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"Unterkunft" von Foxconn-ArbeiterInnen in Südindien.
1,8 Milliarden Handys wurden im vergangenen Jahr weltweit verkauft, über drei Millionen davon allein in Österreich. Für viele ist das Mobiltelefon zum ständigen und unverzichtbaren Begleiter geworden. Auch für viele InderInnen ist das so, noch unverzichtbarer aber ist für sie jeder Cent ihres Hungerlohns, den sie in der Handyproduktion verdienen: meist ist das nicht einmal ein Prozent des Verkaufspreises, berichten Südwind und die Arbeiterkammer Wien am Montag bei einem Pressegespräch in Wien.
Zwei Mitarbeiterinnen von Südwind waren in Südindien vor Ort und erfuhren den krassen Widerspruch zwischen den schicken Produkten und den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die die Handys herstellen. Über 20.000 ArbeiterInnen schuften tagtäglich am Fließband für den europäischen Markt. Die meisten, berichten Südwind und AK-Wien, die dort arbeiten, kommen von weit her, haben mindestens zwölf Jahre Schulbildung hinter sich und die Verantwortung, mit ihrem Lohn ihre Eltern und Geschwister zuhause finanziell zu erhalten.
In Schichten schlafen
Wobei Lohn dafür nicht das passende Wort zu sein scheint: Umgerechnet 100 Euro pro Monat müssen reichen. Dabei teilen sich fünf bis zehn ArbeiterInnen ein einziges Zimmer, meist ohne Fließwasser. "Für mich reicht das Essen in der Fabrik, für andere aber nicht. Manche Leute fallen sogar in Ohnmacht weil sie so hungrig sind. Das Management schickt sie dann in den Erste-Hilfe-Raum", berichtete ein Foxconn-Arbeiter dem Südwind-Team. Jede Woche müssen die Menschen eine andere von zwei oder drei achtstündigen Schichten übernehmen. Nach diesem Muster wird auch geschlafen - abwechselnd, am Boden auf Strohmatten. Auch das Kochen und Waschen muss genau eingeteilt werden: "In den Fabriken gibt es 24 Stunden lang Strom, zuhause haben wir jeden Tag zehn Stunden lang Stromausfall", berichtete ein anderer Arbeiter den Südwind-Frauen.
"Konzernfreundliche" Sonderwirtschaftszonen
Während die Menschen mit dem Alltagsleben kämpfen, genießen die Unternehmen in der Sonderwirtschaftszone viele Privilegien: Im Gegensatz zu den Privathaushalten zahlen sie günstigste Preise für Wasser und Strom. Sie erhalten jahrelang Steuerfreiheit, und die Pacht für die mehrere hundert Quadratkilometer große Sonderwirtschaftszone beträgt eine Rupie im Jahr. Das Arbeitsrecht in der Sonderwirtschaftszone wird "konzernfreundlich" ausgelegt, bei Streiks werden mitunter alle beteiligten ArbeiterInnen gekündigt.
Gewerkschaftliche Organisierung wird durch das Management unterbunden oder stark behindert. "Es ist erschreckend, wie hier junge, gut ausgebildete Menschen zwischen 20 und 26 Jahren ausgebeutet werden. Sie kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben durch die Arbeit bei einem internationalen Unternehmen und enden als ausgebeutete Fließbandarbeiterinnen- und -arbeiter ohne Zukunftsperspektiven!" fasst Christina Schröder von Südwind ihre Erfahrungen in Indien zusammen.
13 Millionen SIM-Karten in Österreich
Ungebrochen scheint der Bedarf nach immer neuen Telefonen: Die Anzahl der SIM-Karten stieg in Österreich im Vorjahr um fünf Prozent auf fast 13 Millionen Stück. Auch unter Jugendlichen scheint die ständige Erreichbarkeit unverzichtbar. Zahlen der Arbeiterkammer bestätigen dies: Unter den 13- bis 14-Jährigen nutzen rund 80 Prozent Vertragshandys: "Weil sie viel telefonieren und im Internet surfen, sind Jungendliche gefährdet, sich mit hohen Smartphonerechnungen zu verschulden. Zudem sind sie für die Wirtschaft eine stabile und ständig an Neuerungen interessierte VerbraucherInnengruppe, weil sie mit dem Handy aufgewachsen ist und sich ein Leben ohne Mobiltelefon überhaupt nicht mehr vorstellen kann, wie aus vielen Studien hervorgeht" betont Gabriele Zgubic die österreichische Situation aus KonsumentInnensicht.
Forderung nach "fairen Handys"
Südwind und AK-Wien fordern "faire Handys". "Unter den vielen unterschiedlichen Modellen fehlt vor allem eines am Markt - nämlich ein fair produziertes. Kein Hersteller hat so ein Handy im Sortiment", kritisiert Nora Holzmann von Südwind. Unter www.suedwind-agentur.at gibt es seit Montag eine E-Mail-Petition, mit der man mit einem Klick vor allen Herstellern, die ihre Handys am österreichischen Markt vertreiben, ein fair produziertes Telefon fordern kann. (red, 8.5.2012)
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Es ist eine Frechheit was sich die Handyhersteller erlauben! Am besten wäre ein Boykott, aber wer würde da schon mitmachen? Die Herstellerfirmen sollten den ArbeiterInnen dankbar sein, was sie leisten! Schon alleine aus dem Grund sollten sie ihnen mehr bezahlen! Auch müsste es Gesetz werden, dass sich die ArbeiterInnen gewerkschaftlich organisieren dürfen!
"Mitarbeiterinnen "
einmal will ich erleben dass gegendert wird wenns um solche aussagen geht:
"der/die unbekannte MörderInnen" oder "VergewaltigerInnen"
wieso wird konsequent gegendert bei neutralen und "positiven" und alles negative bleibt brav männlich?
willkommen bei gendern 2.0; auf der uni-graz habe ich neulich eine abschlussarbeit lesen dürfen, die konsequent gegendert war aber nicht konsequent zitiert;
zum lesen ein graus und man bekommt das gefühl dass die menschen nicht mehr wissen was wichtig ist; gendern ist es auf jeden fall nicht
Es gibt halt ungehobelte Leute, die immer noch glauben, der Mann ist das Medium und die Frau wird unter dem Teppich gekehrt.
Ob es nun Gender oder nicht zugeschrieben wird, beiderlei Geschlechter sollten überall angeführt werden (!!!!) wo es um beiderlei Geschlechter geht!
Was daran so schwer zu lesen ist, ist fragwürdig. Es wird möglich sein, z.B. bei LeserInnen, das I länger zu betonen!
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