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Diane Ducret: "Die Frauen der Diktatoren", Ecowin-Verlag, EUR 24,90
ISBN: 978-3-7110-0020-0
Was der Buchmarkt alles aus dem Thema "Frau" herausholt, es ist schon erstaunlich! Die Frauen zugetragene Ratgeberliteratur in Form von Karriere-Know-How, Liebes-Know-How oder eben beides zusammen überwuchert schon seit Jahrzehnten die Buchhandlungen. Ein Einbruch bei diesem sich immer wieder erneuernden Segment ist nicht abzusehen.
Gemeinsam ist diesen Büchern die psychologische und emotionale Ausrichtung. Die qualitativen Seiten des "Frau-Seins" werden in diesen Werken aufpoliert. Mit der richtigen Taktik muss Frau der gemeinhin höher bewerteten "Rationalität" der Männer in nichts nachstehen, ist dort nachzulesen.
Auch Frauen sind böse?
Doch die Betrachtung der Welt samt Handlungsanleitung entlang "Weiblichkeit" und "Männlichkeit" provoziert noch weitere zweifelhafte Buchideen: Wenn wir uns schon seit Jahren fragen, wie Frauen an der Gestaltung der Welt teilhaben können, wie sieht es dann mit der Teilhabe von Frauen am Bösen in der Gesellschaft aus?
"Die Frauen der Diktatoren" heißt ein aktuelles Exemplar, das die Ausschlachtung der Kategorie "Frau" fortschreibt. Die französische Journalistin Diane Ducret konnte mit diesem Buch in Frankreich einen Bestseller landen, seit kurzem liegt es auch auf Deutsch vor. Ducret nimmt sich darin die Verehrerinnen von acht Diktatoren vor: Wer waren die Frauen, die Mussolini, Lenin, Stalin, Salazar, Bokassa, Mao, Ceausescu und Hitler liebten? Welche Rolle spielten die liebenden Frauen in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts?
Das Buch beginnt mit einer Flut von Liebesbriefen an Adolf Hitler - einem nach dem anderen, unterbrochen von kurzen Interpretationen der Autorin in der Art: "Für die deutschen Männer mag er der neue Reichskanzler sein. Die deutschen Frauen sahen in ihm den Hoffnungsträger, den Übermenschen." Sätze wie diese schieben sich zwischen die liebeskranken Briefe und lassen eine mit der Frage zurück, was die Autorin damit eigentlich sagen will. Dass letztlich die überhöhte (erotisierte) Begeisterung von Frauen Hitler zu einem Aufstieg verhalf, der mit dem kühlen männlichen Blick rein aufs Politische nicht möglich gewesen wäre? Dass es eine Überraschung ist, dass auch Frauen Nazis waren (was natürlich keine ist)? Oder geht es um die suggerierte Einsicht, dass Frauen die "leidenschaftlicheren" Nazis waren?
Erstens: Frauenherzen erobern
Dieselbe Chose folgt dann bei allen anderen Diktatoren mit der alle Seiten durchdringenden Aussage, dass sie "auf dem Weg zur Macht vor allem die Frauenherzen gewinnen mussten". Eine konsistente Grundaussage von "Die Frauen der Diktatoren" wird an keiner Stelle vorgetragen, vielmehr wird immer deutlicher, dass sich diese Publikation einer simplen und konstruierten Skandalisierung verdankt: Frauen liebten Hitler! Oder Stalin! Oder Mussolini!
Das Buch meint hier eine Erkenntnis zu bieten, die beileibe keine neue ist. Die Forschung hat längst gezeigt, dass Frauen nicht weniger als Männer für den Nationalsozialismus glühten. Niemand würde ernsthaft behaupten - weder HistorikerInnen noch Feministinnen -, dass Frauen per se die besseren Menschen waren und sind, weniger rassistisch oder schwerer für totalitäre Regime zu begeistern.
"Ob es uns gefällt oder nicht"?
Aber nicht genug, dass uns längst Bekanntes und Erforschtes als Neuigkeit verkauft werden soll. Dazu gesellen sich noch die kruden Annahmen der Autorin über das scheinbar vorherrschende Frauenbild: "Ob es uns gefällt oder nicht, tausende Frauen boten dem Führer und Verführer eine Heirat, ein gemeinsames Kind oder gleich ihr Leben an, ohne ihn je persönlich kennen gelernt zu haben." Ducret scheint also davon überzeugt zu sein, dass alle Welt in Frauen nur das Gute und Wahre sieht.
Das i-Tüpfelchen ist schließlich, wie für die Autorin das Böse in den Frauen vorstellbar wird. Nicht weil sie sich für bestimmte Ideologien begeisterten oder vielleicht selbst machthungrig waren, nein. Sie folgten den Diktatoren, weil ihnen ihre Hormone schlichtweg keine andere Wahl ließen. Und dank der unkontrollierbaren Gefühle von Frauen hatten Stalin und Hitler leichtes Spiel. Die Männer waren somit aus politischen Gründen böse, die Frauen aus emotionalen.
Alle möglichen Bücher werden unter dem Fokus des sogenannten Frauenaspektes auf den Markt gebracht, und oft ruft das wenig Gutes, Neues oder Hilfreiches hervor. Doch die Kombination der Kategorie "Frau" mit einem derart jenseitigen Frauenbild, wie es in "Die Frauen der Diktatoren" vermittelt wird, erreicht eine neue Dimension. (beaha, dieStandard.at, 7.3.2012)
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Der Kommentator scheint nur die Einleitung und das erste Kapitel gelesen zu haben.
Das Buch ist sicher nicht Unterhaltungsliteratur.
Es zeigt ein dehr differenziertes Bild und auch den großen Einfluß der diversen Dikatorenfrauen. Insbesondere das Kapitel über Jiang Qing und Elena Ceausescu zeigen auf welche maßgeblichen Einfluß die Frauen auf Kulturrevolution und politische Säuberungen hatten.
1) "Die Forschung hat längst gezeigt, dass Frauen nicht weniger als Männer für den Nationalsozialismus glühten."
2) "Sie folgten den Diktatoren, weil ihnen ihre Hormone schlichtweg keine andere Wahl ließen." (sehr skeptisch)
Beim Thema "Nationalsozialismus und Frauen" ist die Forschung gut genug um damit zu argumentieren, damit man das Buch ein bisschen lächerlich machen kann. Dort wo es um Frauen und deren Hormone geht, hat man plötzlich von "Wissenschaft" noch nie etwas gehört. Wikipedia (goo.gl/hzKdN) sagt: Das[...]Interesse von Frauen an älteren Männern[...]wird durch die ökonomische Absicherung erklärt[...]Studien zeigen die Präferenz von Frauen an Männern mit sozialem Status und Potential sowie finanzieller Viabilität
...je nach Bedarf sind Frauen selbstbestimmte, rationale Wesen, die einem Diktator nachlaufen, weil sie gemeinsame Werte teilen (was ich bezweifle), und dann sind sie die Opfer der Werbeindustrie, die ihnen vormacht, dass sie schlank sein muessten (das ist nur ein Beispiel, das aber zeigt, dass hier ganz offensichtlich die Frau als nicht selbstbestimmt, sondern abhaengig von Werbeplakaten, definiert wird).
Die Wahrheit wird wohl wie so oft in der Mitte liegen (gilt auch fuer Maenner). Mich aergert immer nur, dass eben je nach Bedarf das eine oder andere Extrem hervorgeholt wird, wie es gerade passt...und das kann man durchaus als Manipulation bezeichnen.
1. klare sache frauen sind nciht wegen ihrer hormone glühende nazis gewesen sodnern aus dem gleichen grund wie männer weil sie genauso dumm und intolerant sein können wie diese!
ABER
2. es ist nicht von der hand zu weisen, dass sich viele frauen von "arschlöchern" angezogen fühlen...wir kennen das alle oder? leibe nette mädels mit riesen arschlöchern zusammen, die sie schlagen und missahandeln in allen schattierungen und abstufungen...
wieso sollte dies bei einem hitler nicht zutreffen?
frauen lieben arschlöcher --> hitler war ein riesen arschloch (noch dazu eine reiches und mächtiges arschloch...was ja auch nicht unbedingt nutzlos ist bei der brautschau ^^)
denek ich v.a. daran, wieviele Frauen Massenmörder anbeten, dann ist bei aller berechtigter Kritik an Mdme Ducruets Buch Deine Theorie nicht von der Hand zu weisen.
Z.B. um diesen Zurwehme prügelten sich 15 Frauen, um ihn heiraten zu dürfen. Und auch denke ich an die Dame, die mit Jack Unterweger türmte, kommt mir das Grauen.
Zitat:..Am 15. Februar 2001 heiratete Zurwehme eine Kellnerin aus dem Berliner Bezirk Spandau...
http://de.wikipedia.org/wiki/Zurwehme
es ist nicht von der hand zu weisen, dass männer meist die optik vor die "macht" stellen und umgekehrt.
beispiel: ein mann verlässt seine 40 jährige berufstätige frau sofort für eine jüngere, auch wenn die keine kohle hat
umgekehrt gibt es deutlich mehr frauen die einen hässlichen mann akzeptieren wenn dieser genug "sicherheit" beiten kann..
ob das von den genen oder aus der gesellschaft kommt oder beides...das will ich nicht beurteilen, aber ich fidne es ist nciht von der hand zu weisen!
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