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ÖHG-Präsidentin Petra Welskop fordert mehr Einbindung ihres Berufsstandes in die öffentliche Schwangerenbetreuung.

Beim Hausbesuch einer Hebamme wird noch Handarbeit geleistet. Im Bild: Eine Hebamme wiegt das Gewicht eines Neugeborenen mit einer Handwaage.
Pünktlich zum internationalen Welthebammentag präsentieren die österreichischen Geburtshelferinnen ihre Forderungen in der Öffentlichkeit. Neben dem Dauerthema steigende Kaiserschnittraten plädiert das Hebammengremium vor allem für eine bessere Verankerung der Hebammen in Schwangerenvorsorge und der Wochenbettbetreuung.
Rundumbetreuung
Derzeit sind in Österreich rund 1.900 Hebammen sowohl in Krankenhäusern als auch in freier Praxis aktiv. Ihre Aufgabe sehen die Berufsvertreterinnen aber nicht nur darin, die werdende Mutter bei der Geburt zu begleiten. "Eine Hebamme betreut eine Schwangere im Idealfall bereits während der Schwangerschaft und besucht sie im Anschluss an die Geburt zuhause", so Petra Welskop, Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums.
Derzeit ist es allerdings so, dass Schwangere sich eine solche Vorbetreuung privat hinzukaufen müssen, denn die Krankenkassen bezahlen nur Hausbesuche nach der Geburt und auch nur dann, wenn die Mutter nach einer komplikationsfreien Entbindung das Krankenhaus innerhalb von drei Tagen verlässt. „Aus der Praxis wissen wir allerdings, dass der dritte und vierte Tag nach der Geburt kritisch sind, weil es in dieser Zeit meist zum Milcheinschuss kommt und in der Regel viele Fragen auftauchen." Welskop plädiert deshalb für eine Ausweitung dieser Frist.
Zuwenig Kassenhebammen
In Ballungszentren wie in Wien gibt es zudem das Problem, dass zu wenige Hebammen mit einem Kassenvertrag arbeiten. Sie erhalten für einen Hausbesuch von der Krankenkasse 35 Euro und dürfen, anders als die Wahlhebammen, keinen Zuschlag von den Patientinnen verlangen. "Unter diesen Bedingungen ist es für Hebammen nicht attraktiv, einen Kassenvertrag anzustreben", so Welskop.
Zahlen für Österreich fehlen
Im europäischen Vergleich sieht die Wochenbett-Situation in Österreich nicht gut aus. In der Schweiz nimmt z.B. jede zweite Frau die Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme in Anspruch. Auch in Deutschland sei Hebammenbetreuung nach der Geburt zu Hause für sehr viele Frauen eine Selbstverständlichkeit. Für Österreich gibt es dazu keine verlässlichen Zahlen, für Wien geht Hebamme Johanna Sengschmid von "vielleicht fünf Prozent der Frauen aus", die die Hebamme zur Nachbetreuung zu sich nach Hause holen.
Informationsdefizit
Doch ein Mangel an Hebammen mit Kassenvertrag ist nur ein Problem, das die Berufsvertretung beschäftigt. Sie orten auch ein enormes Informationsdefizit bei den betroffenen Frauen. "Oftmals wissen die Mütter nicht, dass sie Anspruch auf Hebammenbetreuung im Wochenbett haben. Oder sie melden sich erst an, wenn sie mit dem Baby schon zuhause sind", so Welskop. Viel besser wäre es, wenn die werdende Mutter schon während der Schwangerschaft mit der betreuenden Hebamme Kontakt aufnehmen würde.
Drei Untersuchungen für Hebammen
Das Gremium fordert auch deshalb, dass Hebammen, wie z.B. in Deutschland, Schweden oder Holland, in die verpflichtenden Voruntersuchungen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen miteinbezogen werden. Drei vorgeschriebene Untersuchungen, in denen kein Ultraschall vorgesehen ist, könnten Hebammen übernehmen. Welskop: "Diese finden allesamt in der zweiten Schwangerschaftshälfte statt." Erfahrungen in Ländern, wo Hebammen eine zentrale Betreuungsrolle bei normal verlaufenden Schwangerschaften einnehmen, hätten gezeigt, dass dieses Modell zu größerer Zufriedenheit und Sicherheit bei den werdenden Müttern führe und zudem kostengünstiger sei.
Für den kommenden Aktionstag am 5. Mai sind österreichweit mehrere Aktionen geplant. In Wien wird das Hebammengremium bei der Babyexpo (4. bis 6. Mai) vertreten sein und Interessierten Frage und Antwort stehen. (red, dieStandard.at. 2.5.2012)
Zur Institution:
Das Österreichische Hebammengremium (ÖHG) ist eine öffentlich rechtliche Körperschaft und vertritt die beruflichen Interessen der Hebammen in Österreich. Es herrscht Pflichtmitgliedschaft für alle rund 1.900 Hebammen, die in Österreich tätig sind. Hebammen arbeiten freiberuflich und/oder in einem Krankenhaus mit geburtshilflicher Abteilung, im Geburtshaus, im Entbindungsheim oder als Familienhebammen in Mutter-Eltern-Beratungen.
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es würd ja schon reichen wenn alle gkk-stellen wüßten daß die frauen, frühzeitig entlassen, anspruch auf eine hebamme haben.
ich bin mit dem dritten früher heimgegangen und wollte eine beantragen - haben sie glatt abgelehnt, das gibts bei uns nicht :(
mir war´s wurscht und ich war zu müde um zu streiten, war eh das dritte, aber ich denke eine jungmutti oder eine mutti die halt mal schwierigkeiten hat und/oder sich gerne betreuen lassen will sollte das auch bekommen.
„Aus der Praxis wissen wir allerdings, dass der dritte und vierte Tag nach der Geburt kritisch sind, weil es in dieser Zeit meist zum Milcheinschuss kommt und in der Regel viele Fragen auftauchen."
ich seh das problem hier nicht. für die beantwortung dieser fragen ist ja dann die hebamme bei der nachbetreuung zuständig. wurde selbst vorzeitig entlassen, noch vor milcheinschuss, und das war kein problem. die brustentzündung hatte ich ohnehin erst wochen später, und war dann froh, dass die hebamme durch die nachbetreuung noch - von der krankenkasse bezahlte (!) - hausbesuche machen konnte...
ich weiß ja nicht welche hebammen sie kennen, die paar die ich kenn sind allesamt sehr lieb und fürsorglich. und während der geburt manchmal ein "strengeres" wort hat mir nicht geschadet (flötentöne hätt ich zu dem zeitpunkt nicht wahrgenommen) ;)) und hat mir mit meinem dritten baby eine tolle geburt geschaffen.
Also ich nehme die Dienste einer Hebamme in Anspruch und es war/ist wirklich hilfreich und super. Nur weil es auch Hebammen gibt, die unsympathisch sind (wie in jeder anderen Berufsgruppe), muss man ja nicht alle generell ablehnen. Man sollte sich halt vorher auch anschauen, ob man mit der Hebamme kann, da ist die persönliche Beziehung schon wichtiger, als zB die zum Zahnarzt.
Hatte die Hebamme Sengschmid zur Nachbetreuung zu Hause, war super, ohne ihre Unterstützung und Zuspruch würde ich wahrscheinlich nicht mehr stillen.
Auch sonst, für all die Fragen, Unsicherheiten usw. gerade beim ersten Kind, mußte ich nicht zum Arzt- also sparte die GKK und ich Geld.
Ich würd wiederum grundlos keinen Arzt zu mir und meinem Baby lassen. Drum mokier ich mich aber nicht über die, die das wollen.
Es geht um Gleichberechtigung.
Wenn medizinische Fakten beweisen, dass es bei ordentlicher Infrastruktur genauso sicher und gut ist, dass einen eine Hebamme betreut, wieso wird das dann Schwangeren/Müttern in Deutschland, der Schweiz, Holland, Schweden, England, Belgien, .... ermöglicht, aber in Österreich nur, wenn man hunderte Euros privat investiert??
Das zu fordern, diskriminiert niemanden, der das nicht möchte, gleichberechtigt aber die, die es wollen. Derartige Wahlfreiheit ohne pauschale Beleidigungen zuzulassen, gehört zu einer toleranten modernen Gesellschaft.
sollte es in 2000 Jahren vielleicht einmal einen Mann geben, der sich zu sowas hergibt, wird er Geburtshelfer heißen. So wie die männliche Krankenschwester ja auch Krankenpfleger heißt und die Frauen natürlich jetzt auch Krankenpfleger (die Innen sind mitgemeint) heißen müssen, damit die armen Bubis nicht traurig sind ;) Jaja, die Männer und das gendern.
gar nicht, denn es gibt keine männlcihe Hebamme in Österreich. Aber da in Ö kein Mann den Namen eines weiblichen Berufs bekommt, wäre das dann wohl der Geburtshelfer. (Nur bei frauen wird gendern als lächerlich dargestellt, geht es aber um die Bezeichnung des männlcihen Parts, ist gendern furchtbar wichtig)
geburtshelfer.
das wort besteht ja aus heb und amme, wobei AMME seit altersher frauen meint, die nicht nur ihre eigenen kinder stillen, sondern auch fremde "ammen" - gegen bezahlung wurden diese frauen sowohl kindermädchen als auch ernährerinnen. aus physiologischen gründen ist dies wohl bis auf weiteres für männer nicht möglich - also "geburtshelfer"..... aber wer weiss: mit gentechnik gehts ja vielleicht doch noch einmal!
laut galileo kann ein mann auch stillen, er braucht nur die hormone nehmen - hat mein mittlerer gaaaanz laut getönt als ich mit dem jüngsten gestillt hab. er meinte ich brauche die "arbeit" nicht allein machen, wenn ich mal weggehen will *hihihi* soll mein mann hormone nehmen und den kleinen füttern. ist ja das beste für´s baby
also heißts dann hebammerich *rofl*
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