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Wien - Die englisch-österreichische Kulturwissenschafterin und Wissenschaftspublizistin Hazel Rosenstrauch erhält den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung, die im Zwei-Jahres-Rhythmus abwechselnd mit dem Staatspreis für Literaturkritik vergeben wird, soll im November überreicht werden, teilte Kulturministerin Schmied mit.
Rosenstrauch sei eine Kulturpublizistin "von großer intellektueller Unabhängigkeit und scharfem Verstand, fundiert, unerschrocken, nicht zu vereinnahmen", begründete die dreiköpfige Jury die Entscheidung. Hazel Rosenstrauch, 1945 als Tochter exilierter österreichischer Kommunisten in London geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Freien Universität Berlin. Anschließend promovierte sie am Institut für Empirische Kulturwissenschaften an der Universität Tübingen mit einer sozialgeschichtlichen Studie über den Buchhandel im 18. Jahrhundert. Sie war journalistisch tätig, u.a. beim Bayrischen Rundfunk, kuratierte Ausstellungen und schrieb zahlreiche Beiträge für Zeitschriften und Zeitungen. Seit 2007 lebt sie als Autorin, Lektorin und Moderatorin in Berlin.
"Präzise Beobachtung und Sprache"
Mit Rosenstrauch werde eine Frau geehrt, die "mit ihrem reichhaltigen Werk (...) wichtige Beiträge geliefert hat, die auch für Österreich bis heute Gültigkeit besitzen", erklärte Schmied. "Ihre Publizistik ist breit gefächert und von dem deutlichen Impuls getragen, Bewegung in gemütliche Denkstuben zu bringen", ergänzte die aus Walter Famler, Angelika Klammer und Ernst Strouhal bestehende Jury. "Dies gelingt durch präzise Beobachtung und Sprache, und sie tut dies mit klugem Engagement, argumentativer Klarheit und einem über all die Jahrzehnte nicht nachlassenden Qualitätsanspruch."
In ihren Publikationen setzte sich Rosenstrauch auch immer wieder mit den jüdischen Wurzeln auseinander. Zu den Veröffentlichungen zählen u.a. "Aus Nachbarn wurden Juden" (1988), "Beim Sichten der Erbschaft - Wiener Bilder für das Museum einer untergehenden Kultur" (1994), "Die Grazie der Intellektuellen" (1995), "Wahlverwandt und ebenbürtig. Caroline und Wilhelm von Humboldt" (2009) und "Juden Narren Deutsche" (2010). Bisherige Träger des Staatspreises waren Karl-Markus Gauß, Konrad Paul Liessmann, Robert Menasse, Adolf Holl, Peter Huemer, Paul Lendvai, Robert Misik und Ernst Strouhal. (APA, 14.4.2012)
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