"Hat es verdient, als Frau behandelt zu werden"

  • Jenna Talackova, unfreiwillig zur Antidiskriminierungsikone!
    foto: petiton.org

    Jenna Talackova, unfreiwillig zur Antidiskriminierungsikone!

In Kanada gehen die Wogen hoch wegen einer transsexuellen Schönheitskönigin, die vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde

Montreal - In Kanada darf eine Transsexuelle nicht an der Wahl zur Miss Universe Canada teilnehmen. Laut einer Stellungnahme von "Miss Universe Canada" wurde die junge Frau disqualifiziert, weil sie nicht den Anforderungen einer Teilnahme entspräche.

OP mit 19 Jahren

Jenna Talackova gab in einem Interview aus dem Jahr 2010 bekannt, dass sie bereits seit ihrem 15. Lebensjahr eine Hormontherapie mache, mit 19 folgte dann die geschlechtsanpassende Operation. Sie habe bereits als kleines Kind gewusst, dass sie im falschen Körper geboren sei, betont die heute 23-Jährige.

Großes Medienaufsehen

Ihr Ausschluss aus dem nationalen Wettbewerb hat für großen Aufsehen in kanadischen und US-Medien gesorgt. Auf der Petitionsplattform change.org wurde bereits ein Papier veröffentlicht, das die Teilnahme Talackovas an dem Event einfordert. "Sie ist eine Frau und verdient es, so behandelt zu werden, wie jede andere Frau", heißt es in dem Papier - eine unfreiwillig komische Formulierung angesichts der frauenfeindlichen Ausrichtung solcher Veranstaltungen.

Die AktivistInnen verweisen darauf, dass weder eine Geschlechtsumwandlung noch kosmetische Chirurgie von der zuständigen Organisation als Ausschließungsgrund angegeben worden sei. In der Zwischenzeit haben bereits mehr als 30.000 Menschen die Petition unterschrieben.

Talackova "tief bewegt"

Talackova äußerte sich bisher noch nicht persönlich über den Fall. Sie hat aufgrund des großen medialen Interesses inzwischen einen PR-Berater an ihrer Seite. Rory Richards betonte in einer ersten Stellungnahme, dass seine Klientin "tief bewegt" sei von der Unterstützung, die sie aus aller Welt erhalte. Es freue sie besonders, dass so viele KanadierInnen stolz darauf wären, wenn sie Kanada bei der Miss Universe Wahl vertreten würde. Sie wolle einstweilen ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen (red, dieStandard.at, 27.3.20012)

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