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Das Mobbing eines Homosexuellen und seine tragischen Konsequenzen beschäftigen die USA. Am Dienstag wurde ein 20-jähriger Student, der seinen Kommilitonen über Twitter und heimliche Aufnahmen beim Sex in den Suizid getrieben hatte, wegen Angriff auf die Privatsphäre mit homophoben Hintergrund zu nur 30 Tagen Haft verurteilt. Für das Mobbing des Zimmergenossen verhängte der Richter zudem eine dreijährige Bewährungsstrafe.
Das vergleichsweise milde Strafmaß wurde mit Überraschung aufgenommen. Dem Täter hatten nach der Verurteilung durch eine Jury bis zu zehn Jahren Haft gedroht.
Staatsanwaltschaft kündigt Einspruch an
Der in Indien geborene und in den USA aufgewachsene Student hatte seinen Zimmergenossen gefilmt, als jener sich mit einem Liebhaber zum ersten Rendezvous traf. Über Twitter machte er andere StudentInnen der Universität auf das Video aufmerksam und ermunterte sie, sich den Clip anzuschauen. Als sein Zimmernachbar von den Aufnahmen erfuhr, verabschiedete er sich zwei Tage später auf seiner Facebook-Seite und sprang von einer Brücke in den Hudson.
Der Richter am Superior Court des Bundesstaates New Jersey in dem Universitätsstädtchen New Brunswick sah "keine Gewalt" des 20-Jährigen im Spiel. Die Tat zeuge allerdings von einer "kolossalen Insensibilität". Die Staatsanwaltschaft kündigte Einspruch an.
Keine Entschuldigung
Richter Glenn Berman erklärte, er habe ein "konstruktives" Strafmaß verhängen und einen Schlussstrich unter den Fall ziehen wollen. "Die Jury hat Sie 288-fach schuldig gesprochen", sagte der Richter dem Angeklagten nach einem Bericht der "New York Times". Diese Zahl ergebe sich aus der Multiplikation des Schuldspruchs von zwölf JurorInnen in 24 Punkten. "Von Ihnen aber habe ich keine einzige Entschuldigung gehört", sagte der Richter dem jungen Mann. "Sie können das Leid, das Sie angerichtet haben, nie wieder tilgen."
Mögliche Ausweisung
Das Strafmaß von 30 Tagen Gefängnis beziehe sich auf die Unterschlagung von Beweismaterial und Lügen bei der Polizei, sagte Berman weiter. Für das Mobbing verhängte der Richter eine dreijährige Bewährungsstrafe. Der Student muss außerdem Gemeindearbeit leisten und eine Summe von etwa 11.000 Dollar (8.615 Euro) zahlen. Offen ist noch, ob der Inder von den USA des Landes verwiesen wird.
Strenges Anti-Mobbing-Gesetz
Der Vorfall an der staatlichen Rutgers-Universität wurde landesweit debattiert und hatte zur Folge, dass im Bundesstaat New Jersey ein Jahr später ein strenges Anti-Mobbing-Gesetz verabschiedet wurde. Opfer von Diffamierungen per Handy oder im Internet können ihre PeinigerInnen seitdem in der Schule oder direkt bei der Polizei anzeigen. Schulen müssen jeden Fall binnen zehn Tagen prüfen. Darüber hinaus muss das gesamte Personal - von RektorInnen bis zu HausmeisterInnen - Anti-Mobbing-Strategien lernen. (APA, 22.5.2012)
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wollte ich fragen was die redaktion davon hält eine eigene rubrik für lgbt-relevante artikel zu eröffnen, wenn es nachrichten über diskriminierung homosexueller schon nicht bis in derstandard schaffen?
lgbtstandard, oder gaystandard oder sowas? letzteres klingt mmn. auch ganz ansprechend! :D
sorry, falls ich damit jetzt irgendjemandem auf die nerven gehe!
Wieso versteckt man so einen Artikel?
Mobbing IST Gewalt ... und eine Form von Fa.sch.ismus ... solange man darüber schweigt, wird sich daran wenig ändern ...
Liebe Redaktion,
finden Sie nicht, dass der Titel mehr als nur unpassend gewählt ist? Das Mobbing-Opfer wurde beim Sex gefilmt, schreiben Sie selber, und beging später Selbstmord. Die gegenwärtige Formulierung lässt stattdessen vermuten, dass irgendwo ein total überzogenen Urteil für einen folgenlosen Eingriff in die Privatsphäre verkündet wurde.
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