Gewerkschaftlicher Protest wegen stockender Lohn-Verhandlungen

8. Mai 2012, 16:12

Viele der Angestellten sind arm trotz Arbeit: GewerkschafterInnen fordern einen satten Lohnanstieg - Am 24. Mai wird weiterverhandelt

Wien - Die Gewerkschaften vida und GPA-djp haben am Dienstag im Rahmen einer Hotellerie-Fachmesse im Wiener MAK eine Protest- und Informationsveranstaltung abgehalten. Anlass für den Protest sind stockende Kollektivvertragsverhandlungen für das Hotel- und Gastgewerbe. "Nach drei Runden sind die Arbeitgeber noch immer nicht bereit, die Leistungen der Beschäftigten angemessen zu honorieren", kritisieren die Verhandlungsführer Rudolf Komaromy und Alfred Gajdoski via Aussendung.

Die GewerkschafterInnen fordern einen Mindestlohn von 1.450 Euro brutto. Derzeit liege der kollektivvertraglich festgehaltene Mindestlohn bei 1.205 bzw. 1.208 Euro brutto monatlich. Dieses Einkommen, so die Verhandlungsführer unisono, "entspricht weder den erbrachten Leistungen, noch ist es möglich, davon vernünftig zu leben". Laut Gewerkschaft liege das Angebot der ArbeitgeberInnen derzeit bei 1.250 Euro brutto. Für Komaromy und Gajdoski ist dieses Angebot "blanker Hohn".

60 Prozent der rund 200.000 ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe sind Frauen. "Trotz Vollzeitjob müssen derzeit viele ein Leben an der Armutsgrenze führen, obwohl die Branche über einen Rekord nach dem anderen jubelt", so vida und GPA-djp. Die nächste Verhandlungsrunde startet am 24. Mai. (red, 8.5.2012)

  • Berechnen Sie Ihren Brutto- oder Netto-Lohn mit dem Gehaltsrechner von derStandard.at/Karriere

Ich verdiene im Monat 1030 €, arbeite im Gastgewerbe, muss 365 Tage im Jahr arbeiten, an fast allen Sonntagen und Feiertagen hab ich Dienst, und noch lange vor dem Monatsende ist das Geld zu ende. Dieser Lohn ist wirklich ein Hohn, und dazu muss man ja noch zu jedem A..... super freundlich sein, egal wie er einen sekiert. Ich würde sagen 1450 brutto wären ein Anfang unsere Arbeit ein wenig zu respektieren.

Arbeitskräfte im Gastgewerbe sind Menschen 2. Klasse ohne Lebensrechte (?), daher typisch: Frauen + Ausländer, sollen sie doch hungern, denkt sich der Gesetzgeber!

Niemand sollte weniger als 1000.- netto verdienen, schon allein weil das in etwa die Armutsgrenze ist.

Es ist eine Katastrophe, wie sich die Parteien (inkl. SPÖ) abputzen: soll doch die Gewerkschaft machen... obwohl sie wissen, das in einer Branche die alle paar Monate die Mitarbeiter wechelt wohl weder Betriebsräte existieren noch Gewerkschaft stark auftreten kann. Die Mitarbeiter im Tourismus ist doch allen Parteien egal, jeder kennt die Misstände da aber die Menschen sind ihnen wo was von wurscht... Mit solchen Hungerlöhnen sind auch die Pensionen entsprechend... Und jeder Arbeitslose wird vom AMS gezwungen, solche menschenverachtende Hungerlöhne-Jobs mit familienfeindlichen "rund-um-die-Uhr-Arbeitszeiten" anzunehmen!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.