"Flexi-Quote" gewinnt an Unterstützung

25. Mai 2012, 16:50
  • In der Quoten-Debatte sind die beiden CDU-Politikerinnen Kontrahentinnen: Ursula von der Leyen will eine verpflichtende, feste Quote von 30 Prozent, Kristina Schröder macht sich für die "Flexi-Quote" stark.
    foto: reuters/fabrizio bensch

    In der Quoten-Debatte sind die beiden CDU-Politikerinnen Kontrahentinnen: Ursula von der Leyen will eine verpflichtende, feste Quote von 30 Prozent, Kristina Schröder macht sich für die "Flexi-Quote" stark.

Kristina Schröder kann CDU-EntscheidungsträgerInnen für ihr Modell begeistern - Merkel und Seehofer wollen Unmut dämpfen und Kompromiss mit FDP schaffen

Berlin - Bundesfamilien- und frauenministerin Kristina Schröder stößt mit ihrem Vorschlag einer flexiblen Frauenquote in den Führungsspitzen der Unternehmen auf immer größere Unterstützung in der Union. Einem Vorabbericht des "Spiegel" zufolge sollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer bei einem vertraulichen Gespräch auf eine solche "Flexi-Quote" verständigt haben. Mit dem Parlamentskreis Mittelstand hat sich zudem die größte Gruppe in der Unions-Fraktion für dieses Modell ausgesprochen.

Bei der Flexi-Quote sollen sich Unternehmen selbst ein Ziel für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen. Wird das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht, sollen Sanktionen verhängt werden können.

Anspruchsvolle Ziele

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte sich zu dem Gespräch zwischen CDU-Chefin Merkel und Seehofer nicht äußern. Er betonte aber, die Bundeskanzlerin unterstütze Schröder weiterhin bei ihrem Vorhaben zur Durchsetzung eines Stufenplans. "Sie ist davon überzeugt, dass wir mehr Frauen in den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland brauchen." Es sei daher Zeit, dass sich die Firmen zu konkreten Selbstverpflichtungen bekennen. Selbstverständlich müssten diese Ziele anspruchsvoll sein.

Wettbewerbsfördernd?

Der Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion betonte in seinem Beschluss, die flexible Quote "unterstützt den Wettbewerb zwischen den Unternehmen". Zugleich zwinge sie die Firmen, sich der Diskussion über Zielquoten und Strategien zur Erreichung dieser Zielvorgaben zu stellen. Nur so könne ein Wandel der Unternehmenskultur gelingen.

Von der Leyen als Gegenspielerin

Gegenspielerin Schröders ist Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin tritt für eine feste Quote von Frauen in ChefInnenetagen ein. Ihr Sprecher bekräftigte, Ziel sei ein Frauenanteil von 30 Prozent.

Ziel: Unmut dämpfen und Kompromisse schaffen

Wie der "Spiegel" berichtete, wollen Merkel und Seehofer mit ihrer Einigung zum einen den Unmut derjenigen Frauen in der Unionsfraktion dämpfen, die sich gegen das von der CSU geforderte Betreuungsgeld wenden. Zum anderen sähen sie in der Flexi-Quote ein Kompromissangebot an die FDP. Diese lehnt eine gesetzliche Quote ab. So unterstrich eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP, ihr Ressort halte eine gesetzliche Quote nicht für den geeigneten Weg. (Reuters, 25.5.2012)

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