Öffentliche Aufträge nur bei Frauenförderung

Projektgruppe soll Leitfaden ausarbeiten, wie Gleichstellungsmaßnahmen am besten umgesetzt werden können

In Linz soll die öffentliche Auftragsvergabe bald mit Frauenfördermaßnahmen gekoppelt werden. Der Plan wurde am Montag von Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) und Finanzreferent Johann Mayr (SPÖ) präsentiert. Eine interdisziplinäre Projektgruppe entwickle bereits einen Leitfaden, wie künftig öffentliche Auftragsvergaben der Stadt an frauenfördernde Maßnahmen geknüpft werden können, hieß es. Dabei sollen auch die Vorstellungen der Arbeiterkammer Oberösterreich mit einbezogen werden.

Entwicklung des Linzer Modells

Auch andere Städte hätten bereits entsprechende Modelle in die Realität umgesetzt, sagten Schobesberger und Mayr mit Blick auf Berlin oder Wien. Geht es nach ihnen, sollen in Zukunft Unternehmen bei Auftragserteilung verpflichtet werden, frauenfördernde Maßnahmen innerbetrieblich umzusetzen. Die frauenfördernden Maßnahmen orientieren sich dabei an der Größe und der Branche der Unternehmen. Die Projektgruppe entwickelt dabei einen auf die konkreten Verhältnisse und Bedürfnisse der Stadt Linz angepassten Maßnahmenkatalog, von externer Kinderbetreuung, Wiedereinstiegsplanung über die Einsetzung einer Frauenbeauftragten bis hin zur Quote. Bei den bereits praktizierten Frauenförderungsmodellen ist die Umsetzung der vertraglich vereinbarten Maßnahmen bis zur Hälfte der Leistungsfrist nachzuweisen und wird durch eine Vertragsstrafe gesichert. Zur Unterstützung will die Stadt Linz ab dem Zeitpunkt der Ausschreibungsbekanntmachung und in der Angebotsphase ein begleitendes Service anbieten.

Neue Verpflichtungen bei Auftragsvergabe

Die Koppelung der Auftragsvergabe an Gleichstellungsmaßnahmen sei ein innovatives Instrument zur Bekämpfung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, so die StadtpolitikerInnen. Es solle außerdem mehr Bewusstsein für die Vorteile aktiver Frauenförderung in den einzelnen Unternehmen schaffen.

In Linz liegt der Einkommensunterschied derzeit bei 25,2 Prozent, oberösterreichweit bei 28,5 Prozent. Es gibt für Frauen oftmals geringere Aufstiegschancen, Benachteiligungen bei Weiterbildungsmöglichkeiten und weniger Arbeitsplatzsicherheit. (red)

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