Obama spricht sich für Homosexuellen-Ehe aus

10. Mai 2012, 11:13

Sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl bezog Obama damit zu einem gesellschaftlich umstrittenen Thema Stellung

Washington - US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals offen dafür ausgesprochen, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen: "Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten", sagte Obama am Mittwoch in einem Interview im Fernsehsender ABC. Sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl bezog Obama damit zu einem gesellschaftlich hochumstrittenen Thema Stellung. Vor vier Jahren hatte er noch gegen die Eheschließung zwischen Homosexuellen Position bezogen.

Zuletzt hatte das Weiße Haus stets erklärt, dass sich die Haltung des Präsidenten in dieser Frage "noch entwickelt". In den vergangenen Tagen war der Druck auf Obama allerdings deutlich gewachsen, endlich Farbe zu bekennen. Sein Vizepräsident Joe Biden hatte am Wochenende in einem Fernsehinterview gesagt, er fühle sich "absolut wohl" mit einer Anerkennung der Ehe zwischen Homosexuellen. Obama sagte nun, in den Freundeskreisen seiner Töchter gebe es Kinder mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen, die seine Meinung mit geprägt hätten.

Im Bundesrecht der USA ist die Ehe als "legaler Bund zwischen Mann und Frau" festgeschrieben, allerdings können die Einzelstaaten in dieser Frage eigene Wege gehen. In sechs Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington ist eine Ehe zwischen Homosexuellen erlaubt. Außerdem haben die Parlamente der Bundesstaaten Washington und Maryland grünes Licht für die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften und Ehen zwischen Mann und Frau gegeben. Allerdings stehen hier noch Volksabstimmungen an, in denen die Gesetze wieder gekippt werden könnten.

Verbot in North Carolina

Erst am Dienstag hatten die Wähler in North Carolina der staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften einen Riegel vorgeschoben. In einem Referendum stimmten sie mit 61 Prozent für eine Verfassungsänderung, die eine Eheschließung zwischen Homosexuellen sowie die Legalisierung anderer Formen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verbietet. Ähnliche Verbote gelten bereits in 29 anderen Bundesstaaten.

Während viele von Obamas Demokraten aktiv für die Rechte von Schwulen und Lesben eintreten, lehnen vor allem Republikaner die Ehe zwischen Homosexuellen ab. Die öffentliche Meinung in der USA zu diesem Thema hat sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich gewandelt. Eine Erhebung des Instituts Pew Research Center im April zeigte, dass landesweit mittlerweile 47 Prozent der US-BürgerInnen die Einführung der Ehe zwischen Homosexuellen unterstützen, während 43 Prozent dies ablehnen. Im Jahr 2001 hatten sich noch 60 Prozent gegen gleichgeschlechtliche Ehen ausgesprochen. (APA, 9.5.2012)

Well done... Der Religiösen Rechten muß man frontal die Stirn bieten. Das entlarvt diese Irren viel besser als Herumdruckserei und Konfliktscheu.

Trotzdem traurig, daß man im 21ten Jahrhundert über solche Selbstverständlichkeiten überhaupt diskutieren muß.

warum gibts dieses thema auf "diestandard.at" und nicht im international-ressort?

oder hab ichs übersehen?

mehr rechte für lesben und schwule - liebe ist keine krankheit

erfreulich, daß die zahl der unterstützerInnen inzwischen zunimmt. dies kann mit ein schritt sein gegen lesbophobie und homophobie. liebe ist keine krankheit, auch nicht zwischen menschen gleichen geschlechts ..

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