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Wien - Die Zahl der Regierungschefinnen in EU-Staaten ist unverändert niedrig: Wie im Jahr davor gab es 2011 drei, nämlich in Deutschland, Dänemark und der Slowakei (11,11 Prozent). In Österreichs Regierung sind nach wie vor sechs der 14 Mitglieder weiblich (42,86 Prozent). Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik führt mit Maria Fekter von der ÖVP eine Frau das Finanzressort. Neu ist ebenfalls, dass mit Gabriela Moser von den Grünen eine Frau den Vorsitz in einem Untersuchungsausschuss innehat.
Laut einer Untersuchung des ÖVP-Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen gab es in Europa einen zahlenmäßigen Rückschritt bei den Staatsoberhäuptern. Während die Zahl der Monarchinnen (drei von sieben) unverändert blieb, hat sich jene der Staatspräsidentinnen drastisch verringert: Gab es im Jahr davor unter den 20 StaatspräsidentInnen noch drei Frauen - in Finnland, Irland und Litauen - so ist es derzeit nur noch eine, nämlich in Litauen. Dies entspricht einem Anteil von fünf Prozent.
Bundesebene
In Österreich blieb der Frauenanteil bei 14 Regierungsmitgliedern mit 42,86 Prozent gleich. Allerdings gibt es unter den Staatssekretären keine Frau mehr. Die Staatssekretäre mit eingerechnet, beträgt der Frauenanteil in der Regierung nur noch 33,33 Prozent (davor: 38,89 Prozent).
Im Nationalrat (51 weibliche Abgeordnete, 27,87 Prozent) und im Bundesrat (19 Bundesrätinnen, 30,65 Prozent) hat sich der Frauenanteil kaum verändert. Im Europäischen Parlament ist der Anteil der Österreicherinnen hingegen gesunken von 41,18 auf 31,58 Prozent. Zurückzuführen ist dies auf den Ersatz einer Frau durch einen Mann sowie die Aufstockung der österreichischen Europaabgeordneten von 17 auf 19, wobei ausschließlich Männer entsandt wurden. Zur Zeit sind sechs der 19 EU-MandatarInnen Frauen.
Landes- und Kommunalebene
Betrachtet man die Landesregierungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier sind 23 der 72 Mitglieder Frauen (31,94 Prozent). Nach wie vor wird lediglich ein Bundesland - Salzburg - von einer Landeshauptfrau geführt. In den Landtagen sind 134 der 448 Abgeordneten weiblich (29,91 Prozent).
Auf Kommunalebene gibt es 117 Bürgermeisterinnen, allerdings wird nur noch eine Landeshauptstadt - Innsbruck - von einer Bürgermeisterin geführt. Der Großteil der Bürgermeisterinnen, nämlich 101 (86,32 Prozent), amtiert in Gemeinden mit weniger als 5.000 EinwohnerInnen. Insgesamt beträgt der Anteil der Ortschefinnen nur knapp fünf Prozent. 117 von 2.357 AmtsinhaberInnen sind damit weiblich. (APA)
Info:
Das Institut für Parlamentarismus und Demokratiefragen ist eine wissenschaftliche und zugleich praxisorientierte Einrichtung mit Sitz im Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei im Österreichischen Parlament. Im Vorstand befinden sich mit der Vizepräsidentin und der Schriftführerin zwei Frauen von insgesamt vier Personen. Hingegen sind von den sechs Mitgliedern, sechs männlich.
Link:
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