Damensalon eröffnet Musenraum

22. Mai 2012, 13:19

Der Damensalon ist zurück und begibt sich mit dem "Musenraum" auf eine längere Reise mit Destination. Im Rahmen des Kunstfestivals "GEMMAKUN?TSCHAUN.2012" in Villach hat die Hausdame des Damensalons, Simone Dueller, wieder Künstlerinnen aus Österreich und Deutschland eingeladen, für drei Wochen gemeinsam ein leerstehendes Geschäftslokal in einen Musentempel umzuwandeln.

Das Thema ist, wie schon zwei Jahre zuvor: Feminismus, Weiblichkeit, Rollenklischees. Der Schlachtruf: "We're your muses not your amusement".

Bis 16. Juni, von Mittwoch bis Freitag, jeweils 14:00 bis 18:30 Uhr und Samstag, 10:00 bis 13:00 Uhr, sind die Salondamen in ihrem Ausstellungsraum anzutreffen. (red, 22.5.2012)


Links

Damensalon II, Gerbergasse 4, 9500 Villach

GEMMAKUN?TSCHAUN.2012

Noch immer Musen im 21. Jahrhundert ????

Warum bezeichnen sich Künstlerinnen und intellektuelle Frauen noch immer als Musen? - da sie sich ja seit den 1960/70er Jahren während der feministischen Frauenkunstbewegung gerade vehement gegen diese Bezeichnung auflehnten!! Die Künstlerinnen wollten als eigenständige Künstlerinnen gesehen werden und nicht als Muse des männlichen Künstlers!!! All dies geht einher mit dem Recht an einer Kunstuni als Frau überhaupt studieren zu können und auch in Galerien und Museen ausstellen zu können, da dies ja männlich besetzt war(/ist). Künstlerinnen wollen keine Muse sein!!! Damit werden sie ja erst recht nicht ernst genommen! Möglicherweise befindet sich dieser Salon noch immer im 19. Jahrhundert ??? Wo bleibt die Theorie zu diesem Salonkonzept ???

Ernsthaft?

Sich in der Argumentation auf eine Diskussion der 60er zu berufen, ist ein wenig schwach, nicht? Seitdem ist die Zeit nicht stehengeblieben, und ich denke, es gibt wohl genug Frauen, die selbstbewusst ihr Frausein leben können, und sich trotzdem nicht diskriminiert fühlen müssen und wenn sie es sind, ebenso selbstverständlich dafür kämpfen. Dass KünstlerInnen, die einen Musenraum eröffnen gleichzeitig einen Diskursraum öffnen, wird wohl klar sein. Warst du mal da?
Mich erinnert dieses sture Nachgefrage gerade an die Diskussion Alice Schwarzer va. Charlotte Roche. Zweitere lebt einen selbstbewussten Feminismus ohne ständig über Diskurse der 60er nachzudenken (zB Pornothema).
Liebe Studentin Andreoid3000, schaff dir die Theorie doch selber!

Na ja!

Ich denke, dass zumindest schon alleine der Titel "Musenraum" und "Damensalon" sprachlich zwischen griechischer Antike und den 1950er Jahren einzuordnen ist, daher das ganze wohl eher etwas irreflexiv, unprogressiv, und auf einen retrograden Diskurs ausgerichtet, wie auch aus der Argumentation ersichtlich ist. Aber ich hoffe, es hat zumindest Spaß gemacht!

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