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Prävention heißt das aktuelle Zauberwort in vielen gesellschaftlichen Bereichen, so auch in der Bildungspolitik. Um die Zahl der StudienabbrecherInnen beim Informatik-Studium zu verringern, gibt es seit Sommersemester 2011 sogenannte Studieneingangsgespräche, die verhindern sollen, dass diese überhaupt erst das "falsche Studium" wählen.
Vorgehensweise
Bei einem circa 20-minütigen Gespräch treffen dabei Interessierte des Bachelor-Studiums mit zufällig zugeteilten Lehrenden der Fakultät zusammen. Inhalt des Gesprächs sind die Erwartungen an das Studium, der/die Lehrende gibt wiederum Feedback zum Motivationsschreiben, das inzwischen bei der Bewerbung zum Studium vorgeschrieben ist.
Zahl der Studienanfängerinnen gesunken
Jetzt, nach einem Jahr zeigt sich, dass die Zahl der Inskribierten tatsächlich gesunken ist, doch einen gewaltigen Haken gibt es dabei: Während es bei den Männern im Vergleich von Sommersemester 2010 zu Sommersemester 2011 zehn Prozent weniger sind, liegt der Rückgang bei den Frauen bei satten 30 Prozent.
Dieser Gender-Gap tut besonders weh, da die Studentinnen seit jeher beim Informatik-Studium in der Minderzahl sind. Im Wintersemester 2011 belief sich der Frauenanteil in allen Informatik-Studienrichtungen bei 16,4 Prozent (gesamt, nicht nur Studienanfängerinnen).
Unterschiedliche Berechnungen
Der Dekan der Informatik-Fakultät, Gerald Steinhardt, kann die Aufregung nicht verstehen. Der Grund: er führt ein anderes Rechenmodell an, wonach sich der Frauenanteil bei den Informatik-Studiengängen nicht wesentlich verändert hat. Hierfür vergleicht er das gesamte Studienjahr 2009/2010 (WS und SS) mit dem Studienjahr 2010/2011. Der Frauenanteil bei den StudienanfängerInnen erhöht sich nach dieser Rechnung sogar noch von 20,6 auf 22,5 Prozent. Der Abfall beim Frauenanteil im Sommersemester 2011 auf 15 Prozent, als die Gespräche eingeführt wurden, bezeichnet er als statistischen "Ausreißer", an dem noch kein Trend festgemacht werden könne. Er erinnert daran, dass der Frauenanteil bereits im Wintersemester 2011 wieder auf 20,9 Prozent angestiegen sei.
Die TU habe die Eingangsgespräche eingeführt, weil die Informatik an der TU Wien das einzige Massenstudium im MINT-Bereich sei. "Wir haben uns nach internationalem Vorbild darum bemüht, für unsere Studierenden den Einstieg persönlich zu gestalten und eine bessere Entscheidungsgrundlage für ihre Studienwahl zu schaffen." International und auch an den anderen Informatik-Standorten in Österreich sei die Zahl der Informatik-Studierenden schon länger rückläufig gewesen. Möglicherweise treffe dieser Trend jetzt auch die TU Wien. Am Rückgang der Studierenden-Zahl habe er persönlich keine Freude, da die AbsolventInnen in Wirtschaft, Industrie und Verwaltung stark nachgefragt werden. Mehr als die Hälfte aller Informatik-StudienanfängerInnen Österreichs auszubilden wie in den letzten Jahren, bedürfe allerdings an der Informatik-Fakultät der TU Wien wesentlich mehr Ressourcen als derzeit zur Verfügung stehen.
Hampl: "Unseriöse Rechnungsweise"
Rupert Hampl von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) an der TU Wien bezeichnet die Rechnungsweise von Dekan Steinhardt hingegen als "höchst unseriös": "Will man die Auswirkungen der Gespräche beobachten, müssen die Studienjahre, in denen es sie gab, mit jenen verglichen werden, in denen es sie noch nicht gab. Das ist aber bei der Rechnung von Dekan Steinhardt nicht der Fall. In den beiden Studienjahren wurde erst im Sommersemester 2011 Eingangsgespräche durchgeführt."
Seine Fraktion fordert eine Untersuchung, warum die Eingangsgespräche für Frauen scheinbar abschreckendere Wirkung haben. "Laut der aktuellen Faktenlage müssen wir davon ausgehen," warnt er. Werden die interessierten Frauen bei diesen persönlichen Gesprächen womöglich anders behandelt als ihre Kollegen?
Gespräche als Hemmschwelle
Patricia Pospisil, Studienvertreterin der Informatik, kann diesen Verdacht nicht bestätigen. Als Studienvertreterin darf sie den Eingangsgesprächen als Beobachterin beiwohnen. Eine ablehnende oder gar feindliche Gesprächsatmosphäre von Seiten der Lehrenden konnte sie bei den Gesprächen, denen sie persönlich beiwohnte, nicht feststellen. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass es vielleicht gar nicht die Gespräche an sich sind, die Frauen abschrecken, sondern allein die Tatsache, dass sie vorgeschrieben sind. "Für manche ist das sicher eine Hemmschwelle, über die sie sich nicht drüber trauen", so Pospisil gegenüber dieStandard.at. Die Inskriptionszahlen für das Sommersemester 2012 werden zeigen, wie sich der Frauenanteil an den Informatik-Studienrichtungen weiter entwickelt. (red, dieStandard.at, 27.2.2012)
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ich meine, mir ist schon klar, dass nicht jeder artikel meinen geschmack treffen kann, aber das hat schon was von "franz huber ist im wald ein fürzchen entwichen"
Welche Frau will sich schon beim Mittagessen mit zotteligen, bladen Java Geeks in abgetragenen Jeans und Birkenstockschlapfen sehen lassen, die sie vollspeibn mit Gequatsche über Compilereinstellungen etc., denn genau das wird ihr blühen in der Branche. *fg*
PS: die durchgeschwitzten Drehstühle im Büro net zu vergessen.
Vielleicht haben die weiblichen Interessenten auch unrealistischere Vorstellungen vom Informatikstudium, die dann im Vorgespräch aufgedeckt werden?
Wäre es Hr. Hampl von "GRAS" lieber, wenn sich massenhaft Frauen einschreiben, nur um dann nach 1-2 Semestern aufzugeben?
So ein Unsinn! Die STEG waren sehr nett gestaltet, es wurde explizit gesagt das kein "durchfallen" möglich ist und nur als Beratung zu sehen ist. Weiters wurden auch zu Beginn im WS auf die Frauenförderung hingewiesen und es gibt Kurse wo entweder nur weibliche Studenten mitmachen dürfen bzw. nichts zahlen müssen. Das gibt es auch alles schon vor dem Gespräch online zu lesen, kann also definitiv nicht der Grund sein...
Dann sind's eben doch die Gespräche an sich, egal wie sie verlaufen.
Ich plädiere für ein eigenes Frauen-Informatikstudium, bei dem solche eklatanten Benachteiligungen von Frauen nicht vorkommen. In einem solchen Studium könnte man auch bestimmte Inhalte forcieren, zum Beispiel eine gendergerechte Programmiersprache.
Blöderweise war es ausgerechnet eine Frau (Ada Lovelace), die das erste Computerprogramm überhaupt schrieb (ein Jahrhundert bevor es tatsächlich programmierbare Computer gab) und nebenbei auch die Idee der bedingten Verzweigung (vulgo if-then-else) skizzierte.
Die Frau hat 1815–1852 gelebt - da gab es noch keine Computer, also auch keine Computerprogramme; das nur zur Information. Man kann aber den von Fr. Lovelace *kommentierten* Algorithmus (sozusagen die Software) der von der – nie gebauten "Analytical Engine" (sozusagen die Hardware, Charles Babbage) - verwendet werden hätte sollen, bei sehr wohlwollender Betrachtung als "Computerprogramm" bezeichnen; obwohl die Maschine selbst kein Computer war (nicht programmierbar, kein Speicher etc.).
Genaugenommen hat die Frau die französische Beschreibung der Engine des ital. Mathematikers Menabrea ins Englische übersetzt und "ausführlich kommentiert". Diese Anmerkungen zu Menabreas Beschreibung brachten ihr später den Titel "erste Programmiererin" ...
Computer (dt. Rechner) gab es bereits im alten Griechenland, nämlich in Form eines Rechenschiebers. Aber im Prinzip kann man ewig darüber streiten, ab wann man die Grenze zieht und sagt: "Ab da waren es Computer, davor gab es nichts dergleichen."
Warum geben Sie keine klare sachliche Antwort?
Falls ihre Frage ernst gemeint ist, würde mich Literatur zum Thema interessieren. Wie könnten Programmiersprachen je nach Zielgruppe anders Aussehen? Was an einer Programmiersprache würden sie mit welchen Eigenschaften von ProgrammiererInnen in Verbindung bringen?
Bisher konnte ja die Frage, warum Frauen Informatik im allgemeinen weniger interessiert als Männer nicht geklärt werden. Ideologische Gründe sprechen für Sozialisierung, die Evidenz deutet eher in Richtung Genetik.
Die Inhalte der Informatik können sich nicht nach den Bedürfnissen der Geschlechter richten. Das wäre lächerlich. Viel ändern könnte man aber am Sexismus vieler TU-Angehöriger und am abschreckenden Klima. Wobei letzteres nicht nur Frauen betrifft.
Sehr viel verbessern könnte man auch an der pädagogischen Ausbildung der Lehrenden. Derzeit ist sie nicht vorhanden. Da herrschen katastrophale Zustände.
Viele Uni-informatiker sind intrinsisch motiviert = sie ziehen die Beschaeftigung mit Zahlen, Algorithmen und Computern der mit Menschen vor: Viele sind auch mit mehr oder weniger starken Asperger gesegnet.
Nothing wrong with that: Nur fuer "normale" Frauen ist dies eine Horrorvorstellung.
Aber ich hielte es fuer einen schweren Fehler, wenn man versuchte, diese "Firmenkultur" wegen Genderproblemen zu aendern: Wohin sollen dann Leute gehen, die eben die Gesellschaft von Computern der mit Menschen vorziehen - und die nicht abstrakt genug fuer Mathematik sind?
Vor dem Gespräch: Frau glaubt, dass ein Informatikstudium ein lustiges Zusammenstellen von bunten Userinterfaces und exzessives Nutzen von MS Office und Adobe Photoshop beinhaltet.
Nach dem Gespräch: Frau weiss nun, dass Informatik zum Großteil aus Mathematik und Algorithmen besteht.
Gerade bei Informatikstudien klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Es ist gut, dass den jungen Frauen (und Männern) dies bereits vor dem Antritt des Studiums bewusst gemacht wird. --> Keine "verlorenen" Semester im "falschen" Studiengang!
sondern viele Männer glauben das. Aber nach 2 Semestern an der TU ist eh nur mehr ein Drittel dabei (so bei mir vor 30 Jahren, und jetzt bei meien So).
fazit Numerus Clausus und STEOP ist bei den MINT nicht notwendig. Die Spreu trennts ich Weizen ganz von alleine.
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