Entschädigungen für Vergewaltigungsopfer gefordert

Amnesty International kritisiert die fehlende Hilfe für Frauen und Mädchen, die während des Bosnien-Kriegs vergewaltigt wurden

Berlin - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Entschädigungen für Frauen und Mädchen gefordert, die während des Bosnien-Kriegs der Jahre 1992 bis 1995 vergewaltigt wurden. "Fast 20 Jahre nach dem Ende des Kriegs müssen Hunderte Frauen allein mit den Folgen ihrer Vergewaltigung zurechtkommen", erklärte Amnesty-Balkanexperte Christoph Kamphusmann am Donnerstag. Die Opfer erhielten nicht die Unterstützung, die sie benötigten, "um ihr zerstörtes Leben wieder aufzubauen".

Die meisten Täter seien zudem nie vor Gericht gebracht und bestraft worden, kritisierte Kamphusmann. Nach Angaben von Amnesty flohen während des Kriegs in Bosnien-Herzegowina tausende Frauen und Mädchen nach Tuzla im Nordosten des Landes. Viele von ihnen seien nach dem Ende des Konflikts dortgeblieben und lebten bis heute ohne Unterstützung am Rand der Gesellschaft. Die bosnische Regierung müsse endlich für eine angemessene Versorgung der Opfer und eine wirksame Strafverfolgung der Täter sorgen, forderte Amnesty. (APA, 29.3.2012)

Share if you care
Heute ist forumfreier Tag auf dieStandard.at.