"Persepolis" darf nicht ausgestrahlt werden

4. Mai 2012, 09:46

Der Chef des TV-Senders wurde zu einer Geldstrafe verurteilt: Marjane Satrapis Film gilt als "gotteslästerlich"

Paris - Wegen der Ausstrahlung des preisgekrönten Animationsfilms "Persepolis" der Iranerin Marjane Satrapi ist der Chef eines tunesischen TV-Senders zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1.200 Euro (2.400 Dinar) verurteilt worden. Ein Gericht in Tunis wertete das Zeigen der Comic-Adaption am Donnerstag als Störung der öffentlichen Ordnung und als sittenwidrig. Es folgte damit der Argumentation von Islamisten, die den Film bereits kurz nach der Uraufführung im Jahre 2007 als gotteslästerlich gebrandmarkt hatten.

Die Ausstrahlung des Films in Tunesien hatte im vergangenen Jahr gewaltsame Proteste ausgelöst. Bewaffnete Extremisten reagierten mit brutalen Angriffen auf Gebäude des Privatsenders Nessma TV und den Wohnsitz des jetzt verurteilten Kanalchefs Nabil Karoui.

Indirekte Unterstützung bekamen die DemonstrantInnen von der mittlerweile regierenden Partei Ennahda. Niemand habe das Recht, den Glauben der Mehrheit anzugreifen, kommentierte damals ihr Anführer Rachid Ghannouchi und sprach sich damit indirekt für Medienzensur aus. Das Urteil gegen Karoui erging nun ausgerechnet am internationalen Tag der Pressefreiheit. Neben Karoui wurden zudem ein Mann und eine Frau verurteilt, die die Ausstrahlung vorbereitet hatten.

Der Film, der auf einem autobiografischen Comic der Zeichnerin Marjane Satrapi beruht, zeigt ihr Leben im von Mullahs kontrollierten Iran. Satrapi, die teils in Wien aufwuchs gilt in vielen Staaten der islamischen Welt als rotes Tuch, da sie den Islamismus anprangert. (APA, 4.5.2012)

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20 Postings

ich würde allen leuten, die das begreiflicherweise kritisieren, empfehlen einmal nachzusehen, warum der film "das gespenst" von herbert achternbusch in österreich verboten ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_... 6sterreich
die religiösen fanatiker gibt es auch bei uns.
auch der zweite in österreich beschlagnahmte film wurde aus einem ähnlichen grund verboten.

Wobei das Interessante ist, daß Persepolis gar nicht die Religion in Frage stellt oder kritisiert, sondern eigentlich deren Missbrauch durch die Machthaber im Iran - und auch nur dort. Da ist keine Rede von irgendeinem anderen muslimischen Land.

Da ist nur die Angst vor selbständig denkenden und kritischen Menschen die Triebfeder.
Wer es nicht glaubt, der Film ist in voller Länge auf YouTube zu sehen...

Und Tunesien ist der Hoffnunsschimmer unter den Ländern die einen arab Frühling durchgemacht haben.....

Die Heldin des Films verließ den Iran und ging nach Wien,

wo sie sich aber in der gott- und sittenlosen Gesellschaft auch nicht wohl fühlte. Sie kehrte wieder nach Teheran zurück, wenn ich mich recht erinnere. Der Film ist nicht einseitig, sondern sehr intelligent.

So ein Posting passiert, wenn Arbeiter eine/n auf intellektuell/e machen :)))

Nein sie ging nicht wegen der Gottlosigkeit zurück.

Zu ihrer Familie und auch nur temporär. Gottlos war sie selbst.

... kehrte nach Teheran zurück, um nach dem Studium endgültig nach Europa auszuwandern.

Achja, stimmt, in Tunesien hatten sie ja auch den islamischen Wintereinbruch ...

gott verträgt keine wahrheit?

gott verträgt keine wahrheit? persepolis ist mit der beste animationsfilm, den ich bisher gesehen habe...

Ach, wie grün der arabische Frühling doch ist!

Aber wenigstens nicht die Todesstrafe, wie bald in Kuwait.

Naatürlich ist der arabische Frühling grün

ist doch grün die Farbe des Islam.

Hat uns nicht Gerfied Sperl unlängst erklärt, dass sich in Tunis eine der "zivilisatorisch wichtigsten Erhebungen des Arabischen Frühlings" ereignet hat?

So viel zum "Arabischen Frühling", der schon längst in den islamistischen Winter übergegangen ist.

P.S.: Der Film Persepolis ist wirklich mehr als sehenswert.

1.200 Euro ist nicht so eine drakonische Strafe. Ich denke, man sollte da auch ein bisschen Bescheidenheit und Geduld aufbringen.

Der Sturz autoritärer Regime ist einmal ein Fortschritt. Dass diese Länder damit von heute auf morgen mit europäischen Standards gleichziehen, wäre eine übertriebene Erwartung.
Auch in Österreich und Deutschland gibt es noch Gesetze gegen die Herabwürdigung religiöser Lehren. Dass diese Bestimmungen heute in Abwägung gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung recht zurückhaltend angewendet werden, spiegelt eine gesellschaftliche Entwicklung wider. Im § 166 dStGB wird dabei auf den öffentlichen Frieden abgestellt. Man kann in Betracht ziehen, dass in Ländern, in denen Religion eine größere Rolle spielt, der öffentliche Frieden durch Religionskritik gefährdeter ist.

stellt sich aber schon die frage, ob es sich um ein neues gesetz oder eines noch aus der ben-ali-zeit handelt. das steht im artikel leider nicht dabei. natürlich ist so eine gesetzeslage so oder so auf's schärfste zu verurteilen, aber es ist für mich eben nicht ganz klar, ob sie eine folge des arabischen frühlings ist oder nicht.

Die Folge sollte sein, dass er gezeigt werden kann....

Soweit ich verstanden habe wurde er ja auch (im öffentlichen Fernsehen) gezeigt, oder? Und das vermutlich zum ersten mal in Tunesien und vermutlich auch zum ersten mal in einem mehrheitlich muslimischen Land, oder? Das find ich schon mal nicht soooo schlecht... 1200€ sind vermutlich auch in Tunesien vom Programmchef eines TV Senders aufzutreiben, wenn nötig mit Hilfe einiger Unterstützer/innen u Freunde...

das stimmt natürlich.

mal sehen,

.. ob diese Form des arabischen Frühlings auch nach Europa kommen wird ...

( http://derstandard.at/133479678... der-Spitze )

Die sind ja noch schlimmer als die Zeugen oder die Scientology ..

ist schon da. allerdings machen das bei uns die christen. achternbuschs film "das gespenst" in in österreich verboten. herabwürdigung religiöser lehre. der katholischen allerdings.

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