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Seit der "Duck Sauce"-Hitnummer 2010 dürfte sie auch den Letzten, die sie nicht kannten, ein Begriff sein: Barbra Streisand. Ihr Name steht für eine außergewöhnliche Karriere in der US-Unterhaltungsindustrie, die mit Rekorden nur so gespickt ist: Als Sängerin hat sie weltweit über 140 Millionen Platten verkauft, neun Nummer-eins-Alben in den US-Charts platziert und acht Grammys eingeheimst. Als Filmschauspielerin darf sie einen Oscar als Hauptdarstellerin und als Bühnenkünstlerin den Spezial-Tony-Award als Schauspielerin des Jahrzehnts in Ehren halten; einen weiteren Oscar gab es für den besten Song "Evergreen". Als TV-Macherin wurde sie mit fünf Emmys bedacht, und auch als Regisseurin, Autorin und Produzentin ist sie in den letzten fünf Jahrzehnten erfolgreich in Erscheinung getreten.
Am 24. April wird die Streisand, die als Weltstar gerne ohne Vornamen, dafür mit einem einfachen Artikel auskommt, 70 Jahre alt.
Ein lustiges Mädchen
1942 im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn in eine jüdische Familie geboren, bahnte sich Barbara Joan schon früh ihren Weg in die Musikbranche. Erste Aufnahmen als 13-Jährige für ein Demotape finden sich auf der 1991 veröffentlichten Song-Compilation "Just For The Record" wieder; ihren ersten Auftritt als Nachtklubsängerin hatte sie 1960 im Homosexuellen-Treff "The Lion". Der Anklang als Sängerin nahm bei Streisands Stimme und Charisma kein Wunder, doch ihr Interesse galt mehr und mehr der Schauspielerei. Beides verbinden konnte sie im Musical.
1962 war sie erstmals am legendären Broadway zu sehen. Die kleine Rolle der Miss Marmelstein in "I Can Get It for You Wholesale" bescherte ihr die erste Tony-Award-Nominierung und markiert ihren Durchbruch. Ihr Debütalbum, das schlicht ihren Namen trägt, wurde 1963 mit zwei Grammys ausgezeichnet. 1964 schrieb sie sich - erneut am Broadway - als "Funny Girl" in die Musikgeschichte ein. Neben "People" sang sie darin den weiteren Tophit "Don't Rain on my Parade":
"Funny Girl" war auch ihr Sprungbrett nach Hollywood. Das Stück wurde 1968 mit ihr in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt, und die Mittzwanzigerin durfte sich auch gleich über einen Academy Award freuen, den sie sich - einmalig in der Oscar-Geschichte - teilte, und zwar mit niemand Geringerer als Katharine Hepburn. Es folgte Film auf Film, Album auf Album: "The Way We Were" steht symbolisch für die äußerst gelungene Symbiose von Musik und Schauspiel der Streisand. Der Song zum gleichnamigen Film aus dem Jahr 1973 mit ihr und Robert Redford toppte die US-Charts, und die Rolle brauchte ihr eine weitere Oscar-Nominierung ein. Am Ende dieses Jahrzehnts sollte Streisand die erfolgreichste US-Sängerin sein und an den Kinokassen ein - oftmals einzig weiblicher - Erfolgsgarant. Und das, trotzdem - oder gerade weil - sie sich nicht den Vorgaben der Industrie gebeugt hat.
Künstlerische Selbstbestimmung
Als 30-Jährige gründete sie ihre eigene Produktionsfirma, Barwood Films, nachdem sie bereits Ende der 1960er gemeinsam mit Paul Newman, Sidney Poitier und Steve McQueen zur First Artists Production Company zählte, die SchauspielerInnen künstlerische Unabhängigkeit von den großen Studios ermöglichen sollte. Sie verweigerte kosmetische Eingriffe, was ihre Nase anbelangte, oder auch ihren Namen. Erstere war zu prägnant, letzterer zu wenig prägnant. Projizierte Anforderungen wie diese brachte die Streisand auf einen Nenner: "Ich bin einfach, kompliziert, selbstlos, egoistisch, unattraktiv, schön, faul und voller Tatendrang." Fazit: Frau kann es niemals allen Recht machen, also bleib' Du selbst.
Und das tat sie. Ohne diese innere Sicherheit und Unabhängigkeit wäre Streisands Herzensangelegenheit "Yentl" schwer zu realisieren gewesen. 15 Jahre lang musste sie sich mit den Studiobossen herumschlagen, ehe 1983 die Geschichte um das jüdische Mädchen, das nur als Bub verkleidet eine Talmud-Schule besuchen konnte, in die Kinos kam. MGM finanzierte das Lebensprojekt, Streisand zeichnete als Co-Produzentin verantwortlich, spielte die Hauptrolle, führte Regie und schrieb das Drehbuch.
Eingebracht hat ihr das eine weitere Auszeichnung: Als erste Frau erhielt sie einen Golden Globe für die beste Regie. Bei den Oscars wurde ihre Leistung nicht anerkannt, dafür kassierte sie bei den Negativpreisen eine ironische Nominierung für eine Goldene Himbeere - als "schlechtester Schauspieler".
In den 1980ern wandte Streisand Hollywood den Rücken und sich, zumindest im Aufnahmestudio, wieder ihren Musical-Wurzeln zu. Während sie weiterhin Alben veröffentlichte, war sie in den letzten 30 Jahren in nur sechs Filmen zu sehen. Mit "The Prince of Tides" aus dem Jahr 1991 trat sie erneut als Darstellerin, Autorin, Produzentin und Regisseurin hervor, und wieder fand die Academy ihre Regieleistung - bei gleichzeitigen weiteren Nominierungen für den Film - keiner Nennung wert.
Als Musikerin vermied sie lange Jahre die direkte Konfrontation mit der Öffentlichkeit: Erst 1993 gab sie mit dem damals aktuellen Album "Back to Broadway" wieder ein als einmaliges Event geplantes Konzert. Es war das erste seit 27 Jahren und so erfolgreich, dass im Sommer darauf eine Tour folgte. HBO strahlte einen dieser raren Auftritte aus und erreichte damit die bislang meisten ZuseherInnen in der Sparte Musikübertragung seit Senderstart. Die Streisand erhielt daraufhin den Peabody Award für herausragende Leistungen im US-Fernsehen und -Radio. In den 20 Jahren danach folgten sieben weitere Streisand-Alben; das jüngste, "What Matters Most", erschien erst letztes Jahr.
Frauenrolle gesprengt
Politisch war die Streisand dagegen über die Jahrzehnte hinweg als zahlungskräftige und öffentlichkeitswirksame Unterstützerin der Demokratischen Partei präsent. Ihr Name findet sich bereits 1971 auf der berüchtigten Feindesliste von Richard Nixon. Über ihre Stiftung, die 1986 gegründete The Streisand Foundation, fördert sie die Gleichstellungskämpfe von gesellschaftlichen Minderheiten. Als Frau und Jüdin identifiziere sie sich mit Minderheiten, wird sie zitiert. Ihre Pionierinnen-Rolle als Frau in der US-Unterhaltungsindustrie wurde schon 1984 mit dem Women in Film Crystal Award anerkannt: Durch ihre Ausdauer und Exzellenz habe sie die Rolle der Frau im Show-Biz erweitert. Dafür sagen wir auch Danke, Barbra. (red, 23.4.2012)
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Barbra Streisand
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Barbra Streisand
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Barbra Streisand
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Ihre Kindheit war von Demütigungen durch den Stiefvater geprägt.Ständig sagte er der kleinen Barbra,wie hässlich sie sei.Unterstützung durch die Mutter erhielt das Mädchen nicht.Doch Trotz und eiserner Willen prägten fortan die gebürtige New Yorkerin.Sie wusste,ihre Zeit würde kommen.
Barbara Streusand (sic!) hatte das Glück, dass ihre Eltern Österreich verlassen mußten - damit überlebte
die Familie den Holocaust und die Tochter mauserte sich mit Können und toller Persönlichkeit zum Weltstar (wie viele, die damals flüchten mussten, Billy Wilder etwa etc.)! In Österreich wäre aus beiden (auch ohne das "1000jährige Reich") mit Sicherheit nichts geworden ....
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