es eine
Selbstverpflichtung des Bundes, bei staatsnahen Betrieben einen
Frauenanteil von 25 Prozent bis Ende 2013 und von 35 Prozent bis 2018
zu erreichen. (APA)