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Wien - Verpflichtende Quoten und drohende Sanktionen, dies seien leider die einzigen Möglichkeiten, um Gleichberechtigung durchzusetzen. Dieser Meinung ist Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Frauenrings, der Dachorganisation österreichischer Frauenorganisationen. "Das Geschwätz über die Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung ist lächerlich", stellte sie fest. Was die im Vorjahr beschlossene Einkommenstransparenz betrifft, könnte sie sich bei Pflichtverletzung finanzielle Strafen oder die Veröffentlichung eines "Schwarzbuchs" vorstellen.
Mit Inkrafttreten der Gleichbehandlungsnovelle wurden große Unternehmen verpflichtet, Einkommensberichte für mehr Gehaltstransparenz intern vorzulegen. Sanktionen, für den Fall dass sie dies nicht tun, drohen allerdings keine. Pölzlbauer würde sich solche wünschen: "Ich gehe davon aus, dass es finanzielle Strafen sein müssen, sonst wird das nicht ernst genommen." Die Gewerkschaft habe bereits über ein "Schwarz- bzw. Weißbuch" nachgedacht. "Das halte ich für gut. Es ist schon ein Imageverlust, wenn man auf die schwarze Liste kommt", meinte die Vorsitzende des Frauenrings.
"Kein Vertrauen in die Männer-Wirtschaft"
Dass Sanktionen wirken, habe sich zuletzt bei der ebenfalls mit der Gleichbehandlungsnovelle vorgeschriebenen Gehaltsangabe in Stelleninseraten gezeigt. Pölzlbauer pocht auch auf eine 50-Prozent-Frauenquote in Aufsichtsräten sowohl bei staatsnahen Betrieben als auch in der Privatwirtschaft. "Man muss der Qualität eine Chance geben", meinte die Vorsitzende. Gerade in der Wirtschaftskrise müsse man auch den psychologischen Aspekt bedenken, so Pölzlbauer: "Viele haben kein Vertrauen mehr in die Männer-Wirtschaft."
Die "gläserne Decke" sei nach wie vor "sehr dick", hält Pölzlbauer die Aufstiegschancen für Frauen in Führungspositionen weiterhin für gering: "Der Großteil der Arbeit wird von Frauen verrichtet, die Aushängeschilder sind jedoch die Männer. Die Seilschaften der Mächtigen sind noch immer da."
Der Frauenring hat sich zuletzt in der Diskussion um das Pensionsantrittsalter für Frauen eingeschaltet und vehement gegen eine frühere Angleichung ausgesprochen. Zum Frauentag ist zwar keine eigene Veranstaltung des Frauenrings geplant, man sei jedoch auf einigen anderen vertreten, so Pölzlbauer. (APA)
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