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Für die Frauensprecherin der Grünen stellt der "Brustimplantat-Skandal nur die Spitze des Eisbergs dar".
Wie die grüne Frauensprecherin Judith Schwentner am Freitag bei einer Pressekonferenz berichtete, könnte das Fiasko um gefährliche Brustimplantate um eine Facette reicher werden. Denn Schwentner ortet besonders bei den Implantaten mit den Namen "Tibreeze" und "Titanium" weitere Gefahren. "Frauen wissen noch gar nicht, dass auch sie zum Kreis der Betroffenen gehören", so die Grünen-Abgeordnete. Der PIP-Skandal stellt für Schwentner den "Gipfel des Eisbergs dar, denn insgesamt liegt im Bereich der Schönheitschirurgie einiges im Argen". Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) werfen die Grünen Versäumnisse vor: Man habe zu spät und nicht adäquat reagiert, zudem gebe es nach wie vor keine Regulierung im Bereich der ästhetischen Chirurgie. Diese sollen sich um eine rasche Umsetzung besserer Regelungen im Bereich der Schönheitschirurgie bemühen.
Schon 2004 habe es von der Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic eine Warnung vor den Produkten "Tibreeze" und "Titanium" gegeben, weil weder der deutsche noch der französische Hersteller die notwendige klinische Untersuchung vorgelegt habe. Dass diese Implantate trotzdem EU-weit verkauft wurden, könne nicht ausgeschlossen werden, so Schwentner. Denn Register, die alle Vertriebswege erfassen und das Einsetzen von Implantaten dokumentieren, gibt es nicht. Dass in Österreich die AGES erst im März 2011 das erste Mal auf die Gefährlichkeit der Produkte von PIP, nicht jedoch von "Titanium" hingewiesen hat, stellt für Schwentner einen Skandal dar. Laut APA-Anfrage wird die AGES nun prüfen, ob "Titanium"-Implantate auch in Österreich eingesetzt wurden.
Kritik an Europa und Österreich
"Wir haben es mit einem Sumpf an Fehlinformationen, Missinformationen und einem eskalierenden Wildwuchs zu tun", erklärte Schwentner. Sowohl Gesundheitsminister Stöger als auch die AGES "müssen endlich Klartext sprechen und einräumen, dass es Versäumnisse ihrerseits gab". Die angekündigte Gesetzesnovelle Stögers solle möglichst rasch umgesetzt werden, appelliert die Grünen-Politikerin. Immerhin habe die Koalition in ihrem Regierungsprogramm festgehalten, dass "medizinisch nicht notwendige Schönheitsoperationen konkret geregelt werden müssen, um dabei medizinische Standards sicherzustellen und Missbrauch bei Jugendlichen zu verhindern". Gegenüber der APA erklärte Sigrid Rosenberger, Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums, dass es "bis zum Sommer ein Gesetz geben soll". Die Kritik Schwentners endet aber nicht an den Grenzen Österreichs: Auch in Europa habe man es verabsäumt, neue Vorschriften zum Schutz der Frauen vorzulegen. Überhaupt ist Schwentner verwundert, wie langsam sich die Räder drehen, wenn es um die Gesundheit von Frauen geht.
Regeln, Fonds, Kontrolle, Verbote
Strengere Regeln bei der Bewerbung von Schönheitsoperationen, ein Verbot von Brustvergrößerungen für unter 18-Jährige und die rasche Vorlage der angekündigten Gesetzesnovelle zur besseren Regelung von Schönheitsoperationen in Österreich sind für Schwentner wichtige Schritte. Außerdem kann sie sich einen EU-weiten Solidarfonds, in den Medizinproduktehersteller einzahlen müssen, vorstellen. Dieser solle betroffenen Patientinnen rasche und unbürokratische Hilfe anbieten. Ein nationales verpflichtendes Implantate-Register mit exakter Nachverfolgbarkeit, falls Patientinnen ihren Implantatepass verlieren, ist für Schwentner unerlässlich. Ebenso fordern die Grünen strengere und unangekündigte Kontrollen bei HerstellerInnen von Medizinprodukten durch die nationalen Aufsichtsbehörden. Generell steht Schwentner Schönheitsoperationen skeptisch gegenüber, immerhin "ist es ein medizinischer Eingriff unter Narkose, die Spätfolgen und Nachfolgeoperationen werden meist nicht bedacht, weil es überhaupt an Aufklärung fehlt", sagt Schwentner.
VKI prüft Klage
Die 2010 aufgelöste Firma PIP hatte weltweit hunderttausende mit Billig-Silikon gefüllte Brustimplantate verkauft; danach war es vermehrt zu Rissen in den Einlagen und in der Folge zu Entzündungen bei den betroffenen Frauen gekommen. Der Firma wird vorgeworfen, sie habe medizinisches Silikongel aus Kostengründen durch Industriesilikon ersetzt. In einem bisher einzigartigen Aufruf hatten die Behörden in Frankreich rund 30.000 Frauen empfohlen, sich die PIP-Implantate aus ihren Brüsten entfernen zu lassen. Schätzungen zufolge erhielten weltweit 300.000 Frauen defekte Implantate. "Man kann davon ausgehen, dass es noch viel mehr Betroffene gibt, denn die Titanium-Implantate wurden bisher völlig verschwiegen", so Schwentner.
In Österreich haben sich inzwischen rund 200 Frauen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) gemeldet. Dieser wurde vom Sozial- und KonsumentInnenschutz-Ministerium beauftragt, eine Klage zu prüfen - 40 Frauen haben bisher das notwendige Formular beim VKI ausgefüllt. Eine Sammelklage wird derzeit geprüft. Genaue Zahlen über Frauen, die sich Schönheitsoperationen unterziehen, gibt es nicht. (eks, APA, dieStandard.at, 17.2.2012)
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Die schadhaften Medizinprodukte sollen auch bei Männern eingesetzt worden sein - Der französische Gesundheitsminister fordert Regelungen auf EU-Ebene
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sollte herauszufinden sein, wenn die op's ordentlich (d.h. nicht schwarz) gemacht wurden.
und für die, die obiges posting rot bewerteten:
ginge es darum, wieviele männer sich den penis verlängern liessen.... wo wäre da ihr mitgefühl? oder doch eher der spott?!
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