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Auch in den Bildarchiven machen sich Fotos von behaarten Achseln oder Beinen rar. In Sachen Körperbehaarung tanzen nur wenige aus der Reihe.
Der Sommer steht vor der Tür, die Ladyshave-Werbungen flimmern in hoher Frequenz über die Bildschirme, und die Bikinis, kurzen Hosen und Trägertops werden aus den dunklen Ecken des Kleiderschranks befreit. Für sehr viele Frauen heißt das auch, in Sachen Haarentfernung mehr Einsatz an den Tag zu legen - täglich muss frau da ran. Noch dazu scheinen von Jahr zu Jahr die zu bearbeitenden Stellen mehr bzw. größer zu werden: Während vor zehn bis 15 Jahren die Bikinizone bis eben zum Ansatz des Bikinis respektive Badeanzuges reichte, dürfen nunmehr nur sehr schmale Haarstreifen, mit militärischer Genauigkeit zurechtgestutzt, bleiben. Oder eben gar nichts mehr - was bei einem morgendlichen Blick nach unten wohl verschlafene Verwirrung über das eigene Erwachsenenalter beschert: 35 oder doch acht?
Eine Autorin des Vagenda-Blogs hat rechtzeitig zu den ersten warmen Tagen einen umfangreichen Erfahrungsbericht in Sachen Körperbehaarung vorgelegt und dem Rasurzwang ein Jahr lang die Stirn geboten. Sie verzichtete auf jegliche Haarentfernung, ließ es einfach sprießen. Unter den Achseln, an den Beinen und in der sogenannten Bikinizone.
Erst stand zwar die offizielle Begründung für diesen Selbstversuch im Vordergrund, in dieser Zeit eine Menge über Körperbehaarung, Reaktionen von anderen und ihre eigenen Hemmnisse lernen zu wollen. Doch bald stellte sich abseits dieses pädagogischen Anspruchs heraus: Das neue Körpergefühl ist gar nicht schlecht. Interessant ist auch die Frage, die sich die Bloggerin zu Beginn ihres "Experimentes" stellte: Warum habe ich überhaupt begonnen, meine Haare zu entfernen, und warum tue ich es immer wieder?
Keine Wahl
Weil es keine Wahl ist, ist ihre erste Antwort. Frauen mit behaarten Beinen seien zum Beispiel im Fernsehen - außer vielleicht im Rahmen eines Witzes - nie zu sehen. Alle möglichen Ekel ausdrückenden Ausrufe bekomme frau zu hören, wenn es um Körperbehaarung bei Frauen gehe. Und auch keine 13-Jährige, die beginnt, ihre Beine zu enthaaren, würde zu hören bekommen: "Du musst das nicht tun."
Während Frauen in den 60er Jahren noch die Wahl hatten, zu enthaaren oder nicht, bleibe den jüngeren Frauen von heute nur noch die Entscheidung zwischen den verschiedensten Angeboten zur Haarentfernung.
Neben diesen Beobachtungen widmet sich der Rest des Blogeintrages den häufigsten Fragen, denen die Autorin ausgesetzt war, und den Antworten, die sie fand.
Was ist mit den Männern?
Die dringlichste Frage vieler war natürlich die nach dem Urteil des anderen Geschlechts. Ob es Männer nicht abstoßend fänden und der ungehemmte Haarwuchs ihr Liebesleben hemme? Doch die Erfahrung der Testerin hat gezeigt, dass in dieser Hinsicht viele Männer wohl stark unterschätzt werden. Die meisten Männer, die die Autorin traf, fanden ihr Unternehmen gut, "wäre ich eine Frau, würde ich meine Beine auch nicht enthaaren", meinte einer. Die Bloggerin stellte überrascht fest, dass es viele ganz und gar nicht abstoßend finden, wenn Frauen die sozialen Normen brechen wollen.
Auch die Frage nach einem allgemeinen Unverständnis aus dem breiteren sozialen Umfeld wurde der Bloggerin immer wieder gestellt. Doch auch hier wurde sie von den Reaktionen überrascht, etwa als eine äußerst gestylte und immer perfekt geschminkte Bekannte ausrief: "Das ist so cool - Frauen haben so viel Druck, in einer bestimmten Art und Weise auszusehen!" Fortan nannte sie die Autorin "the Hairy Godmother".
Erstaunt konnte die "Hairy Godmother" auch feststellen, dass tatsächlich viele ihrer FreundInnen noch nie Frauenbeine mit Haaren gesehen hatten, es gab somit auch nicht nur "supercoole" Reaktionen.
Schutz bei Verunsicherung
Insgesamt konnte die Bloggerin tatsächlich viel in Erfahrung bringen. Für Nachahmerinnen hält sie praktische Tipps bereit, etwa auf Kleidung zurückzugreifen, die in Zeiten der leichten Verunsicherung Schutz vor Kommentaren oder Blicken bietet. Auch solle frau Diskussionen anzetteln, die dann herrliche Sager zutage fördern, wie etwa diese Antwort auf die Frage, warum Frauen sich an allen möglichen Stellen enthaaren müssen: "Weil Frauen dort keine Haare haben!"
Und auch dieser Wortwechsel mit einem kleinen Kind spricht Bände: Es fragte die Autorin, warum sie denn unter den Achseln Haare habe. "Weil Mädchen und Buben dort Haare haben, wenn sie erwachsen sind." Kind: "Aber meine Mutter hat dort keine." - "Weil sie rasiert." Kind: "Nein, macht sie nicht." - "Doch, macht sie, frag sie doch!" Kind: "Mama, rasierst du sie weg?" Mama: "Ja." Kind: "Warum?" (beaha, dieStandard.at, 9.5.2012)
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http://www.youtube.com/watch?v=p0hxzFV511I
ab 1:38 ...
Wir hatten früher in der Schule eine Lehrerin, die transparente Strumpfhosen über gänzlich unrasierten Beinen trug, und sie hatte sehr kräftige, lange schwarze Haare. Und sie hat sich dermaßen parfumiert, dass wir ihre Anwesenheit schon beim Betreten der Schule rochen.
Über die haben wir uns mit 12, 13 Jahren schon lustig gemacht. Nix für ungut, sie sah wirklich furchtbar aus und hat es anscheinend nicht gemerkt.
volle zustimmung, ich freue mich nicht ueber diese mode. ich will ja auch nicht mit einer 8jaehrigen im bett liegen.
allerdings gibt es da auch einen mittelweg, aesthetische ansprueche an sich selbst und andere sind nichts schlechtes.
Das ist ja nun wirklich nicht der Punkt. Viele Frauen stehen unter einem permanenten Druck, jünger erscheinen zu müssen. Dass das schon seit langem so ist, kann man an der heutigen Verbreitung von Blonden und Blauäugigen erkennen. Das Enthaaren fällt offensichtlich in diese Kategorie.
Um 1970 herum wurde Körperbehaarung noch von niemand als eklig angesehen, und in manch progressivem Kindergarten wurde Sexualaufklärung durchgeführt. Heute stehen vor allem Frauen unter dem Druck, sich alles mögliche zu rasieren. Und heute steht manches Aufklärungsbuch aus den 70ern in Deutschland auf dem Index, und Sex zwischen 17-jährigen und fast gleichaltrigen Erwachsenen ist in vielen Ländern kriminalisiert worden. Ob es da einen Zusammenhang gibt?
hauptsächliche grund für die grassierende intimrasur ist der massenhafte zugriff auf pornos. auch dass kindesmissbrauch und seine mediale verbreitung zunimmt, mag damit zusammenhängen.
allein aus diesem grund finde ich es intimrasur peinlich, lächerlich und irgendwie anrüchig.
der auch wieder ins Gegenteil umschlagen wird. Wenn eine Frau attraktiv ist, dann ist sie attraktiv, mit oder ohne Körperbehaarung.
http://th224.photobucket.com/albums/dd... Biotch.jpg
Ich als Mann hätt irgendwie auch gern einen langen Wikinger-Vollbart.
Damit hätte ich es dann aber in vielen Berufssparten mit Kundenkontakt schwer, und viele Frauen fänden's auch äußerst unsexy.
Warum hier ein universelles Thema (Rasierzwang) schon wieder zu etwas Frauenspezifischen gemacht wird versteh ich echt nicht.
natürlich schaut man hin, wenn eine frau - eine hübsche notabene - ihre achselhöhlen entblösst, und natürlich sind sie alle rasiert.
und natürlich ist ein zwang schlecht, soll doch jede machen, was sie will.
aber ein modetrend beginnt immer damit, dass die hübschen coolen etwas machen, und nur so lässt sich eine mode auch wieder beenden bzw. ablösen.
ich fürcht nur, bei den achselhaaren wird das schwer werden, bei den haaren an den beinen eher noch schwerer.
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