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Moskau - Die Stadtverwaltung von Moskau hat erneut eine Homosexuellen-Parade in der russischen Hauptstadt verboten. Wie die Organisation GayRussia am Freitag mitteilte, informierte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden die VeranstalterInnen, dass die für Ende Mai geplante Parade wegen der erwarteten "negativen Reaktion in der Gesellschaft" nicht genehmigt werden könne. Die russische Öffentlichkeit werte eine solche Kundgebung als "Provokation", die Kindern und Jugendlichen "moralischen Schaden" zufüge.
Der bekannte Homosexuellen-Aktivist Nikolai Alexejew hatte beantragt, am Sonntag kommender Woche mit bis zu 1.000 TeilnehmerInnen zum Revolutionsplatz am Kreml ziehen zu dürfen. Er sei bereit gewesen, auch jeden anderen Ort zu akzeptieren und auf "Obszönität und Nacktheit" zu verzichten, teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Alexejew will eine Beschwerde gegen das Demonstrationsverbot einlegen, die Parade zur Not aber auch ohne Genehmigung abhalten. Die VeranstalterInnen bereiteten sich bereits auf "Zusammenstöße" vor.
Siebente Mal verboten
Es ist bereits das siebente Mal in sieben Jahren, dass die Moskauer Behörden eine Homosexuellen-Parade verbieten. Dennoch abgehaltene Veranstaltungen wurden in den vergangenen Jahren mit teils brutaler Gewalt durch die Polizei aufgelöst und von FundamentalistInnen angegriffen.
Im März war in St. Petersburg ein Gesetz in Kraft getreten, das "Propaganda für Homosexualität und Pädophilie" verbietet. Alexejew war Anfang Mai der erste Homosexuellen-Aktivist, der aufgrund der neuen Gesetzgebung verurteilt wurde. Er muss eine Geldstrafe zahlen, weil er in der zweitgrößten Stadt Russland gegen die Diskriminierung von Homosexuellen protestierte.
Bei einer Demonstration gegen das Gesetz wurden am Donnerstagabend in St. Petersburg zwei Menschen verletzt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatte ein junger Mann mit einer Gaspistole auf DemonstrantInnen geschossen. Zwei von ihnen mussten demnach mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Den Rund 80 DemonstrantInnen hatten 100 GegendemonstrantInnen gegenübergestanden. (APA, 18.5.2012)
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