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Die Frauen, die bisher ihren Lockenstab oder wahlweise auch die Personenwaage in der weiten Produktpalette des MediaMarktes nicht sofort gefunden haben, können aufatmen: Seit Mitte April gibt es in allen österreichischen Filialen des Elektronik-Fachmarkt spezielle Frauenzonen, in denen sie alles finden sollen, was ihnen wichtig ist.
Auf Marketing-Deutsch heißt das neue Verkaufskonzept "Women's World" und ihre Schöpfungsgeschichte ist, selbstredend, streng wissenschaftlich begründet. So hätten Studien ergeben, dass immer mehr Frauen Kaufentscheidungen bei elektronischen Neuanschaffungen treffen, aha.
Doch anstatt den neuesten Digitalkameras, Notebooks oder PC-Hardware finden sich in der Frauenecke "rosa Gadgets", elektrische Zahnbürsten und Dampfgarer. Eine Annäherung zur Technik jenseits der eigenen Küchen- und Körperoptimierung wird mit dieser Produktauswahl also nicht gelingen, oder?
Die bisherigen Reaktionen lassen nicht darauf schließen. In unserem Redaktionspostfach häufen sich die Beschwerden von LeserInnen ob dieser jenseitigen Stereotypisierung von "Fraueninteressen". Und auf Twitter wurde sogar schon die Idee eines rosa maskierten Flash-Mobs in den digitalen Äther gerufen.
Diesem Protest schließen wir uns freilich an. Allerdings, der Einführung von bequemen Sesseln im ansonsten so wuseligen und anstrengenden Media Markt-Gelände können wir durchaus etwas abgewinnen. Und wer weiß, vielleicht profitiert in Zukunft auch ein geschlauchter männlicher Kunde von der sozialen Innovation - wenn wir von dem vielen Rosa voll gut drauf sind und ihm einen Sessel in unserer behaglichen Lockenstab-Welt anbieten. (freu, dieStandard.at, 25.4.2012)
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Alles Zitrone: Mit "Forever Young" wird es an der Josefstadt unappetitlich, und die Kette FitInn läd zum Turnen, damit auch Ihnen nachgepfiffen wird
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Und weil er so geil ist, macht er auch geil. Speziell Frauen, lässt sich der ORF in einem Teaser zum Schluss hinreißen - Anstoß für eine Zitrone
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Haben wir das wirklich verdient? ATV führt uns in "Ein Leben für die Schönheit" und verleiht damit dem Sozialporno einen neuen Look
Breitenwirksam für Geschlechterklischees: die Rossbacher-Kampagne braucht Männer wieder "kompromisslos"
Der "Hausverstand" der Billa-Werbung erteilt allzu lebensnahe Lektionen: (Ober)G'scheite Mädchen sollen lieber still sein
Die FH Oberösterreich wirbt mit Web-Filmen und verabsäumt so manche Regieanweisung - Liebe Kinder, es gibt auch Frauen in dem Beruf!
Für phallische Fantasien ist Werbemachern nichts zu heilig - Ein Plakat der Disco "empire" verbindet eine Banane lutschende Frau mit Affengeilheit
Armin Assinger hat ein großes Mundwerk und ein überholungsbedürftiges Weltbild: Dass Frauen ihre Schuhe nicht selber zahlen, gehört dazu
Die Marke Tally Weijl bedient weibliche Teenager und wirbt mit dem verhängnisvollen Klischee der passiven Verführerin
Der Lufthansa-Brief "Lieber Schatz" darf bei der aktuellsten Zitronenverleihung ebenso wenig fehlen wie ein Spot über den "härtesten Job der Welt"
Bisher wurde ich von GlitzersteinchenMäusen und rosaroten Föhns neben Leopardenmusterföhns und rosaroten Handyhüllen und pinken Laptoptaschen und und und einfach nur gequält, verscheucht und es gab Dinge die mich sogar verschreckt haben. Jetzt ist das alles in Wo-World und ich kann wieder sicher zum Media Markt einkaufen gehen :)
Insofern ist anzunehmen, dass die meisten Werbungen aus männlicher Feder spriesen, die entweder gerne eine hirnlose Frau hätten oder Tussi als Frau/Freundin haben. Denen tun sie sicher mit der Frauen-Werbezone einen gefallen.
DOCH die Normalverbraucherin hat nichts mit dem Klischee zu tun!!! Insofern sollten sich die Werbefachleute überlegen, was Frauen anspricht!
So what? Es stehen auch nicht alle Männer auf Bier, Fußball und Autos obwohl es in der Werbung so dargestellt wird.
Das ist eine Marketing Idee, wenn es genug Kundinnen dafür gibt wird es bestehen bleiben, ansonsten verschwinden. Ich tippe darauf, dass es sich hält. Die Kundinnenschicht existiert, auch wenn's 'dieStandard' nicht gefällt.
Manchmal nervt diestandard sehr + das ich als Feministin mit solchen Meinungen in Verbindung gebracht werde.
Ich hab das vom Mediamarkt auch gesehen - mir gedacht, dass mich diese Tussi-Ecke als Frau, die dem Barbiepuppenspiel entwachsen ist und nicht magnetisch von rosapinkfunkelglitzernden Sachen angezogen wird, NULL interessiert.
Sehr viele Frauen werden diese Ecke aber sehr wohl lieben. Dieses stylingfixierte seichte Mädel, dass mehr Lippenstifte als Bücher hat, ist keine Erfindung der Medien. Da laufen die vorbei, vor meinem Fenster. Und Mediamarkt vorzuwerfen, diese große Zielgruppe anzusprechen ist ... sinnlos?
Es geht doch um Chancengleichheit, Fairness, Balance, Unrechtsbekämpfung und nicht um Lockenwickler...
Mir geht's genauso. Ich mag auch keine Klischees, aber man muss nur mal die Mariahilfer Straße entlang spazieren um festzustellen: Diese Klischees gibt es. In Fleisch und Blut. Mit aufblondierten Haaren, glitzernden Fingernägeln und nix als Mode, Styling und Trend im Kopf. Genau für die ist diese Ecke gedacht, und genau die werden dort auch einkaufen. Die anderen lassen den Kram doch eh links liegen.
Und Wien ist da noch harmlos, was die Damen mit aufblondierten Haaren etc. betrifft. ;)
Und ja die Damen fühlen sich wohl, haben hier (am Balkan zumindest wo ich lebe) auch teilweise leitende Positionen und sind eigentlich ganz normale Frauen, die sich halt gerne "hübsch machen". Sie haben auch was im Kopf.
Um sich chick zu machen, muss man nicht sein Gehirn ausschalten und auch nicht als Tussi herum laufen!
Allerdings wird man gerne hier von den Männern als Feministin abgestempelt. Jene wissen, wahrscheinlich nicht einmal, was das ist!
Was hat das mit Stutenbissigkeit zu tun? Ich hab lediglich festgestellt, dass es Frauen gibt, die das von Mediamarkt bediente Klischee erfüllen und die sich begeistert auf die neue "Frauenecke" stürzen werden. Das ist nun mal so.
Ich find die "Frauenecke" beim Mediamarkt auch überflüssig, aber es gibt garantiert eine Zielgruppe, die das anders sieht. Wenn schon gefordert wird "Leben und leben lassen", dann lasst's doch bitte die Frauen, die das wollen, dort einkaufen anstatt ihnen einzutrichtern, dass es unemanzipiert ist, sich einen rosa Fön zu kaufen.
Seperation von Produkten nach Hautfarbe sieht man in den USA, ich wette 100 Gummipunkte, auch in Indien. Wassermelonen, fried chicken, Kool-Aid etc.
Die "Grenzübertretung" von Männern und Frauen, die im jeweils anders zugewiesenen Teil Produkte shoppen und sich dann je nachdem ganz doll mutig oder abgewertet fühlen/behandelt werden, gehört übrigens dazu. War so, seit es Dinge gab, die dem jeweils anderem Geschlecht zugewiesen werden.
Das ist ein kultureller Rückschritt, nicht mehr und nicht weniger. Wir alle sind schon damit aufgewachsen, dass Werbung und Kinderserien rund um uns rum Dinge in 2 Kategorien schmeissen, das wird hier ausgenutzt und weitergetragen. Es ist Leuteverblödung, die weiter als bis zum Media Markt-Ausgang reicht.
Ich finde das ganz schön blauäugig, sich so widerstandslos von Werbung manipulieren zu lassen. Ja, auch wenn Sie nicht selbst hingehen, dass Sie nicht sehen, worum es geht und was in den letzten Jahren so passiert im Rahmen von Werbung und Konsumentenlenkung finde ich hoch naiv. Hier ist mal eine Ecke, an der man die Kundenerziehung in entsprechende Gruppen (für Gruppenbindung und Bindung der Gruppe an Artikelwelten/-gestaltung) sogar ohne Hintergrundinformation sehen kann.
Männerprodukte werden jüngstens genauso org beworben. Natürlich wird eine Seperation und Zuweisung von Dingen nach Geschlecht dazu beitragen, eine Spaltung in den Köpfen derjenigen zu haben, die in dieser Kultur leben. Es könnte auch nach Hautfarbe sein, siehe USA.
werbung als das zu erkennen, was sie ist (das bedienen von klischees), und entsprehend zu ignorieren, hat nichts mit "sich manipulieren lassen" zu tun
ganz schön blauäugig finde ich es, noch nicht mal zu erkennen, wem man denn nutzt, wenn man dieser klischeebedienung auch noch mediale aufmerksamkeit widmet
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