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Nach Jahrzehnten Krieg nimmt es kein Wunder, dass Sadaf Rahimi ausgerechnet in einer Kampfsportdisziplin für Afghanistan an den Start geht.

Die Taliban werden aktuell an den Friedensverhandlungen beteiligt. Sadaf hofft, dass sie das nicht wieder an die Macht bringt.
Kabul - Die Schläge prasseln nur so nieder. Einen Fausthieb nach dem anderen platziert Sadaf Rahimi. Präzise. Kraftvoll. Sadaf boxt für Olympia, für Afghanistan. Sadaf ist 17 und eine junge Frau. "Der Unterschied zwischen mir und den anderen ist, dass ich den anderen Ländern zeigen will: ein afghanisches Mädchen kann kämpfen", sagt Sadaf. Sie schwitzt. Sie rückt den Kopfschutz zurecht. Sie hebt die Fäuste, spannt die Muskeln, und wieder muss ihr Sparringspartner und Trainer Sadafs Schläge einstecken.
Früher, unter der Herrschaft der radikal-islamischen Taliban, durften Mädchen nicht zur Schule gehen, Frauen durften nur wenige Berufe ausüben, sie durften nicht Sport treiben. Heute boxt Sadaf - für sich und für ihr Land. Früher wurden Frauen im Ghasi-Stadion in Kabul wegen Ehebruchs gesteinigt. Heute trainiert dort Sadaf für Olympia. Sie wird schon bald Kabul verlassen und nach London reisen.
Drei Schwestern
Sadaf Rahimi und ihre Familie flohen vor der Gewalt der radikal-islamischen Taliban in den Iran. Sie überlebten und kehrten in die Heimat zurück. Dort gehören Sadaf und ihre beiden Schwestern zum afghanischen Frauen-Boxteam, das 2007 gegründet wurde. Dass sich die jungen Frauen ausgerechnet einen Kampfsport ausgesucht haben, einen klassischen Männersport noch dazu, ist kein Wunder: Sie wurden in einen Krieg hineingeboren. Afghanistan liegt darnieder nach jahrzehntelangen Kämpfen. Armut und Unsicherheit herrschen. Der Konflikt mit Taliban und Al-Kaida ist längst nicht ausgestanden.
Angst for Wiederermächtigung der Taliban
Sie habe Angst, dass die Taliban wieder zu Macht kommen, jetzt, da sie an den Friedensverhandlungen beteiligt werden sollen, sagt Sadaf. "Ich hoffe sehr, dass die Taliban nicht zurückkommen und wieder das Ruder übernehmen." Sadaf wickelt die pinken Schnürbänder von ihren Knöcheln - Bandagen sind hier nur sehr schwer zu bekommen. "Aber wenn sie zurück an die Macht kommen, dann werde ich alles versuchen, damit Frauen weiter Sport treiben und zur Schule gehen können." (Reuters)
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