In Rage

18. April 2012, 16:18

In Großbritannien sprießen feministische Gruppen aus dem Boden, um die "Revolution" zu Ende zu führen

In Großbritannien steigt die Zahl der feministischen Gruppierungen quer übers Land. Das sagt zumindest die Online-Plattform "UK Feminista", die diesen Frühling ihren zweiten Geburtstag feiert.

Aktivismus im Aufwind

Seit ihrem Bestehen habe sich die Zahl der Gruppen unter SchülerInnen und StudentInnen enorm gesteigert, so die Betreiberin und Buchautorin Kat Banyard. Mittlerweile gäbe es dutzende Gruppen quer über das Land verstreut. Die Gründe für diese Explosion an feministischen Aktivismus auf der Insel seien vielseitig: Da wären zum einen die sozialen Umwälzungen bedingt durch die rigorose Sparpolitik der Regierung, die in besonderem Maße Frauen treffe.

Doch auch auf kulturellem Gebiet wächst das Bewusstsein. Immer mehr Frauen wollen die zunehmende Sexualisierung des öffentlichen Raumes und die Objektivierung von Frauen nicht mehr hinnehmen. Und zuguterletzt sei es auch eine Frage der medialen Innovationen: Soziale Medien wie Facebook und Twitter ermöglichen es Aktivistinnen auch in den entlegendsten Gebieten Gleichgesinnte zu finden und aktiv zu werden.

Voller Erfolg der "Sufragette-School"

Banyards These, dass es sich beim Feminismus um eine Revolution handelt, die nun vollendet werde, findet breiten Anklang. Mehrere Stories über ihre Aktivitäten im britischen "Guardian" bescheren ihr zusätzlich Reichweite. Im letzten Jahr veranstaltete die Plattform eine Summerschool unter dem Titel "Sufragette-School", bei der sich über 600 Frauen bewarben, aber nur Platz für 400 Teilnehmende war. "Noch vor ein paar Jahren musste ich froh sein, wenn 80 Leute zu einer Veranstaltung kamen", so Banyard. Bei den Workshops geht es darum, Frauen die Vorzüge der "direct action" schmackhaft zu machen und sie mit Tipps zu versorgen, wie sie ihre politischen Überzeugungen in konkrete Aktionen umsetzen können.

In jüngster Zeit hat die weltweite "Slutwalk"-Bewegung gezeigt, dass es feministische Protestformen wieder auf die Titelseiten der Mainstream-Blätter schaffen können. Nacktproteste wie die der ukrainischen Gruppe "Femen" tun ihr übriges, um das Thema Frauenrechte in einem unverbrauchten Gestus erstrahlen zu lassen.

Themen, die bewegen

Bleibt noch die Frage, welche Inhalte die vielen neuen feministischen Gruppen bewegt. Dem Vernehmen nach sind es oftmals Mediendarstellungen von Frauen, die vor allem junge Frauen wieder zunehmend verärgern. Mit der Kritik an Sexualitätsrepräsentationen beschäftigten sich aber auch interessante Projekte von Männern, wie zum Beispiel das "Anti Porn Men Project". Betreiber Matt McCormack Evans sieht in der aktuellen Aktivismus-Welle auch die Zeit für Männer gekommen. "Aktivistinnen wollen heute, dass sich Männer am Kampf für Geschlechtergerechtigkeit beteiligen. Sie haben keine Angst mehr, dass die Männer die Bewegung übernehmen könnten." Im Vordergrund würden die gemeinsamen Ziele und keine wie auch immer geartete "Gatekeeper-Funktion" stehen.

Auf der Homepage von "UK Feminista" wird deren breite politische Agenda und die ihrer MitstreiterInnen sichtbar. Aktuell findet sich dort eine Petition zum Verbot von Werbung für plastische Chirurgie. In einer anderen Stellungnahme fordern sie AktivistInnen dazu auf, bei der bevorstehenden Londoner BürgermeisterInnenwahl die Positionen der KandidatInnen in Sachen Gewaltschutz zu erfragen. Und auch die Sexindustrie bekommt ihr Fett ab: in jüngster Vergangenheit protestierten die Aktivistinnen lautstark gegen die neuerliche Niederlassung des "Playboy Clubs" in London. (red, dieStandard.at, 18.4.2012)

Kommentar posten
23 Postings
"Immer mehr Frauen wollen die zunehmende Sexualisierung des öffentlichen Raumes und die Objektivierung von Frauen nicht mehr hinnehmen"

"In jüngster Zeit hat die weltweite "Slutwalk"-Bewegung gezeigt, dass es feministische Protestformen wieder auf die Titelseiten der Mainstream-Blätter schaffen können. Nacktproteste wie die der ukrainischen Gruppe "Femen" tun ihr übriges, um das Thema Frauenrechte in einem unverbrauchten Gestus erstrahlen zu lassen"

merke: nackte weiber sind pfui, wenn man unterstellen kann, es seien kerle, die sie nackt sehen wollen

nackte weiber sind klasse, wenn sie sich selber ausziehen

ein schelm, wer sich da jetzt was denkt - außer: auf irgendeine art und weise werden schon die männer dran schuld sein. an was auch immer

"Aktivistinnen wollen heute, dass sich Männer am Kampf für Geschlechtergerechtigkeit beteiligen. Sie haben keine Angst mehr, dass die Männer die Bewegung übernehmen könnten."

hier schon

überrascht mich. sonst ist in den letzten jahren eher eine tendenz zurück zu traditionellen rollenmustern wahrzunehmen.

Ja, bringt die Feministische Revolution zu Ende! Dauert sowieso schon viel zu lange, um endlich das zu erhalten, was jeder Frau eigentlich selbstverständlich zustehen würde.

:-)

Der ganz große Standortvorteil der UK-Feministinnen

Die haben dort kein Binnen-I!

Gäähn!

Sonst habens keine Sorgen und die echten Probleme bleiben wieder einmal ungelöst...
Aber gut, wir sind eine pluralistische Demokratie und in England ist durch den Golfstrom das Klima ein bisserl milder, da könnens schon ein bisserl spazieren gehen, während bei uns ab Oktober ja eh' nur ein Blasenkatarrh abzuholen ist, über die 15 Untentwegtinnen in diesem Medium aber ganz sicher berichtet und gepostet wird.

"Sonst habens keine Sorgen und die echten Probleme bleiben wieder einmal ungelöst..."

weil die gleichstellung von frauen unwichtig ist?
und was wären ihrer meinung nach "echte" probleme?

was bitteschön heißt "In Rasche"?

Neue Deutsche Rechtschreibunsch

gemischt mit dem Beschten ausch dem RTL-Naschmittagsprogramm, mann

Gemeint war wohl "in Rage"? Bin gespannt, ob sie das gegebenenfalls als beabsichtigten Spaß zu deklarieren versuchen.

Weiß ich auch nicht. Es war aber der einzige Grund, diesen Artikel anzuklicken. Ich habe eigentlich ein Wortspiel erwartet, aber da war halt nix.

entsprechend obiger Fotos ist vielleicht "in Rüsche" gemeint

obwohl, das Hasenkostüm schaut eher nach Strick aus^^

"In der G'schwind'n" vielleicht ;-)

vielleicht soll's eine verballhornung von "in a rage" sein?

Das ist keine Verballhornung.
Da weiß jemand nicht, wie das Lehnwort "Rage" geschrieben wird.
Diese Seiten sind so peinlich, dass es schmerzt.

du meine güte, Sie hatten recht!

(die headline wurde inzwischen korrigiert)

also DAS hätte ich jetzt nicht gedacht - das ist ja MEHR als peinlich ....

Redaktion dieStandard.at
256
19.4.2012, 08:50
Danke Nick,

Ps: wenn die Schmerzen zu heftig werden, einfach mal Urlaub machen von unseren Seiten!
Lg, die Redaktion

Immerhin geht der Standard mit so was offen um

Ich kenne andere Seiten, die in solchen Fällen den Fehler stillschweigend korrigieren und alle einschlägigen Kommentare löschen.

Aber nicht doch - ich versuche es gerade mit Desensibilisierung. ^^

Er ist/war eben in Rasche

dabei sollte das seit Reidsch Against the Machine jeder kennen^^

jo man ;-)

"And now you do what they told ya, now you're under control"

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.