"Vergewaltigungsopfer bekommen dieses Forum nicht"

12. März 2012, 11:33

Freispruch hin oder her: Cambridge-StudentInnen demonstrierten lautstark gegen "geschmacklose" Einladung des Ex-IWF-Chefs in Debattierclub

Cambridge - Ein Auftritt des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn ist an der britischen Elite-Universität Cambridge von heftigen Protesten begleitet worden. Rund 200 wütende StudentInnen riefen "DSK, hau ab!" und "Schäm dich!" vor dem Ort der Veranstaltung, bei der Strauss-Kahn über die Weltwirtschaft sprach. 

"Vergewaltigungsopfer bekommen dieses Forum nicht", stand auf einem der Spruchbänder. Wegen des Sprühens von Graffitis wie "Frauen haben etwas besseres verdient" wurden zwei Menschen festgenommen. Der 62-jährige Franzose sei bereits mehrfach beschuldigt worden, Frauen belästigt zu haben, sagte ein Student. Ihn einzuladen, sei "geschmacklos", ergänzte er.

DSK in Sicherheit gebracht

Es kam zum Handgemenge mit der Polizei, als einige Protestierende über eine Absperrung zum Debattierclub Cambridge Union klettern wollten. Die Protestrufe waren auch im vollbesetzten Saal des Debattierclubs zu hören. "Sie können tun, was sie wollen - ich denke, sie haben Unrecht", kommentierte Strauss-Kahn nach Angaben eines Teilnehmers die Demonstration. Die strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn seien in New York fallengelassen worden, betonte er. Strauss-Kahn wurde nach dem Verlassen des Gebäudes in einem Polizeiauto vor den wütenden DemonstrantInnen in Sicherheit gebracht. 

Zivilverfahren läuft

Strauss-Kahn war im vergangenen Jahr als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung eines Hotel-Zimmermädchens in New York festgenommen worden war. Ein Strafverfahren stellte die US-Justiz im August ein, da Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufgekommen waren. Ein zivilrechtliches Verfahren läuft aber noch.

Qualifikation rechtfertige Einladung

Der Anwalt des Zimmermädchens verurteilte den Auftritt in Cambridge. "Das ist ein Affront für alle Opfer von Sexualstraftaten", sagte er vor rund hundert StudentInnen in Cambridge. Er verlas auch eine Erklärung der französischen Autorin Tristane Banon, die Strauss-Kahn ebenfalls einen Vergewaltigungsversuch vorwirft. Sie habe "naiverweise" angenommen, jemand wie Strauss-Kahn werde nicht mehr zu Vorträgen eingeladen, hieß es darin. Der Debattierclub verteidigte dagegen die Einladung Strauss-Kahns. Dieser sei "außerordentlich gut qualifiziert", um über ökonomische Themen zu sprechen. (APA, 10.3.2012)

so ekelhaft der kerl auch ist , aber für sex bezahlen ist keine vergewaltigung. und wenn ein 62 jähriger versucht eine junge frau zu vergewaltigen und die sich wehrt will ich nicht wissen wie das für den kerl ausgeht...

so ein blödsinn

ein 62j muß nicht alt und schwach im bett liegen und sich nicht mehr bewegen können.
warum soll ein 62j nicht eine junge frau überwältigen können?

ich glaube du solltest auch mal mit älteren menschen zeit verbringen damit sich ein bild über diese alterschicht ändert.

Freispruch hin oder her

Klingt nach Rechtsverständis a la Alice Schwarzer.

Wenn man meint zu wissen, man ist moralisch im Recht, dann stören so Dinge wie der vermeintliche Konsens von der "Voreherrschaft des Rechts" nur.

wahnsinn

dieser mann ist unschuldig, nix unschuldsvermutung und wird behandelt wie ein schwerverbrecher.
der gipfel ist aber: "Sie können tun, was sie wollen - ich denke, sie haben Unrecht" von welch unendlicher blödheit dieser spruch getragen ist kann man garnicht beschreiben!

na und

bei uns wird ein opfer wie ein schwerverbrecher behandlet von teilen der öffentlichkeit - siehe frau kampusch.

hier gibt es zumindest hinweise drauf, daß er anderen menschen etwas angetan haben könnte.

"der gipfel ist aber: "Sie können tun, was sie wollen - ich denke, sie haben Unrecht" von welch unendlicher blödheit dieser spruch getragen ist kann man garnicht beschreiben!

da stimm ich ihnen zu. SIe haben glaube ich aber übersehen, dass der Satz von DSK kommt.

So viel Aufregung und so wenig dahinter.

auch zum thema dsk

oh. was für ein zufall. strauss-kahn wohin das auge schaut: ich hab mich heute auch schon selbst mit DSK und einer Opfer-Täter-Debatte auseinandergesetzt. hier: http://aufzehenspitzen.wordpress.com/2012/03/1... tun-haben/
anlass dafür war allerdings meine gestrige abendgestaltung ...

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