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Und noch eine Reaktion auf die Gender Pay Gap-Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Profil": In einem Offenen Brief richtet sich die Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft Ingrid Nikolay-Leitner an die zuständigen Autoren. Lesen Sie selbst:
Sehr geehrte Herren Redakteure Bauer und Treichler!
Wir sind sie ja seit langem gewöhnt - die Trolle von "dieStandard.at", die auf jede Meldung im Bereich der Gleichbehandlung mit einem stereotypen "alles nicht wahr" reagieren.
Neu ist, dass sie sich als Profil-Redakteure tarnen ...
Was ExpertInnen am Artikel "Mit List und Lücke" sofort auffällt, ist die schlechte Recherche:
Nur ein Beispiel: Das Gleichbehandlungsgesetz für die private Wirtschaft gilt in Österreich seit 1979.
Die Gleichbehandlungsanwaltschaft gibt es seit mehr als 20 Jahren, sie wurde aber nicht kontaktiert. Das Risiko, Fakten zu erfahren, war wohl zu groß.
Richtig ist, dass Diskriminierung in der Praxis oft nicht sofort ins Auge springt. Wer sie nicht sehen will, findet im Einzelfall immer irgendwelche Gründe, warum das Gehalt einer Frau niedriger ist. Die Tätigkeitsberichte der Gleichbehandlungsanwaltschaft sind voll mit Beispielen struktureller Selbstverständlichkeiten (von der Vordienstzeitenanrechnung über die Einstufung, Leistungsbewertung und Zulagen, bis zum Verhandlungsspielraum für Spitzenpositionen), bei denen viele Menschen nicht an Diskriminierung denken, obwohl sie gerade geschieht.
Auch vor 20 Jahren waren viele ArbeitgeberInnen davon überzeugt, es gäbe in ihrem Unternehmen keine Entgeltdiskriminierung. Die Einkommensberichte werden diese Überzeugung nicht sofort aus der Welt schaffen können, sie werden aber mit Sicherheit die innerbetriebliche Diskussion anregen und Anlass sein, Fragen zu stellen: Beispielsweise Fragen danach, in welchen Einstufungen sich Männer und Frauen finden, nach Zulagen und Boni oder nach der auch im Artikel zitierten unterschiedlichen Abgeltung von Mehrdienstleistungen.
Schade um die Chance, in einem großen Magazin die Frage zu stellen, wie und wo Diskriminierung entsteht und was wir alle zu gleicher Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit - denn um die geht es vor allem - beitragen können.
Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Nikolay-Leitner
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ist bei lektüre einschlägiger diestandard-artikel jedenfalls bei null
wo sind sie denn, die "fakten"?
di realen zahlen, und zwar belastbare, daß männer und frauen für dieselbe tätigkeit je nach geschlecht unterschiedlich bezahlt werden?
aber klar, wenn "Vordienstzeitenanrechnung über die Einstufung, Leistungsbewertung und Zulagen, bis zum Verhandlungsspielraum für Spitzenpositionen" als diskriminierung und zwar nur als solche gesehen werden...
"die Trolle von "dieStandard.at", die auf jede Meldung im Bereich der Gleichbehandlung mit einem stereotypen "alles nicht wahr" reagieren.
Neu ist, dass sie sich als Profil-Redakteure tarnen ..."
Unglaublich wie sich die Frau Gleichbehandlungsanwältin im Ton vergreift.
Aber es wird auch einiges erklärt:
"struktureller Selbstverständlichkeiten (von der Vordienstzeitenanrechnung über die Einstufung, Leistungsbewertung und Zulagen, bis zum Verhandlungsspielraum für Spitzenpositionen)"
Ja, Arbeitnehmer behandeln oft Ihre MitarbeiterInnen schei*e!
Das gilt für Männer und Frauen.
Aber wenn Frauen schlecht behandelt werden ist das automatisch sexuelle Diskriminierung.
Alle klar.
dass Gleichbehandlung verhandelbar sein könnte?
Spätestens wenn arbeitnehmerin draufkommt, dass sie entgeltlich diskriminiert wird, hat arbeitgeberin ein Problem... ich verweise auf Arbeitsverweigerung und innerliche Kündigung.
Diese Entgeltsdiskriminierungen sind idR von Arbeitgeberinnenseite unbeabsichtigt, da den Leuten in den Leitungspositionen sehr wohl bewusst ist, dass damit ein enormer wirtschaftlicher Schaden für die Bude entstehen kann.
ma lustig - und wenn u.a. die AK per "AK für Sie"
http://ftp01.edvgnet.at/ftp1/akwi... er_sie.pdf
von 40% weniger Einkommen "berichtet" hört man
von der werten dame kein wort von schlechter
recherche...
@fakten: ja, wo sinds denn die frauen, die trotz
gleicher ausbildung, gleich langer betriebszugehörigkeit, usw...
25% weniger verdienen?
und eine frage wurde auch noch nie beantwortet:
warum sollte man noch männer einstellen, wenn
frauen dieselbe arbeit um ein viertel günstiger erledigen?
Gell, das hat wehgetan, das im profil zu lesen. Jetzt ist profil auf einmal ein Männermagazin.
Vor einem Monat, als Profil die ersten Feministinnen Österreichs auf mehreren Seiten beschrieb, hat niemand gesagt, profil wäre ein Frauenmagazin.
Männer sind anders als Frauen und Frauen sind anders als Männer. Und Feministinnen sind anders als Frauen und Männer.
Die drei Reaktionen auf diestandard bestätigen eindrucksvoll das Klischee von Leuten, die nichts gelten lassen außer das ewige Dings von den Benachteiligten, die noch tausend Jahre alles aufholen „dürfen müssen“, bevor wir auch nur über eine Angleichung des Pensionsalters reden. Und für die eine abweichende Meinung „heißer Scheiß“ ist. DAS hat weder profil noch Profil.
ich zitiere aus dem profil-artikel:
Die Studienautoren, darunter Christine Zulehner, eine Expertin für feministische Ökonomie, halten fest, dass ein Teil der verbliebenen zwölf Prozent des Gehaltsunterschieds durch Faktoren wie Karrieremotivation und Engagement bedingt sein könnten. Nur für den Rest gilt tatsächlich der Verdacht auf Frauendiskriminierung.
...
Man sieht: Von den 25 Prozent Lohnunterschied ist die Realität weit entfernt, die Wahrheit ist einstellig."
also:
einstellig ist immer noch zu viel. aber ich bleibe bei meiner hier oft geäusserten überzeugung, dass es in etwa ab meiner generation keine auf diskriminierung basierenden gehaltsunterschiede mehr gibt. es sei denn, man wertet babypausen als diskriminierend.
die eigentlich zu führende diskussion ist darüber zu führen, warum bestimmte, gesellschaftlich enorm wichtige berufe verhältnismässig schlecht bezahlt sind und warum in diesen berufen überdurchschnittlich viele frauen arbeiten.
aber eine unwahrheit kann nicht ausgungspunkt einer problemlösung sein. und die ständig getrommelten 25% sind eine (bewusste) unwahrheit...
diestandard stellt sich genauso wie das frauennetzwerk ziemlich bloß wenn so gegen den profilartikel opponiert wird ohne auf die faktenlage einzugehen.
dass die propagierte realität nicht mit individuellen erlebnissen vereinbar war wurde immer mit einzelfällen abgetan.
unterm strich bleibt einfach, dass der gender-pay-gap in dieser form nie existierte- aber davon leben (wie auf diestandard) sehr viele frauen mittlerweile sehr gut und jetzt folgt natürlich der aufschrei der getroffenen...
Leider hast Du Dich von einer liebenswerten ÖH-Mitarbeiterin, als der ich Dich als Sonderprojektsverantwortlicher (Nr. 47) kennen und schätzen gelernt habe, zu einer Amtsperson im schlechtesten Sinn des Worte verformt.
Schade.
Ich dachte eigentlich immer, dass es bei der Gender-Pay-Debatte um die Forderung "Gleiches Geld für gleiche Leistung" gehe. Nun musste ich lesen, dass im öffentlichen Dienst ein Abstand von 15,7 % behauptet wird. Es ist aber im öffentlichen Dienst einfach nicht möglich, dass eine Frau in gleicher Gehaltsstufe und Funktion (gleiche Leistung) weniger Verdient als ein Mann. Somit wird da irgendetwas anderes gemessen. Vielleicht Teilzeit (im öffentlichen Dienst nur über Antrag des Arbeitnehmers!) oder historische Strukturen die keine aktuellen Entwicklungen wieder geben (mehr alte hohe Beamte; heute ist bei gleicher Eignung die Frau vorzuziehen). Es geht eher um willkürliche Durchschnittswerte, um statistische Tricks, denn um Gleichbehandlung.
Bitte lesen sie sich die Artikel und Berichte zumindest genauer durch. Klar ist vor allem im öffentlichen Dienst theoretisch kein Unterschied mehr festzumachen. Aber, es gibt auch dort genügend Sonderverträge, die nicht offiziell angegeben werden. Dort können noch sehr wohl "freie" Entlohnungen festgesetzt werden.
Zweitens geht es genau um die Verteilung der Teilzeit. Bin selber im öffentlichen Dienst und sehe wieviele Männer in gleichen oder auch ähnlichen Segmenten fast ausschließlich Vollzeit und wieviele Frauen in Teilzeit sind. Das schon abzüglich der "Gewollten". Abgesehen davon, wieso braucht es um diese Gleichbehandlung auf dem Papier herzustellen, eigens dafür eingerichtete Stellen (AKG).
Aber es ist schon entscheidend, dass Frauen nicht weniger Geld für die gleiche Leistung bekommen, wie oft behauptet wird (z.B. auch in der Zeit im Bild), sondern, dass sie aufgrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen weniger und in weniger anspruchsvollen Jobs arbeiten und deshalb durchschnittlich weniger verdienen. Denn für die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen tragen die Frauen die gleiche Verantwortung wie die Männer. Solange Frauen z.B. die wirtschaftliche Hauptverantwortung für die Familie beim Mann sehen, werden Männer durchschnittlich immer mehr verdienen (müssen).
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