Schlankheitswahn - ohne uns!

5. März 2012, 12:22
  • Der 1. Preis ging an die Schülerinnen und Schüler der Zwi-Perez-Chajes-Schule.
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    Der 1. Preis ging an die Schülerinnen und Schüler der Zwi-Perez-Chajes-Schule.

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Kritische Auseinandersetzung mit Körpernormen: SiegerInnen des Wettbewerbs "We like everyBODY!" stehen fest

90 Prozent der Mädchen und jungen Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden. Was statistisch eine traurige Normalität ist, hat für die Gesundheit fatale Folgen. 40 Prozent der 10- bis 12-jährigen Mädchen machen sich Sorgen um ihr Gewicht, mehr als die Hälfte der 15-jährigen halten Diäten und bis zu einem Viertel der Mädchen und Frauen experimentieren mit Abführmitteln, Diätpillen und Erbrechen, um nur ja nicht zuzunehmen. Essstörungen, Depressionen bis hin zum Wunsch nach Schönheitsoperationen schon im Jugendalter sind die Folgen.

Mit diesem Themenkomplex haben sich über 340 Wiener SchülerInnen im Rahmen des Wettbewerbs "We like everyBODY! Unsere Schule ohne Schlankheitswahn" beschäftigt. Letztes Jahr wurde der vom Wiener Programm für Frauengesundheit ausgeschrieben, um eine kritische Auseinandersetzung mit Körpernormen anzuregen. "Die rege Teilnahme zeigt, wie wichtig den Schülerinnen und Schülern diese Thematik ist", erklärte Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely.

"genau richtig"

Die SiegerInnen, SchülerInnen der Zwi-Perez-Chajes-Schule, wurden am Mittwoch bei einer feierlichen Preisverleihung im MUSA ausgezeichnet. Sie haben laut Jury das Vermittlungsziel "positiver und gesunder Zugang zu Aussehen und Gewicht" mit dem PR-Konzept "genau richtig" am besten getroffen. Ihre Kampagne wird an ihrer Schule mit professioneller Unterstützung der Agentur Straberger Conversations umgesetzt. Michael Straberger, Präsident des Österreichischen Werberats, saß auch in der Jury. Zudem gibt es für sie ein Foto-Shooting mit Fotografin Inge Prader.

Der zweite Platz ging an die SchülerInnen der Handelsschule der Schulen des bfi Wien mit ihrer Arbeit "Wohlfühlzone", der dritte an das BRG 19 - Billrothgymnasium mit "Billroth likes everyBODY!". Ihre Preise: Die Gestaltung eines Videobeitrags für das Jugendportal "City & Life" und eines Radiobeitrags für die Sendereihe "teenstalk" auf Radio Orange 94.0. (red)

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Ich finde diese Aktion gut, aber es sollte im Gegenzug auch keine Verherrlichung von Übergewicht stattfinden. Noch nie hat es so viele Übergewichtige und adipöse Menschen wie heute gegeben und deshalb wäre dies das falsche Signal. Es sollte einfach ein gesundes Normalgewicht forciert werden, abseits von Extremen wie Untergewicht oder Übergewicht.

Richtig. Es kann nicht sein, dass man von einem Extrem ins andere fällt, es gibt ja viel, viel mehr als "extrem mager" und "extrem übergewichtig". Das sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Schön und gut.

Aber was mich wundert: Wieso wird hier permanent gegen "Schlankheitswahn" polemisiert, aber weitaus vordringlichere Probleme wie Fettleibigkeit ignoriert bzw. sogar "idealisiert"? Die ganzen jugendlichen Altersdiabetiker und Herzinfarktler werden sich bei Aktionen wie diesen bedanken.

Schlankheitswahn führt ja nicht automatische dazu, dass es mehr schlankere Menschen/Frauen gibt.

Sondern nur dazu, dass sich die, die nicht schlank (im Sinne von: so dünn wie möglich) sind, schlecht fühlen und leiden. Dass sich Menschen/Frauen die normalgewichtig sind, zu dick fühlen, weil die Models in den TV-Shows selten über 50 kg haben. usw.
Wenn etwas gegen den Schlankheitswahn getan wird, wird niemand dick. Fett wird niemand, weil er/sie es so haben will.

Magersucht und extreme Fettleibigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille: Ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Mit der Entproblematisierung von Körperbildern ist somit eh allen geholfen.

Wieso ist das Problem der Fettleibigkeit vordringlicher? Beide Probleme sind große Probleme, und bei der Aktion geht es nicht (nur) darum untergewichtigen Menschen zu helfen, sondern gegen den extremen Druck wie ein Model (=ungesund dünn) aussehen zu müssen anzugehen. Die Anzahl derjenigen, die tatsächlich zu dünn sind, hat nichts mit der Anzahl derjenigen, denen durch dieses perverse Idealbild ein großer Teil des Lebens zerstört wird zu tun. Sich ständig fett, häßlich, unattraktiv zu fühlen, depressiv zu sein, Angst zu haben zuzunehmen, fragwürdige Diäten auszuprobieren und ungesunden Ernährungsratschlägen zu folgen ist v.A. unter Mädchen/Frauen extrem weit verbreitet und hat neben physischen auch massive psychische Schäden zur Folge.

Nur ein sehr geringer Prozentsatz von jungen Mädchen denkt wirklich, dass es zu dick ist, obwohl es es nicht ist.

Heutzutage ist es eine gängige Floskel zu sagen: "Ach, ich bin so dick, ich hab gestern eine ganze Tafel Schokolade gegessen." Die meisten meinen es aber nicht so.

Ich sehe es eher positiv, dass viele sich bewusst sind, was Übergewicht für ein gesundheitliches Risiko mit sich trägt und darauf achten, ein Normalgewicht zu halten. Natürlich darf man den, wie schon erwähnt, sehr geringen Teil von Mädchen nicht vergessen, die tatsächlich zu dünn sind, doch ist ein höherer Prozentsatz von Kindern von Fettleibigkeit betroffen und diese zu bekämpfen und nicht gut zu heißen.

Wieso meinen Sie, dass Fettleibigkeit gutgeheißen wird, wenn man gegen Magerwahn eintritt? Es gibt noch soetwas wie das gesunde Normalgewicht. Der Magerwahn ist genauso schädlich wie Fettleibigkeit - Zweiteres halt mehr körperlich, Ersteres mehr psychisch (weil die meisten, die dem Wahl verfallen, ja nicht Untergewichtig sind).

Nun, es wird auf der Homepage von "We like everyBODY" vermittelt, dass Models, wie man sie in den Medien sieht, keine realen Maße haben.
Was wird sich ein etwas dickeres Mädchen denken? (Extrembeispiel) "Wenn man es sowieso nicht erreichen kann, dünn zu werden, wieso sollte ich mir die Mühe machen?"

Es sollte Vorbilder geben, Vorbilder, die früher übergewichtig waren und jetzt ein gesundes Normalgewicht halten.
Es wäre unterstützend, wenn diese den Jugendlichen in den Schulen erzählen, wie sie es geschafft haben, den gesünderen Lebensweg einzuschlagen und welche "Gefahren" (innerer Schweinehund, Computer ist interessanter als Joggen oder Tennis spielen) auf dem Weg lauerten.

"Wieso ist das Problem der Fettleibigkeit vordringlicher?"

Vielleicht, weil es einige Zehnerpotenzen mehr Leute betrifft als Magersucht?
"Sich ständig fett, häßlich, unattraktiv zu fühlen" -> ist wohl meistens eine Folge von Übergewicht bzw. Fettleibigkeit.

""Sich ständig fett, häßlich, unattraktiv zu fühlen" -> ist wohl meistens eine Folge von Übergewicht bzw. Fettleibigkeit."

In Ihrer Traumwelt vielleicht.

Ok, wenn das meine Traumwelt ist,...

...und es eh selbverständlich ist, dass es komplett anders ist, dann klär mich auf: Welcher Gruppe gehört dann der Großteil derer, die sich fett und häßlich finden, an, wenn nicht der der Übergewichtigen?

sie waren schon lange auf keiner Schule mehr, oder?
Was politisch korrekt idealisiert wird, wird dort von den Peers mehr als genug abgestraft.
Zumindest durch die mangelnde Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts,was in dem Hormonspielplatz den wir Schule nennen eine Tragödie darstellt.
Das führt zu Statusverlust, noch weniger Selbstvertrauen und oftmals gezieltem Mobbing.

Hungerhaken stehen auf Schulen viel besser da als Dicke, da ist es durchaus gerechtfertigt und gut gegenzusteuern. Das bedeutet nicht, dass Übergewichtigen nicht geholfen werden soll, aber das Konzept "genau richtig" klingt ja auch nicht gerade nach Mastvereinigung.

PS: auf google erreicht abnehmen 8x so viele treffer wie zunehmen, magersucht und untergewicht zusammen

"aber das Konzept "genau richtig" klingt ja auch nicht gerade nach Mastvereinigung."
-> Aber Partien wie die "argen dicken Weiber", die auf dieser Seite beworben werden, schon.
"auf google erreicht abnehmen 8x so viele treffer wie zunehmen, magersucht und untergewicht zusammen"
-> Was darauf schließen lässt, dass 8x soviele Leute Probleme mit Über- als mit Untergewicht haben - dies bestätigt hierzulande auch die tägliche "Feldstudie" auf der Straße.

Ich möchte das Problem Übergewichtigkeit nicht kleinreden, ich wollte nur klarstellen, dass bei Schülern Untergewicht oft nicht als Problem, sondern als Ideal gesehen wird, was man von Übergewicht nicht behaupten kann, auch wenn es mehr Menschen betrifft.
Außerdem glaube ich nicht, dass Übergewichtige sich durch solche Kampagnen eine Bestätigung für ihren Lebensstil holen, sondern eher Anregungen zu einem gesunden Essverhalten hören.

Ich habe vor drei Jahren maturiert, in meinem Umfeld waren viele Mädchen ungesund dürr, von einer weiß ich, dass sie jetzt mit nicht einmal 40 Kilo auf der Klinik liegt.

Von den "argen dicken Weibern" habe ich noch nie gehört, ich habe mich nur auf diesen Artikel bezogen.

Zur Info:

http://diestandard.at/126654110... -beautiful

Und ja, Magersucht und Essstörungen sind schlimm für die Betroffenen, aber mengenmäßig gegen das Ausmaß der Folgen übermäßiger Ernährung doch eher irrelevant.

Wenn Sie sich die medizinischen Daten ansehen, steigt die Sterblichkeitsrate erst mit einem BMI von 30 in einem relevanten Ausmaß an. Und mit einem BMI von < 22,5 übrigens auch. Anorexia Nervosa hingegen ist eine Krankheit mit einer Mortalität von 5-20 %.

Anorexia Nervosa betrifft ~0.35% der Teenager.

Fettleibig (BMI>30) sind dagegen ~19% der Bevölkerung. Nur um die Relationen gegenüberzustellen.

Laut der letzten Erhebung der Statistik Austria waren in der Altersklasse 15-30 6,9 % untergewichtig und 4,6 % adipös. Schaut doch schon ganz anders aus, oder?

Du hast die Übergewichtigen vergessen.

Da kommen dann nochmal 16.7% dazu - also 21.3% insgesamt, die zu dick sind.
Außerdem kommt zu den Faktoren, die Untergewicht begünstigen, in dieser Altersklasse etwa noch das Wachstum hinzu.
Wenn man sich nämlich dann die nächste Altersklasse anschaut (30-45) ist das Unter- zu Übergewicht dann schon mit 1,8% zu 43.9% etwas anders verteilt.

Habe ich nicht. Wie gesagt - "Übergewichtige" haben ähnliche oder sogar niedrigere Mortalitätsraten als "Normalgewichtige". Die Kategorienbildung dürfte damit eher ideologisch motiviert sein als medizinisch.

Siehe z. B.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File... ikiRRM.jpg
http://www.nejm.org/action/sh... 43&iid=t04

(Abgesehen davon ist es fragwürdig, ob in der Altersklasse 15-30 das Wachstum noch einen großen Einfluss ausübt. Zudem unterscheiden Sie nicht zwischen Alters-, Kohorten- und Generationseffekten.)

Man sollte hier Todesarten, die nur aufgrund der aktiveren Lebensweise von fitteren Menschen zustande kommen (Verkehrsunfall auf dem Rennrad, Absturz beim Klettern, uvm) abziehen.
Die Wohnzimmercouch ist ein ziemlich ungefährlicher Platz. ;-)

Wer weiß wie die Statistik dann aussehen würde.

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