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Die Philosophie Magazin kostet 6 Euro und erscheint alle zwei Monate.
Für PhilosophiestudentInnen ist das noch recht junge "Philosophie Magazin" wohl nicht gedacht, kostet es in Österreich doch stolze sechs Euro. Laut Eigenbeschreibung will das Magazin ohnehin eher ein "breites, nichtakademisches Publikum" erreichen, eines, das sich trotz Job mal gänzlich unpraktischen Dingen zuwenden will.
Seit Ende letzten Jahres erscheint das Philosophie Magazin mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, und die gewünschte "breite" LeserInnenschaft könnte sich durch das Ergebnis in den ersten Ausgaben durchaus angezogen fühlen: So braucht es zur Lektüre zwar einerseits keine Philosophie-Dissertation, andererseits schaffen es auch Geistes- und SozialwissenschafterInnen abseits der üblichen Verdächtigen ins Heft. Gut, das große Interview in Heft 2 mit Slavoj Žižek ist vielleicht nicht das beste Beispiel, obwohl es dank eines kleinen Rollentausches lesenswert ist: Žižek sorgte ganz allein für einen reißerischen Unterton, während sich die interviewenden JournalistInnen um Ernsthaftigkeit und Genauigkeit bemühten. Dass mal der Interviewte selbst verkürzt und überspitzt, und die JournalistInnen immer wieder um Differenzierung bitten - das gibt es auch nicht oft zu lesen.
Doch was die sonst im Philosophie Magazin vorkommenden Personen betrifft, ist das Heft immerhin schon drei Ausgaben lang ohne Peter Sloterdijk, Richard David Precht oder Konrad Paul Liessmann ausgekommen. Natürlich sind auch Axel Honneth, Ernst Tugendhat, Elisabeth Badinter oder Barbara Vinken keine Unbekannten, doch wenn sie medial auftreten, dann tun sie das immer in Zusammenhang mit spezifischen Themen und nicht als KommentatorInnen zu irgendwie allem. Diese Auswahl ist ein deutlicher Pluspunkt für das Heft.
Unmoralische Männer?
Der Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe ließ es aber nochmal spannend werden, welche Richtung das noch junge Magazin im hart umkämpfen Zeitungsmarkt einschlagen wird. "Sind Frauen moralischer als Männer?" fragt der Schwerpunkt in der März/April Ausgabe. Mit Magazin-Titeln, die sich der Differenz der Geschlechter hingeben, haben Feministinnen so ihre Erfahrungen, denn nur äußerst selten stellen sich die dazu produzierten Artikel als differenziert und informiert heraus. Gerne werden Forschungsergebnisse - etwa aus der Hirnforschung - verkürzt und ohne jeglichen sozial- und geisteswissenschaftlichen Kontext präsentiert, um letztlich sensationslüstern festzustellen, dass Frauen eben doch anders sind.
"Neurosexismus" nennt das die Psychologin Cordelia Fine im Philosophie Magazin Nr. 3, in dem sie die Kontra-Position zur Frage "Von Natur aus gut?" vertritt. Neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse würden oft dafür genutzt, traditionelle Geschlechterverhältnisse zu rechtfertigen, auch wenn viele dieser Forschungsergebnisse nicht haltbar seien. Etwa, wenn es um den Nachweis einer Kausalkette von Hormon-Gehirn-Verhalten geht, womit die Wissenschaft in größte Schwierigkeiten gerät, so Fine. Ihr Konterpart sieht das natürlich anders. Der Evolutionspsychologe Steven Pinker meint sehr wohl eine wissenschaftliche Basis dafür gefunden zu haben, dass Männer aggressiver wären. Ihm sagt die Evolutionsbiologie, dass die Fürsorge der Mütter für die Nachkommenschaft wesentlich ist, für Männer zähle hingegen - wie bei allen Säugetieren - die Multiplizierbarkeit seiner Nachkommenschaft, was ihnen ihr kompetitives Verhalten beschere.
Scharfe Konturen
Auch beim Streitgespräch zwischen der Kulturwissenschafterin Barbara Vinken und dem Theologen und Psychoanalytiker Eugen Drewermann schenken sich die Diskutierenden nichts. Zwei konträrere Meinungen zum Thema "Mutterliebe - angeboren oder kulturelles Konstrukt?" waren wohl nicht zu finden, was ihren Positionen scharfe Konturen verleiht und spannenden Lesestoff bietet.
Sollte die LeserIn schon einmal die Befürchtung gehegt haben, sich für keine anderen Positionen als die eigenen mehr zu interessieren, wird sie durch Gespräche und Pro und Kontras wie diese eines Besseren belehrt. Ebenbürtige DiskutantInnen, die für die Argumentation ihrer Positionen die gleichen Mittel zur Verfügung haben, sowohl im Vorfeld durch ihre Arbeit, als auch in der medialen Verbreitung; unter diesen Bedingungen lassen sich nicht geteilte Einschätzungen gut aushalten. Wenn in anderen Medien Maskulinisten ausgewiesenen Fachleuten unter der Überschrift der Ausgewogenheit gegenübergestellt werden, fehlen genau diese Bedingungen.
Fürsorglichkeit
Das Interview mit der Politologin Joan Tronto beschäftigt sich mit der "Fürsorge". Sie müsse doch endlich auf alles angewandt werden, was tatsächlich fürsorglich ist, so Tronto. Warum wird männlich besetzten Berufsbildern das Etikett der Fürsorglichkeit entzogen? So sei zum Beispiel das Konzept "Polizei" ursprünglich eng mit Vorstellungen verbunden, für eine Gemeinschaft zu sorgen. Dennoch wird es maskulinisiert und militarisiert, kritisiert Tronto. Die Konsequenz sei, dass der Begriff der Fürsorge auf Bereiche eingeschränkt wird, die letztendlich nicht als Arbeit zählen. Sie werde nur noch auf einen persönlichen, privaten Bereich angewandt.
In den USA wird Fürsorge zudem von Konservativen stark dafür instrumentalisiert, auf Eigenverantwortung, auf die moralische Haltung innerhalb der Familie zu verweisen, also immer nur innerhalb des eigenen Lebens. Dieses Prinzip der Eigenverantwortung übersehe aber die gemeinschaftliche Arbeit über die eigene Familie hinaus, die für alle wesentlich, "fürsorglich" sei. Die Ideologien der Eigenverantwortung übersehen völlig, so Tronto, dass in unseren heutigen Gesellschaften niemand imstande ist, ganz auf sich selbst gestellt zu leben.
Die mühsamen Grundsatz-Fragen auf Magazin-Covers darüber, wie sich Männer von Frauen unterschieden, funktionierten bisher ganz gut als Kriterium zum Nichtkauf. Im Falle des Philosophie Magazins kann jedoch getrost zugegriffen werden. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 18.4.2012)
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Ich glaube hier liegt eine Verwechslung vor, Sie meinen nicht »gründlicher«, sondern »gefällt mir besser« oder »passt besser zu meinen persönlichen Vorurteilen«. Ganz davon abgesehen, dass es sich hier um die Vorstellung eines Magazins handelt, der Text also eine ganz andere Zielsetzung hat.
.. die drei bis fünf wichtigsten dinge, die die sozal- und geisteswissenschaften zum wohl der menschheit herausgefunden haben, aufschreiben?
wünschenswert wäre so eine einfache liste, wie sie die naturwissenschaftler haben.
zu welchem Wohl trägt die Wissenschaft bei? Und vor allem, zu welchem UNwohl?
Schuld an der sukzessiven Zerstörung und Einverleibung der Natur hat sicher nicht die (schulisch)ungebildete Menscheit, sondern all jene, die (a la Gott) "die Welt verändern" oder unbedingt etwas "bewegen" mussten.
""technische Errungenschaften" -DIE Standardfloskel, die scheinbar alles rechtfertigt und von jedem Kleingott nachgeplappert wird. Am liebsten würdet ihr die ganze Welt in ein Versuchlabor stecken, wo keine Zeit für Gewachsenes, aber viel Zeit für Gefertigtes bleibt.
Die Frage bleibt wie das "Wohl der Menschheit" zu definieren ist. Misst man es an Glück und Zufriedenheit, dann waren alle technischen Errungenschaften seit Beginn des Patriarchats nur kontraproduktiv. Zumindest ist jeder Mensch einer archaischen Stammesgesellschaft noch heute glücklicher und zufriedener als wir hier in der dekadenten Zivilisation.
"...seien ständig vom Hunger und Hungertod und immer auf der Suche nach Nahrung gewesen…Das nannte man >Subsistenzwirtschaft<. Sie habe ihnen keine Zeit gelassen, eine Kultur aufzubauen…Jäger haben nicht viele Bedürfnisse. Deshalb leben sie in einem gewissen Reichtum. Überwiegend ist heute Marshall Sahlins´ Formulierung akzeptiert, sie seien die erste und eigentlich Überflussgesellschaft gewesen…Folge dieses Überflusses ist der Mangel an Vorratshaltung Technisch wäre sie ihnen möglich gewesen…Aber sie halten sie für überflüssig. Daher die Fröhlichkeit, der man in diesen Gesellschaften begegnet. Sie müssen nicht an das Überleben in der Zukunft denken, planen und vorsorgen, wie Ackerbauern. Sie lebten in den Tag hinein."
Gruß
Die moderne Forschung hat dieses Vorurteil schon lange als Blödsinn entlarvt. Genauer gesagt, war diese These bereits vor 100 Jahren durch nichts begründet, außer der zivilisatorischen Hochnäsigkeit. Im Gegenteil: Keiner konnte je erklären, warum Jägerstämme kaum Proviant mit sich trugen, obwohl sie doch permanent vom Hunger bedroht sein sollen. Heute wissen wir: Weil es schlichtweg keinen Hunger in solchen Stämmen gibt (Hungersnot ist ein Phänomen der Staatenbildung). Das kann man auch heute noch in existierenden Jägerstämmen beobachten. Was das Glück betrifft. Leider habe ich die Studien vergessen, die belegen, dass Stammesmitglieder wesentlich glücklicher sind als Menschen der Zivilisation. Aber....Teil 2
1. Mein Posting war eine trockene Feststellung. Als jemand der in dieser Zivilisation aufgewachsen ist, habe ich keine Lust in eines Stammesgemeinschaft zu wechseln. Ich bin aber auch nicht naiv und weiß, dass diese Gesellschaftsstruktur in den kommenden 15 Jahren mit so extremer Brachialität zugrunde gehen wird, dass alle Katastrophen der Menschheit zuvor, zu Randnotizen degradiert werden.
2. Wäre ein solcher Wechsel in eines Stammesgesellschaft nicht so einfach wie sie sich das vorstellen, da die Staaten dieser Erde auf jedes Stück Land Eigentums-Ansprüche stellen und man archaische Gemeinschaften die letzten 100 Jahre fast überall vertrieben oder "integriert" hat.
Gruß
dann doch nicht in den wald.. doch die verhassten "erungenschaften" der naturwissenschaften (zb handy, notebook etc) nützen und damit präzisest den weltuntergang vorhersagen. auch eine lösung... (btw: manche leben sogar gut davon). alles schlecht machen, immer mehr negativität erzeugen und dazu noch ein bisschen angst... sehr sinnvoll... ob die archaische gesellschaften das auch so machen?
...Ich weiß nicht, was sie permanent in meine Postings hineininterpretieren. Alles was ich sage ist, dass alles im Dasein sein Ablaufdatum hat und das der staatlichen Massenkollektive ist abgelaufen. Dass uns die Katastrophe in den nächsten 15 Jahren ins Haus stehen wird, ist keine Ausgeburt meines Pessismus, sondern kann ich jederzeit (wenn ich mehr als 700 Zeichen zur Verfügung habe) lückenlos belegen und zwar so, dass ihnen nicht einmal mehr ein Hauch von "Ja, aber..." mehr in den Sinn kommt.
Frauen sind anders als Männer.
Männer sind anders als Frauen.
Diesen Unterschied festzustellen ist sehr banal.
Die traditionellen Rollenbilder sind überholt, blödsinnig und schaden der Gesellschaft, überall wo sie noch existieren.
Den Unterschied zwischen den Geschlechtern zu leugnen hat den Frauen geholfen, sich in einer Männerwelt behaupten zu können. Jetzt geht es um Chancengleichheit trotz Unterschiedlichkeit.
Und da ist es wichtig die Eigenschaften aufzuwerten, die eine Frau ausmachen. Gleichberechtigung heißt nicht es gibt 50% Frauen in der "Männerwelt", sondern wir schaffen eine "Menschenwelt". Da müssen Frauen dann auch nicht positiv diskriminiert werden.
So viel zu dem einen Satz.
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