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Es ist Bascha Mika ein Fest, ihre Thesen über "Die Feigheit der Frauen" an einem ganz konkreten Exempel anwenden zu können: An Kristina Schröder. Die hat sich in ihrem letztwöchig erschienenen Buch "Danke, emanzipiert sind wir selber!" weit aus dem Fenster gelehnt und ja, es hat Plumps gemacht. Denn als deutsche Frauen- und Familienministerin fordert sie nichts weniger als den Rückzug der Politik aus dem Privaten und nichts mehr, als dass jede für sich selbst verantwortlich sein solle. Diese niedergeschriebenen Ansichten stimmen gut mit von Schröder als Ministerin bislang vertretenen Positionen überein: Ja zur Flexi-Quote, nur kein Zwang! Dafür her mit dem Betreuungsgeld - das den Ruf einer "Herdprämie" für Mütter hat. Alles aus Liebe zur Wahlfreiheit!
Angesichts solcher Vorgaben attestiert Bascha Mika Schröder in der Frankfurter Rundschau eine "Leere im Denken", was einem ausformulierten Vogel zeigen gleichkommt. Die Ministerin stellt sich für Mika ebenso wie für Spiegel-Autorin Anne Reimann als personalisierte Entpolitisierung der Politik dar. Eine Politikerin, die vor der Politik und der "großen sozialen Frauenfrage" kapituliert hat, so Reimann: "In Wirklichkeit versucht Schröder sich so aus der Verantwortung zu stehlen, Entscheidungen zu treffen. Die von ihr propagierte Wahlfreiheit bedeutet so nichts anderes als das Gegenteil von Politik."
Beißreflex ist auf Aus
Überhaupt waren sich die deutschen MeinungsmacherInnen im Verriss selten so einig wie bei "Danke, emanzipiert sind wir selber!". Darin schreibt sich Schröder, scheint es, auch ihre Paranoia von der von "Weltanschauungsfeministinnen" umstellten Seele. Sollte man, angesichts der Parteizugehörigkeit der Frauenministerin zur CDU, so eigentlich gar nicht vermuten. Doch Schröders Welt ist eine fabelhafte, und eine "angriffslustig und klar" umrissene dazu, wie es im Teaser-Text zum Buch heißt. Daran lässt schon das erste Kapitel kaum Zweifel aufkommen, wo postuliert wird, wie sehr sich "die" Welt und wie wenig sich "der" Feminismus geändert habe, um nahtlos zum "feministischen Beißreflex" aufzuschließen und die darin wurzelnde Bevormundung bis hin zur Entmündigung der Frauen anzuprangern. "Der Feminismus setzt die Schwäche und Unmündigkeit der Frauen als Prämisse voraus, um seine Existenzberechtigung aus der Absicht ableiten zu können, sie zu schützen", findet Schröder Worte ihres Unbehagens. Ganz ohne Beißreflex?
Auch die Bloggerin Antje Schrupp findet Worte zu Schröders Exkursen über feministische Angst-Positionen, von denen sich die Karrierefrau und Mutter Schröder so erpicht abgrenzen will, deutliche noch dazu: Es sei kein unfeministisches, kein sexistisches Machwerk, sondern "Antifeminismus pur", diagnostiziert sie: "... ein solch plattester, billigster Antifeminismus, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte." taz-Autorin Susanne Klingler hinterfragt Schröders Kampf gegen nicht existierende feministische Feindbilder: "Wann haben Sie zum letzten Mal eine derart stalinistische Feministin getroffen?"
"Freiheitliches Menschenbild"
Darüber mag sich Schröder nicht im Klaren sein. Sie schreibe einfach von einem "freiheitlichen Menschenbild" ausgehend, erklärt sich die Ministerin, die derzeit aber nicht nur des Buchsinhalts wegen in die Mangel genommen wird. Sie muss sich auch noch Fragen zur Rolle der Co-Autorin Caroline Waldeck gefallen lassen, mit der sie seit "vielen Jahren eng zusammenarbeitet". Da will man wissen, ob vielleicht gar ministerielle Arbeitszeit fürs private Buchprojekt verwendet wurden, so wie Schröder auch das Bundeskriminalamt einschaltete, um bei ihrer privaten Buchpräsentation am Prenzlauer Berg in Berlin auf volle Sicherheit zu gehen. Schließlich hatte sie auf Twitter Aufrufe allzu feministischer Weltanschauerinnen mitbekommen, bei der Vorstellung doch dabei zu sein. Die deutschen Grünen sind sich jedenfalls übereins, dass Schröder aufgrund dieser Vorlagen nicht länger im Kabinett dabei sein soll und haben ihren Rücktritt gefordert.
Aber ebensowenig unerwähnt soll bleiben, dass Schröder mit ihrem Buch doch nur Gutes tun will. Ihre Hälfte des Autorinnenhonorars erhält die Frauenrechtsorganisation "Terres des Femmes". Zur Gänze. (Birgit Tombor, dieStandard.at, 25.4.2012)
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Die Feministinnen nachem Sie das Buch gelesen haben.
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Nau, bumm!
Jede/jeder für sich selbst verantwortlich?
Ich habe das Buch nicht gelesen.
Dieser Tombor-Artikel und das Geheul der üblichen Verdächtigen beweist eigentlich nur, daß Schröder nicht so falsch liegen kann.
Auch ich bin der Meinung, daß die Politik sich viel zu sehr ins Private einmischt und den Menschen die Fähigkeit zur Eigenverantwortung nimmt.
Verhätschelte Kinder, werden lebensunfähige Erwachsene - oder nie erwachsen.
"Leere im Denken"? Na ja, eher von einer Weise Politik zu machen, die sich gar nicht mehr vorstellen kann und will, daß Menschen auch ohne Politik ohne Alimentation durch den Staat - der uns sowieso aus der einen Tasche nimmt, was er als Almosen in die andere Tasche steckt - überleben können.
Fr. Schröder zwingt keine einzige Frau an den Herd zurück, noch verlangt sie irgendeine rechtlich fundierte Benachteiligung der Frau. Das einzige, was sie will, ist, dass Ehepartner bzw. Lebensgemeinschaftspartner ihre Aufgabenverteilung rein selber regeln, da das schlichtweg dem Staat nichts angeht.
Wenn aber gerade die Feministinnen aus eigenen Gnaden nach administrativen Zwang schreien, wenn sich alles nicht laissez faire so entwickelt, wie es in ihren Köpfen funkt, dann ist das demokratiepolit. höchst bedenklich.
Aso, Frauen müssen nicht zum Heer, Frauen dürfen immernoch 5 Jahre früher in Pension gehen, Frauen sind bei der Schwerarbeiterregelung maßiv bevorzugt, ledige Mütter haben von Haus aus das alleinige Sorgerecht,...
Meinen Sie das?
besteht ja auch kein anlaß zur zahlung einer herdprämie
niemand zwingt ja diese "Ehepartner bzw. Lebensgemeinschaftspartner", kindergarten etc. in anspruch zu nehmen - also besteht auch kein zwang zu einer "ausgleichszahlung" bei nichtinanspruchnahme
um aber selber regeln zu können, wie mans denn gerne hätte, müssen wenigstens die möglichkeiten geboten werden, da auch auswählen zu können (also kindergarten etc. zur verfügung gestellt werden). sonst gibts da nämlich gar nichts zu regeln
und genau um das, nämlich diese wahlmöglichkeit auch tatsächlich zu realisieren (wozu sie gesetzlich verpflichtet ist), kümmert sich die liebe kristina eben nicht
so schauts aus
auch autoritaere Masznahmen in Kauf genommen
fordert sie nichts weniger als den Rückzug der Politik aus dem Privaten und nichts mehr, als dass jede für sich selbst verantwortlich sein solle.
das muszt dir geben : "... NICHTS MEHR ..... fuer SICH SELBST vernatwortlich sein soll.
Das soll ein Vorwurf sein statt ein no na
beweist nicht die falschheit von schröders thesen, sondern nur die f. meinungs-hegemonie. eine frau, die es wagt, dagegen aufzumucken, wird auf eine art fertiggemacht, wie es f.innen nicht mal männern zutrauen würden. das mußte sogar schon alice schwarzer spüren, als sie merkels wahl zur kanzlerin wegen der vorbildwirkung positiv beurteilte. richtigerweise übrigens.
man sieht wunderbar: hier gehts nicht um "diskurs", um ein miteinander, um gleiche rechte. hier gehts um beherrschen.
So what -was ist daran so schlimm? Außer das die Feministinnen leer ausgehen.
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