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Ulm - Beim insolventen Drogeriekonzern Schlecker haben am Dienstag die Verhandlungen über die geplanten Massenentlassungen begonnen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und die Gewerkschaft Verdi nahmen dazu in Ulm ihre Gespräche auf, wie eine Verdi-Sprecherin bestätigte. Das erste Treffen habe vor allem der Sondierung gedient, da bei den Verhandlungen zahlreiche Themen abgearbeitet werden müssten. Demnach wird es um Filialschließungen, das Sanierungskonzept, eine mögliche Transfergesellschaft, die Tarifverträge sowie weitere Themen gehen.
Bei den Unternehmens-Ketten Anton Schlecker und Schlecker XL sollen insgesamt fast 12.000 Mitarbeiterinnen entlassen werden. Betroffen sein werden vor allem Verkäuferinnen der Drogeriemärkte. Um Solidarität mit Schlecker-Frauen zu demonstrieren, hat die Gewerkschaft für Donnerstag zu deutschlandweiten Aktionen aufgerufen. "Es kann nicht sein, dass nun die Frauen die Zeche für das Missmanagement des Arbeitgebers bezahlen müssen", erklärte die stellvertretende Landesbezirksleiterin für Baden-Württemberg, Dagmar Schorsch-Brandt.
Transfergesellschaft geplant
Schlecker hat im schwäbischen Ehingen seinen Hauptsitz. Weil es aber in ganz Deutschland zu Entlassungen kommen werde, solle Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Einrichtung von Transfergesellschaften für Betroffene koordinieren, forderte am Dienstag die baden-württembergische Arbeitsministerin Katrin Altpeter (SPD). Bei ähnlichen Insolvenzfällen habe das Ministerium dies übernommen. "Ich habe deshalb heute Vormittag bereits die Bundesarbeitsministerin angeschrieben mit der Bitte, dass sie hier die Koordination zwischen den Ländern übernimmt", sagte Altpeter.
Von der Leyen selbst hatte am Wochenende den Aufbau einer Transfergesellschaft befürwortet. Dort könnten von Entlassung betroffene Mitarbeiterinnen gezielt weitergebildet und bestenfalls in neue Jobs vermittelt werden.
In einer Transfergesellschaft lässt sich der Beginn der Arbeitslosigkeit um bis zu ein Jahr hinauszögern. Die Beschäftigten erhalten bis zu hundert Prozent ihres alten Lohns - das Transferkurzarbeitergeld, das etwa so hoch ist wie das Arbeitslosengeld, und manchmal eine Aufstockung vom entlassenden Unternehmen.
Ende Jänner hatte Schlecker Insolvenz angemeldet. Die nach Filialen größte Drogeriekette Deutschlands machte zuletzt deutliche Verluste. Allein 2011 lag laut Geiwitz das Minus des vom Kaufmann Anton Schlecker gegründeten und bis zuletzt geführten Unternehmens bei über 200 Millionen Euro. Der Insolvenzverwalter hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die massenhaften Entlassungen sowie die Schließung von bis zu 2.400 Filialen unumgänglich seien, um den Konzern zu retten. (APA)
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