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Demonstrantinnen bei einer Veranstaltung zum Equal Pay Day in Berlin, wo sie für Deutschland 23 Prozent Differenz kritisierten. Ob ihnen auch wer sagte, sie wären damit auf dem Holzweg?
Erst per Videobotschaft auf der Webseite des "Profil", dann beim "Club 2" und jetzt nochmals doppelseitig im aktuellen "Profil": Die Journalisten Robert Treichler und Gernot Bauer mussten aufgrund massiver Kritik bereits einige Male zu ihrem Artikel "Löhne: Die Wahrheit über die Ungleichheit" Stellung beziehen. Die neueste Reaktion Treichlers auf Kritik und Leserinnenbriefe im aktuellen "Profil" überrascht nun einerseits ob der doch schon länger zurückliegenden Diskussion und andererseits, weil bei Treichler offenbar noch immer nicht angekommen ist, was so viele an dem vermeintlichen Aufdeckerartikel über die "wahre Lohndifferenz" ärgerte.
Darin liegt auch schon ein zentrales Ärgernis: Der Artikel erzählte uns eben nichts Neues, deckte nichts auf. Das zweite große Problem an dem Artikel: Es wurde Feministinnen und Frauenpolitikerinnen unterstellt, sie hätten das viel geringere Ausmaß der Lohndifferenz unter den Teppich gekehrt - aus strategischen Gründen. Doch auf diese Kritikpunkte, über die sich viele zu Recht ärgerten, geht Treichler - zum wiederholten Male - nicht ein.
Niemand machte ein Geheimnis daraus
Frauenpolitisch Interessierte kennen die differierenden Zahlen bezüglich Lohndifferenz längst. Sie kennen sie, weil weder ArbeitsmarktexpertInnen und PolitikerInnen noch (feministische) JournalistInnen ein Geheimnis daraus machen (dieStandard.at über "Zahlen, Daten, Fakten zur Lohnschere") - doch dies wird im "Profil"-Artikel und in weiteren Stellungnahmen hartnäckig behauptet. Halbwegs Informierte wissen auch, dass unter den differierenden Zahlen weder eine ist, die völlig falsch ist, noch eine, die die einzig gültige ist. Denn es gibt nun einmal nicht eine einzige Berechnungsmethode der Lohnschere, und es gibt auch unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Zahlen am aussagekräftigsten sind. Dass Treichler und Bauer die Lohndifferenz von zwölf Prozent als die einzig relevante Zahl einstufen, ist somit ihre persönliche Meinung.
Auch andere sind - wie die beiden - zu Recht der Ansicht, dass es am besten wäre, diese um Teilzeit, unterschiedlich bezahlte Berufssparten oder Berufserfahrung bereinigte Zahl zu verwenden. Andere denken hingegen, der Vergleich der Bruttolöhne, der 25,5 Prozent Differenz ergibt, wäre aussagekräftiger. Denn sie würde über die unterschiedliche Bewertung von "Frauen"- oder "Männerarbeit" etwas aussagen. Daher solle der Faktor Berufssparte auch nicht herausgerechnet werden, schließlich existiere die unterschiedliche Bezahlung je nach Branche auch aufgrund von Diskriminierung.
Und auch jene, die von 38 Prozent Einkommensdifferenz (eine Berechnungsmethode, bei der Teilzeit nicht herausgenommen wird) sprechen, haben alles andere als unrecht, denn: Es liegt in unserer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung begründet, dass Frauen so viel mehr Teilzeit arbeiten, und nicht an einem ihnen angeborenen Willen, Familienarbeit und Hausarbeit zu leisten.
Zwei zentrale Fehler
Diese unterschiedlichen Zahlen wurden und werden von ArbeitsmarktexpertInnen häufig genannt, "aufzudecken" gab es da also nichts. Dass Treichler und Bauer der Meinung sind, einzig die zwölf Prozent bilden den Grad der Gehaltsdiskriminierung ab, ist in einem Kommentar gut aufgehoben, nicht aber in einem Artikel, der beansprucht die Wahrheit zu verkünden.
Auf die beiden zentralen falschen Aussagen im Artikel, dass die Zahlen verschwiegen worden seien und es nur eine relevante Zahl gebe, wird auch viele Wochen und Diskussionen später nicht eingegangen. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 15.5.2012)
Nachlesen
Die "Profil"-Artikel
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Vergleichen Sie mal das Gehalt von hässlichen und schönen Menschen. Wäre wohl überraschend was da raus kommt. Solange Menschen leben und subjektive Entscheidungen treffen, wird es niemals Gleichheit geben. Außer wir degenerieren alle zu Beamten. Interessant, dass bei Gleichstellungsdiskussionen gerade Beamte als Idealtypus hingestellt werden, die glaublich unproduktivste Gesellschaftsgruppe überhaupt.
Schade, dass in der Genderdebatte immer so unsauber argumentiert wird.
Dahinter stecken echte Probleme, nur sieht die keiner wenn die ganze Zeit mit falschen Zahlen herumgeworfen wird.
Also liebe Feministinnen, im eigenen Interesse: machts brav eure Statistik-Hausübungen.
- aus strategischen Gründen?http://www.equalpayday.at/index.php... rotetasche "...dass Frauen (bei gleichem Jobprofil und gleicher Position) sprichwörtlich weniger in der "Tasche" haben als ihre männlichen Kollegen.
Laut... liegt die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen in der Österreich bei 25,5 Prozent" (teilzeitbereinigt).
Insoferne ist der Profilartikel berechtigt.
12% Unterschied bereinigt, nur wegen des Geschlechtes (=Diskriminierung), ist allerdings auch skandalös!
Und natürlich liegt die Ursache für 25,5%, oder auch 38% an der herrschenden geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.
Wenn der Profilartikel zur Verbreitung differenzierterer Wahrnehmung der unterschiedlichen Zahlen beiträgt - weshalb eigentlich die Aufregung?
Für Frauen sind im Schnitt andere Kritieren bei der Jobwahl wichtiger als das GEhalt (Work-Life-Balance, nette Kollegen, etc)
Obwohl bekannt ist, dass bestimmte Berufe verhältnismäßig schlecht bezahlt sind, werden sie immernoch von Frauen gestürm.
Männer wechseln öfter den Job.
Männer verkaufen sich beim Chef im Schnitt besser.
Männer risikieren für die entsprechende Marie häufiger Gesundheit und Leben (über 90 % der tödlichen Arbeitsumfälle)
Geld ist für FRauen, wissenschaftlich erwiesen, im Schnitt ein wichtigerer Faktor bei der Partnerwahl.
Männer machen mehr Überstunden.
Frauen gehen in Karenz
Frauen gehen früher in Pension
Frauen machen sich wesentlich seltener selbstständig
etc....
Ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung ist nicht dasselbe wie Gehaltsdiskriminierung. Here we go again. Sauber trennen tut das auch die beaha nicht.
Ich frage mich langsam, ob "Lohnschere" und "Equal Pay Day" bei so viel Verzerrung und Unschärfen als unbelastete Begriffe überhaupt noch einen Platz im gesellschaftlichen Diskurs finden können.
Es wäre u.U. besser einen equal pay day ca. jetzt, also Mitte Mai abzuhalten, der die 38% Unterschied ohne jede Bereinigung wiedergibt, und das dann als Differenz zu transportieren, die generell die Rollenunterschiede / gesellschaftliche Arbeitsteilung zw. Mann und Frau ausdrückt. Oder einen Mitte Februar, der sich dann tatsächlich ausschließlich gegen Geschlechtsdiskriminierung richtet. Der derzeitige ist ein Mischding von Diskriminierung und zumindest der Tatsache unterschiedlicher Bezahlung der versch. Sparten, welches auch, aber bei weitem nicht nur ein Genderthema ist, Teilzeit enthält er aber wieder nicht. Also nicht alles, aber auch nicht nur eines, viel zu kompliziert für eine klare Botschaft, in alle Richtungen mißinterpretierbar.
... um schön auf die Ausländer hinhauen zu können. Wenn dann differenzierende Gegenstimmen kommen, ist das auch schon fast egal, denn etwas wird wohl hängenbleiben von der "riesigen Ausländerkriminalität", man hat sie schließlich oft genug beschworen. Der Gender-Pay-Gap-Diskurs wurde viel zu lange nach einem ähnlichen Muster geführt. Wiederhole möglichst oft eine möglichst hohe Prozentzahl - was da genau dahinter steckt, musst du nicht dazusagen.
Der Profil-Artikel hat damit vorläufig mal Schluss gemacht, und das war längst überfällig!
... neben der Teilzeit noch weitere Faktoren herausrechnen könnte, das war's dann aber auch schon. Es regierte der einfache, knackige Slogan. Seit dem Profil-Artikel ist nun angeblich die plötzliche Liebe zur Differenzierung erwacht.
Frauenministerin Heinisch-Hosek zog sich im ZiB-Interview unter dem Eindruck der von Profil ausgelösten Diskussion auf die Binse "Jeder Prozentpunkt Lohndiskriminierung ist zuviel." zurück, so nach dem Motto: "Ja meinetwegen, dann sind's halt nicht 25% sondern nur 10% - Diskriminierung ist es trotzdem."
Also ich weiß nicht, eine redliche Diskussion sieht für mich anders aus! Es erinnert mich ein bisschen daran, wie Strache und Konsorten die Kriminalitätsstatistik aufbauschen und verbiegen, ...
Wenn sie aber schreibt: "Frauenpolitisch Interessierte kennen die differierenden Zahlen bezüglich Lohndifferenz längst. Sie kennen sie, weil weder ArbeitsmarktexpertInnen und PolitikerInnen noch (feministische) JournalistInnen ein Geheimnis daraus machen.", dann stellt sich schon die Frage: Ist das wirklich so? Ich kann mich in der Gender-Pay-Gap-Debatte der letzten Jahre, insbesondere rund um den Equal Pay Day, an die vielfache Wiederholung des ganz und gar nicht differenzierenden Satzes "Frauen verdienen für die gleiche Arbeit um ein Viertel weniger." erinnern - vorgetragen von Journalistinnen sowie Politikerinnen aller Couleurs, von der Frauenministerin abwärts. Wenn's gut ging, kam vielleicht vereinzelt der Hinweis, dass man ...
Ok, mutige Aussage. Ein Klick auf den folgenden Link im Artikel und man kommt hierhin: http://tinyurl.com/c3nt32e
"Die jüngsten Daten, die für den diesjährigen Equal Pay Day relevant sind, kommen aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria und stammen aus dem Jahr 2009."
Statistik Austria klingt natürlich sehr professionell und man erwartet korrekte Angaben.
Sieht man aber genauer nach, dann erfährt man dass die Statistik Austria nur oberflächliche Statistiken machen darf.
http://tinyurl.com/ykevv9a
...könnt ihr bitte mal aufhören, hier die tatsachen zu verdrehen? ich glaub euch gern, dass die publizierten zahlen längst bekannt sind...
fakt ist aber, dass in den medien (vor allem von der frauenministerin) mit folgendem satz argumentiert wird "frauen erhalten für dieselbe leistung bis zu 40% weniger geld" --> UND GENAU DAS WIRD ANGEPRANGERT...
wenn ihr hier sagt, ihr wisst das alles längst, was im profil artikel steht, warum tätigt man dann in der öffentlichkeit wissentlich falsche aussagen? es mag sein, dass frauen in der summe um soviel weniger verdienen, aber das ist nicht die behauptung aus dem obigen satz --> der obige satz sagt EXPLIZIT weniger gehalt für gleiche arbeit und gleiche stundenanzahl
"Sie kennen sie, weil weder ArbeitsmarktexpertInnen und PolitikerInnen noch (feministische) JournalistInnen ein Geheimnis daraus machen..."
Bundesleiterin der ÖVP-Frauen, Dorothea Schittenhelm. "Wir müssen jeden Tag darauf aufmerksam machen, dass Frauen und Männer bei gleichwertiger Arbeit unterschiedlich entlohnt werden. Jeder, der etwas anderes behauptet, kennt die Realität nicht", betonte Schittenhelm.
Kommentar Bettine Pflugler
Er kommt alle Jahre wieder. Der Equal Pay Day. Also jener Tag, der zeigt, wie groß der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist. In Österreich beträgt die Lücke für gleiche Leistung 25 Prozent...
daß "gleichwertig" der ungeeignete ausdruck ist, um hier vermeintliche ungerechtigkeiten aufzudecken. und zwar deshalb, weil er frei und willkürlich interpretierbar ist, im unterschied zu "gleich"
Und weiter...
... "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das fordern wir Frauen seit über 100 Jahren. Diese Forderung ist heute aktueller denn je", so die SPÖ-Frauen-Vorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek.
...Herausgekommen ist laut Frauensprecherin Judith Schwentner, dass es keine einzige Branche ohne geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede gibt.
jahrelang haben frauenpolitikerinnen gesagt: "23% weniger lohn für gleiche arbeit"
und das war eine klare, eindeutige, bewusste lüge. der profilartikel hat das aufgedeckt.
was gibts da herumzureden. es ist die aufgabe des journalisten, bürger darauf hinzuweisen, wenn politiker absichtlich und wiederholt die unwahrheit sagen. das haben die beidne getan.
daß nichts neues und keine argumente vorgebracht werden - und tut selber genau dasselbe
die behauptung, frauen würden für die gleiche tätigkeit schlechter bezahlt als männer, stimmt einfach nicht
daß frauen eher teilzeit und in schlecht bezahlten berufen arbeiten, stimmt schon - aber das ganz einfach dem patriarchat anzulasten und die weibliche entscheidungsfreiheit völlig zu ignorieren, ist halt auch falsch
letzte woche hat die direktorin der statistik austria gabriela petrovic bei "25 jahre club alpha" im haus der industrie einen vortrag gehalten mit von der statistik erhobenen zahlen. wenn vollzeitarbeit (ganzjährig beschäftigte) verglichen wird, verdienen arbeiterinnen 68% dessen, was arbeiter verdienen, angestellte (weiblich) 66% der männl. angestellten. nur der öffentliche dienst, wo annähernd gleich bezahlt wird, reisst die gesamtstatistik etwas heraus. nachzulesen unter www.ceiberweiber.at - die statistik zb unter http://www.statistik.at/web_de/st... 33265.html
Das ändert nichts daran, dass hier wieder Äpfel mit aBirnen verglichen werden. Frauen sind in schlecht bezahlten Jobs überrepräsent, das wissen wir. Nur der Diskriminierung dafür die Schuld zu geben ist nicht richtig. Es steht heute jeder Person frei, sich für Jobs zu begeistern, die auch entsprechendes Einkommen bringen.
die aussage "23% weniger für gleiche arbeit" ist eine lüge. punkt. das festzustellen, war die leistung des profil.
wenn man wieder wahrheit sagt, dann kann man über alle möglichen zahlen diskutieren. aber bewusste lügen von ministern, das ist nun mal nicht in ordnung
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