Schmutzige Geschäfte mit der Sauberkeit

Interview | Sandra Ernst Kaiser
26. Februar 2012, 17:00
  • Hamann: "Diese permanente Pflege von Beziehungen über alle 
Grenzen hinweg lässt Europa eigentlich zusammenwachsen."
    foto: apa/georg hochmuth

    Hamann: "Diese permanente Pflege von Beziehungen über alle Grenzen hinweg lässt Europa eigentlich zusammenwachsen."

  • Sibylle Hamann: Saubere Dienste - Ein Report. Residenz Verlag, 21,90 Euro.
    foto: cover "saubere dienste - ein report" - residenz verlag

    Sibylle Hamann: Saubere Dienste - Ein Report. Residenz Verlag, 21,90 Euro.

Putzen, bügeln, Kranke pflegen: Sibylle Hamann zeigt in ihrem neuen Buch Paradoxa unserer "Geheimnisgesellschaft" auf

Obwohl die Branche eine schmutzige ist, hat Sibylle Hamann ihr neues Buch "Saubere Dienste - Ein Report" genannt. Die Autorin zeigt darin auf, wer die Menschen sind, die oft gut ausgebildet nach Österreich kommen, unsere Klos putzen oder unsere gebrechlichen Verwandten pflegen. Und obwohl unsere Gesellschaft nicht ohne diese Menschen existieren könnte, haben sie kaum oder gar keine rechtliche Absicherung. Oft sind es Geschichten von Ausbeutung, Unsicherheit und Perspektivlosigkeit, die Hamann in ihrem Buch schildert. Aber die gleichen Geschichten können für unsere Putzfrauen, Nannys oder Pflegerinnen auch Emanzipation bedeuten.

Für kurze Zeit ist die Journalistin Hamann in die Rolle der Putzfrau geschlüpft. "Franziska, sieben Euro" ging in fremde Wohnungen putzen, um die andere Seite der Medaille kennenzulernen. dieStandard.at sprach mit ihr über das Kommen und Gehen von MigrantInnen, die Dienstbotinnen-Gesellschaft, die Mechanismen von Verleugnung und den "Staat als Komplizen".

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dieStandard.at: Was ist Ihre Putzfrau von Beruf?

Sibylle Hamann: Ich könnte das beantworten, aber ich weiß nicht, ob es der Person recht wäre, wenn ich es verrate. Was ich sagen kann, ist, dass meine Putzfrau ein Mann ist.

dieStandard.at: Worauf ich hinaus will: Viele ArbeitgeberInnen haben kein Interesse zu erfahren, wer diese Personen sind, die sie in ihre Privaträume lassen. Woher kommt dieses Desinteresse?

Hamann: Ich glaube nicht, dass es nur Desinteresse ist. Es hat viel mehr mit Scham zu tun. Wir genieren uns einfach. Bei Menschen, die sehr viele intime Dinge über uns wissen und erfahren, ist es vielleicht leichter, damit umzugehen, wenn wir denen emotional nicht zu nahe kommen.

dieStandard.at: In der sogenannten DienstbotInnen-Gesellschaft gab es diese Scham nicht. Wie kam es zu diesem Wandel?

Hamann: Nicht nur in den bürgerlichen Salons, sondern auch am Land, wo es Herrschaft, Knechte und Mägde gab, war es selbstverständlich, dass man gewusst hat, was sich in diesem Verhältnis gehört. In der DienstbotInnen-Gesellschaft gab es etablierte Rituale und klare Regeln - die sind uns aber abhandengekommen. Es war genau festgelegt, wie man mit Dienstmädchen umgeht, wie sie wohnen und was sie dürfen. Wir haben die DienstbotInnen-Gesellschaft aber abgeschafft, und damit sind auch die Regeln verschwunden. Neue Regeln wurden bisher noch keine entwickelt.

dieStandard.at: Woher kommt das?

Hamann: Weil wir behaupten, dass es das nicht mehr gibt.

dieStandard.at: Eine Verleugnung der Realität ...

Hamann: Nichts anderes wollte ich mit meinem Buch zeigen. Also wie sehr unsere Gesellschaft in diesem Bereich die Realität verleugnet.

dieStandard.at: Oft werden private DienstleisterInnen wie Sklaven gehalten, überhaupt fehlt der rechtliche Rahmen für diese Branche. Warum gibt es für dieses Phänomen kaum oder gar kein Arbeitsrecht?

Hamann: Menschen, die illegal in einem Land leben, oder Menschen, die aus marginalisierten Verhältnissen kommen, sind nicht in der Lage, sich zu wehren. Je ausgegrenzter, je rechtloser sie in dem Land, in dem sie arbeiten, sind und je mehr Angst sie haben müssen, entdeckt zu werden, desto mehr sind sie dem jeweiligen Arbeitgeber ausgeliefert. Das nützen manche aus. Das ist immer eine Frage der Macht und der Abhängigkeitsverhältnisse. Wenn Menschen sehr verwundbar sind, sind sie auch extrem ausbeutbar.

dieStandard.at: Warum hat der Staat kein Interesse daran, rechtliche Mindeststandards für diese Branche zu gestalten?

Hamann: Der Staat hat überhaupt kein Interesse daran, diese Geheimnisgesellschaft aufzubrechen. In dem Moment, wo der Staat die Polizei in die Privathaushalte schickt, um diese Arbeitsverhältnisse zu beenden, müsste er dafür sorgen, dass alle diese Aufgaben trotzdem erledigt werden. Das heißt, der Staat müsste ab diesem Moment Altersheime und Pflegeheime bauen, PflegerInnen und KindergärtnerInnen ausbilden, Krippen bauen. Und sich um die Frage kümmern: Was passiert eigentlich, wenn berufstätige Eltern kranke Kinder haben? Das sind Probleme, die kann der Staat nicht lösen, er fühlt sich dazu nicht in der Lage und will es auch nicht.

dieStandard.at: Ein Spezifikum dieser Branche ist die Dominanz der Frauen. In Zahlen: Über 80 Prozent der DienstleisterInnen in unseren Haushalten sind Frauen. Wie könnte diese geschlechtsspezifische Teilung aufgehoben werden?

Hamann: Das ist ein Spiegelbild der weltweiten geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, die sich so schnell nicht ändern wird. In dem Moment, wo wir aber sagen, Reproduktionsarbeit soll und darf nicht mehr Frauensache sein, sowohl in den Herkunftsländern als auch in den Zielländern der Migration, wird sich das vielleicht ein bisschen verschieben.

dieStandard.at: Aus dem Ursprungsland wegzugehen, bedeutet für viele Frauen auch Emanzipation. In welchem Verhältnis steht diese zur Ausbeutungsanklage in Ihrem Report?

Hamann: Ich wollte keine Anklage der Ausbeutung schreiben. Ich möchte auch nicht, dass diese Art der Migration bekämpft oder abgeschafft wird. Migration ist für viele Frauen, gerade für viele junge Frauen eine Möglichkeit, von daheim - oft aus sehr bedrückenden Verhältnissen - wegzukommen. In den Dienst zu gehen war dafür eine sozial akzeptierte Möglichkeit. Das Buch ist zumindest in gleichen Teilen eine Ausbeutungs- und Emanzipationsgeschichte.

dieStandard.at: Welche Rolle spielt die mögliche Rückkehr bei diesen Frauen?

Hamann: Wir verbinden mit Rückkehr immer das Bild, dass daheim immer alles so ist wie vorher. Auch viele MigrantInnen tragen dieses statische Bild ihrer Heimat mit sich herum. Migration verändert Menschen aber. Man ist jemand anderer, wenn man weggegangen ist, man trägt das Potenzial in sich, die Verhältnisse zu verändern, wenn man wieder zurückkommt. Das heißt aber auch, nach einer Rückkehr ist nichts mehr wie vorher. Migration verändert so auch Orte, nicht nur jene wo Menschen hingehen, sondern auch jene der Rückkehr.

dieStandard.at: Sind die Kategorien "Weggehen" und "Zurückgehen" für das 21. Jahrhundert noch adäquat?

Hamann: Das sind keine eindeutigen Kategorien. Menschen gehen nicht weg und sind dann für immer weg, sondern die haben zu Hause Familie, Freunde, wo sie sich durchaus über Jahrzehnte solidarisch fühlen. Da gibt es regen Austausch, Reiseverkehr und Vermittlungstätigkeiten. Diese Netzwerke, diese permanente Pflege von Beziehungen über alle Grenzen hinweg lassen Europa eigentlich zusammenwachsen. Weggehen und Zu-Hause-Bleiben sind nicht mehr so leicht unterscheidbar. Es ist ein Hin und Her und einfach ein Austausch. Wir tragen aber immer noch das Bild in uns: Du musst dich entscheiden, wo du hingehörst, und dort bleibst du dann.

dieStandard.at: Ingrid Moritz von der Arbeiterkammer schlägt eine Vermittlungsstelle von privaten DienstleisterInnen und deren potenziellen ArbeitgeberInnen vor. Könnte das arbeitsrechtliche Sicherheit schaffen?

Hamann: Ich habe kein ausgearbeitetes Konzept, wie man das bürokratisch lösen müsste. Wichtig wäre, dass es nicht in totaler Bürokratie endet. Ich glaube auch nicht, dass jedes informelle Arbeitsverhältnis in einer formellen Anstellung enden muss. Was tatsächlich fehlt, ist ein Markt, wo man Leistungen gegen Geld tauschen kann und dabei einen Mindeststandard an Regeln einhält. Das wäre die große Herausforderung, so ein Netzwerk zu schaffen.

dieStandard.at: In "Saubere Dienste" formulieren Sie ein Plädoyer für klare Regeln. Auch Berechenbarkeit und Ehrlichkeit spielen dabei eine große Rolle.

Hamann: Ich halte es für einen Riesenskandal, dass man Menschen, die hier Aufgaben erfüllen, die offensichtlich dringend benötigt werden, nicht ermöglicht, sich hier legal aufzuhalten, hier legal zu arbeiten. Daher braucht es Berechenbarkeit für diese Personen und Ehrlichkeit in Bezug auf ihren Status.

dieStandard.at: Ein riesiges Betätigungsfeld für die Gewerkschaft, möchte man meinen. Derartige Bestrebungen sind aber nicht wahrzunehmen.

Hamann: Die Gewerkschaft fühlt sich dafür in keiner Weise zuständig - und nicht nur das, sie fühlen sich sogar bedroht. Menschen, die aus dem Ausland hierher kommen und hier illegal arbeiten, sind nicht Verbündete der Gewerkschaft, sondern ihre Feinde. Das liegt in der Natur der Sache: Wenn eine Gewerkschaft in nationalen Dimensionen denkt, wird man diese Personen auch nicht vertreten. Was uns also dringend fehlt, ist eine Lobby für die Interessen von Menschen, die in verschiedenen Ländern zu Hause sind, die Grenzen überwinden und verschiedene Verpflichtungen in verschiedenen Ländern haben. (dieStandard.at, 26.2.2012)

Sibylle Hamann studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Peking. Sie ist Kolumnistin bei der Tageszeitung "Die Presse", regelmäßige Autorin für die Wochenzeitung "Falter" und Chefredakteurin der "Liga. Zeitschrift für Menschenrechte". Mit Eva Linsinger hat sie "Weißbuch Frauen/Schwarzbuch Männer" geschrieben.

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klar jedes Ding hat zwei Seiten, aber gerade Frauen, die auf diese Weise was dazuverdienen, neigen manchmal dazu, anderen Frauen ihre ehrlich erworbenen Pensionsansprüche zu neiden, bringen immer die Kindererziehung ins Gespräch und verlangen teilweise sogar, dass kinderlose Frauen, einen Solidarbeitrag zahlen sollten. Die jahrelange Schwarzarbeit wird vornehm verschwiegen und vergessen. Im Prinzip ist das jedenfalls eine geringfügige Tätigkeit, die unfallversichert werden muss.

Mit ihrem letzten Satz stimme fast ich überein

Die Gebietskrankenkassen kommen aber mit den derzeitigen Beträgen durch. Die Ausländerin sollte durch den Dienstleistungsscheck gedeckt sein. Die Teilzeitbeschäftigte zahlt ohnehin ihren Beitrag. Ein Beitrag wäre nur ein Körberlgeld für die GKK.
Bei der Pension gibt es nichts zu jammern. Das ist nun mal so und die Schwarzarbeiterin muss das akzeptieren. Glauben Sie wirklich dass die paar hundert Euro über ein paar Jahre von Schwarzarbeit viel Unterschied zur Pension macht? Die krapsen dann ohnehin mit oder ohne Schwarzarbeit um die Mindestsicherung herum. Wenn es mehr war dann wurde Vermögensbildung betrieben und das muss halt dann in der Pension aufgebraucht werden.
Das Pensionssystem muss ohnehin mehr die Vermögensbildung gewichten.

Nichts außer Mutmaßungen..

"Frauen brauchen 15 Versicherungsjahre"? Wo haben Sie diesen aufgelegten Unsinn her? Jede/r, ob Mann oder Frau, benötigt 180 Beitragsmonate, um Pensionsansprüche zu erlangen.

"Bei Anmeldung verliert sie irgendeine Familienförderung"? Was genaues waas ma ned, aber schreiben wir's halt mal hin.

Erbärmlich Ihr niveauloses Geschreibsel.

@Magdalena

Welche Frauen brauche nur 15 Jahre einzahlen und bekommen dann eine Pension ?

jede.

Und jeder Mann genauso.
https://www.help.gv.at/Portal.No... ssetzungen
Zwar nicht viel Pension, aber damit ist zB schon mal die Krankenversicherung abgedeckt.

Ist aber wohl

nicht Sinn und Zweck.

Aber das wußte ich nicht, daß das möglich ist.

Für alle die sich über die schlechte bezahlung aufregen

Ein Angestellter der 1.600 Brutto verdient kommt wenn man es durchdividiert auf einen Stundenlohn von 7,50 Euro Netto.

Wenn SIe das 13 und 14 einrechnen, sind's etwas über 10 EURO.

Inklusive bezahltem Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankenstand, ...

- wenn's das reinkalkulieren - und auch noch die unterschiedlichen Sozialabgaben (bei ANgestellten zahlt der AG ja die LNK) müssten's der Putzfrau mindestens 16 EUR die Stunde zahlen, dass sie (suaber versteuert und versichert) auf's selbe kommt wie ein angestellter mit 1600 Brutto). Die Wegzeiten etc sind dann noch immer ihre Privatzeiten und nicht eingerechnet.

(ansatz: 1670 Stunden p.a., Nebenkosten lt. http://onlinerechner.haude.at/bmf/brutt... chner.html und http://www.m2m.at/fofos/sve... rm2009.php - gerne jederzeit nachzurechnen).

und wem erzählst jetzt die lustige geschichte von der sauber versteuernden putzfrau? (und solange es die kostenlose mitversicherung gibt, gibts nichmal einen anreiz sich selbst zu versichern)

p.s. es wäre mir neu, dass angestellten die fahrt zur arbeit bezahlt wird.

Die Fahrt zwischen Arbeitspätzen schon, und die Zeit dafür untertags auch. Nur die hin und Rückreise in der Früh und am Abend nicht.

...er hat auch kranken-, unfall- und sozialversicherung.
er hat das recht auf hilfe von der arbeiterkammer etc.
..mal ganz abgesehen von problemen die er nicht hat die illegale haben.-ständige angst vor polizei, kein rechtanspruch bei arbeit oder wohnen etc.

würde es nicht als illegal bezeichnen. weil beim ams sind die meisten putzen ja angemeldet und als folge davon auch versichert.

"die meisten"?? ich bin mir sicher dass es die wenigsten sind
die meisten putzfrauen haben ja keine arbeitserlaubnis (dann würden sie sich was besseres suchen) - und ohne arbeitserlaubnis und eine gewisse zeit offiziell angestellt gewesen gibt es kein arbeitslosengeld
und schon gar nicht auf dauer (>6 monate), und diese frauen machen das ja meistens jahrelang....

Doe meisten kommen aus den osteuropäischen EU-Staaten und können hier selbstständig jederzeit legal arbeiten.

sind sie wiener bzw. vom osten österreichs?
ich glaube dass sie von wien auf ganz österreich schließen - in wien habens scho ziemlich recht, ist aber nach meiner erfahrung nicht in ganz österreich so

Ja.

Woher kommen's bei Ihnen?

ex-jugoslawien, rumänien, bulgarien, ukraine usw.
hauptsächlich nicht eu-länder

Rumänien, Bulgarien?

*Räusper*

haha, uuuups :D
so gesehen... ;)

naja, wenn ich mir da die inserate durchlese steht da meistens "Suche Putzfrau, nur Inländerin"....

abgesehen davon gibt es trotzdem genug arbeitslose frauen die aus welchen gründen auch immer keinen job finden, auch über längere zeit hinweg, und dann halt versuch sich als putzfrau was dazuzuverdienen.

Kenne auch einige studentinnen die sich als putzfrau was dazuverdienen und damit ihr studium finanzieren.

jap, da habens scho recht...

Sie haben recht. Ich wollte meine Bedienerin anmelden, schon aus Selbstschutz. Sie kam nicht mehr.

Des geht ma schö langsam aufn Wecker, des Klischee von der Putzfrau mit Studium.

Haben Sie selbst keines, und sind neidisch?

geht es ihnen "einfach so" auf den wecker oder wieso?
weils nicht stimmt? sie kennen also 50+ putzfrauen um das einschätzen zu können? also ich nicht...

@Rosenholzer

Also meine Haushaltshilfe (NICHT Bedienerin !), die im Zuge der Bosnienkrise nach Österreich kam, war Maschinenbautechnikerin mit Hochschulabschluss.

Kein Klischee sondern bittere Realität.

Was glauben Sie denn, welche Job-Alternativen über 45jährigen, hoch (aus)gebildeten Inländerinnen (gebürtigen Österreicherinnen) bleiben, die - aus welchen Gründen immer - plötzlich ohne Erwerb/Einkommen dastehen?
Supermarkt-Kassierin, Altenhelferin oder Putzfrau.

Wie hässlich ein gegendeter Text aussieht. Jedesmal wieder versuche ich den Nutzen zu entdecken. Nicht falsch verstehen, ich bin dafür sich über Geschlechter Gedanken zu machen aber Texte fast komplett gendern. Wirklich?

"gegendert" .. wieso schleichens sich nicht einfach aus diestandard? ernsthaft? gehts nur drumm zu motzen - also um ihre kastrationsängste durch "bullying" zu übertünchen?
sind sie von der fraktion "unlesbarkeit-bla-bla"?
menschen bei denen die lesefähigkeit schon bei binnenI und ein paar " / " versagt, sind einfach nur bemitleidenswert. ernsthaft, wie sollen sie jehmals in der lage sein einen schwitters oder joyce oder ... zu lesen. traurig.

Hmm, ich weiß nicht inwiefern ich sie jetzt provoziert habe dass sie eine solche Tirade loslassen. Ein Text ist etwas Wundervolles, Schönes und ästhetisches. Schlagen Sie eine Seite in einem Buch auf und lesen Sie nicht, sondern betrachten.

In unserer Sprache haben sich gewisse Worte und Schreibweisen etabliert. Mir ist bewusst dass das zu einem Großteil der patriarchisch geprägten Kultur zuzuschreiben ist. Aber Diskussionen wie ob man jetzt auch statt "man" auch "fra" schreiben kann, oder ob es jetzt alles sächlich betrachtet werden soll (das Sonne, das Tisch, das Essen) ist doch wohl mehr als lächerlich.

Frauen, habt doch den Mut euren eigenen Platz zu suchen und nicht Männer von einem von euch ausgedachten Thron zu stoßen.

"ästhetisch" liegt im Auge des Betrachters.

Sie haben jehmals auch nicht viel gelesen, oder ?

Genau ihre gelebte Art der "Toleranz" färbt das schlechte Bild des Genderns. Kaum ist man dagegen, darf man sich beschimpfen lassen, muss sich schleichen, hat eine Leseschwäche und ist bemitleidenswert.

Tja -

dann müßte man sich aber auch gleichwertig über die "scharfe ß bzw. Doppel-S"-Schreibung bzw. über die vielen Grammatikfälle aufregen !

da rege ich mich aber auch immer wieder auf :). ich würde gerne du/sie in der deutschen sprache und die großschreibung abschaffen...gendern finde ich persönlich auch ziemlich sinnlos - tja, werden wohl wünsche bleiben...

besser die andere wange hinhalten. und dann wieder die erste. und dann wieder die andere... so wäre es recht gell?

bingo

weg mit unsinn - auch wenn viele nun wissen, dass das das ärgerniss "Binnen-I" heisst:-)

aktuelles beispiel, nicht aus der putzbranche

Stellenanzeige: Öst. Galerie Belvedere
Praktikum Restaurierung/Konservierung (32-40 Std/Wo)
Aufgaben: Datenbankpflege, Admin. Agenden, Ausstellungsauf-/abbau
Profil: lfd. oder abgeschlossenes Studium der Kunstgeschichte, ausgezeichnete MS-Office-Anwenderkenntnisse, sehr gute Photoshop Kenntnisse, sehr gutes Deutsch und Englisch, selbstständiges Arbeiten, Organisationsfähigkeit, Stressresistenz, Team Spirit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität

Als Aufwandsentschädigung wird eine Pauschale von "€ 370,- pro Monat" angeboten.

glückliche Putzbranche

Vorsicht bei der Studienwahl

Studium der Kunstgeschichte:
- Seit 20 Jahren bekannt, dass ein Erwerbseinkommen kaum erzielbar ist.
- Wer in diesem Beruf tätg sein will, muss den ArbeitsMARKT akzeptiere: Für Putzen gibst mehr Nachfrage. Das ist in allen anderen bereich auch so.

Falsches, aber vollkommen falsches Argument.

In dem gegenständlichen Stelleninserat wird ja gerade die Qualifikation als Kunsthistoriker/in nachgefragt. Zuzüglich diverser anderer Kenntnisse.

Ihr Argument mit der - angeblich - fehlenden Nachfrage nach Kunsthistorikern ist in diesem Fall also ein vollkommener Blödsinn.

Wer Qualifikationen nachfragt, muß sie auch bezahlen.

Wenn sie wirklich jemand Brauchen, und es findet sich niemand für 370€ p.m. dann werden sie schon die Bezahung anheben.

ist sowas

allen ernstes legal? zum kotzen.

und dann trotzdem niemals putzen zu gehen sagt doch auch viel aus, oder

Hab mal vor jahren für 340 Euro bei 10h/Woche in der Sony CD's eingepackt. (Neben der Schule)

Traurig dass man mit einem Studium 370 Euro als "Praktikant" bekommt. Ein Wahnsinn.

Da waren dann € 8.50 pro Stunde. Ist eh ein guter Stundenlohn bei der Arbeit.

4,33 x 10 / 340 ergibt 7 Euro 80 auf geringfügiger Basis.

Immerhin bekommt man 340. Gibt viele Praktikanten die gar nichts bekommen, außer ein bisschen Berufserfahrung - und manchmal nicht einmal das, weil der Job eine stupide Hilfstätigkeit ist.
Die Praktikanten sind aber oft selber schuld, die wußten ja, dass ihr Studienfach auf dem Arbeitsmarkt nichts wert ist.

"Viele ArbeitgeberInnen haben kein Interesse zu erfahren, wer diese Personen sind, die sie in ihre Privaträume lassen. Woher kommt dieses Desinteresse?

Hamann: Ich glaube nicht, dass es nur Desinteresse ist. Es hat viel mehr mit Scham zu tun. "

Umgekehrt ist auch nicht super.

Bei unserer kann ich mir aussuchen ob ich ein Arsch bin und sie kündige, weil die Leistung hint und vorn nicht passt (und dafür wesentlich mehr zahle als bei anderen) oder mich freue einer mittellosen Pensionistin, die halt nie eingezahlt hat (weder hier noch zu Hause), quasi eine Pension zukommen zu lassen.

Braucht wer eine Putzfrau?

Ich finde es einfach armselig wenn einer seinen eigenen Dreck nicht wegputzt .... keine Zeit dafür ist eine lächerliche Ausrede, ist für mich ähnlich als wenn ich sagen würde ich habe keine Zeit um zu Essen.

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