Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

In der Quoten-Debatte sind die beiden CDU-Politikerinnen Kontrahentinnen: Ursula von der Leyen will eine verpflichtende, feste Quote von 30 Prozent, Kristina Schröder macht sich für die "Flexi-Quote" stark.
Berlin - Bundesfamilien- und frauenministerin Kristina Schröder stößt mit ihrem Vorschlag einer flexiblen Frauenquote in den Führungsspitzen der Unternehmen auf immer größere Unterstützung in der Union. Einem Vorabbericht des "Spiegel" zufolge sollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer bei einem vertraulichen Gespräch auf eine solche "Flexi-Quote" verständigt haben. Mit dem Parlamentskreis Mittelstand hat sich zudem die größte Gruppe in der Unions-Fraktion für dieses Modell ausgesprochen.
Bei der Flexi-Quote sollen sich Unternehmen selbst ein Ziel für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen. Wird das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht, sollen Sanktionen verhängt werden können.
Anspruchsvolle Ziele
Regierungssprecher Steffen Seibert wollte sich zu dem Gespräch zwischen CDU-Chefin Merkel und Seehofer nicht äußern. Er betonte aber, die Bundeskanzlerin unterstütze Schröder weiterhin bei ihrem Vorhaben zur Durchsetzung eines Stufenplans. "Sie ist davon überzeugt, dass wir mehr Frauen in den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland brauchen." Es sei daher Zeit, dass sich die Firmen zu konkreten Selbstverpflichtungen bekennen. Selbstverständlich müssten diese Ziele anspruchsvoll sein.
Wettbewerbsfördernd?
Der Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion betonte in seinem Beschluss, die flexible Quote "unterstützt den Wettbewerb zwischen den Unternehmen". Zugleich zwinge sie die Firmen, sich der Diskussion über Zielquoten und Strategien zur Erreichung dieser Zielvorgaben zu stellen. Nur so könne ein Wandel der Unternehmenskultur gelingen.
Von der Leyen als Gegenspielerin
Gegenspielerin Schröders ist Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin tritt für eine feste Quote von Frauen in ChefInnenetagen ein. Ihr Sprecher bekräftigte, Ziel sei ein Frauenanteil von 30 Prozent.
Ziel: Unmut dämpfen und Kompromisse schaffen
Wie der "Spiegel" berichtete, wollen Merkel und Seehofer mit ihrer Einigung zum einen den Unmut derjenigen Frauen in der Unionsfraktion dämpfen, die sich gegen das von der CSU geforderte Betreuungsgeld wenden. Zum anderen sähen sie in der Flexi-Quote ein Kompromissangebot an die FDP. Diese lehnt eine gesetzliche Quote ab. So unterstrich eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP, ihr Ressort halte eine gesetzliche Quote nicht für den geeigneten Weg. (Reuters, 25.5.2012)
In diesem Jahr finden turnusmäßige Wahlen für die Aufsichtsräte statt - Gleichberechtigung dürfe sich nicht auf Aufsichtsräte beschränken
ChristdemokratInnen und Liberale lehnten mit ihrer Mehrheit einen entsprechenden Antrag der Opposition ab
Damit hätte der deutsche Konzern einen Frauenanteil von mehr als zwei Drittel in der oberen Etage
Dem Justizsprecher geht die Gleichstellung zu langsam - Die Quote als adäquates Rezept - Mitterlehner und Co. sind gegen die Quote
Die StudienautorInnen machen Quotenregelungen für den Anstieg verantwortlich - Ruanda führt die Liste an, das EU-Parlament liegt mit 35 Prozent im Mittelfeld
Der SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht darin ein wirkungsvolles politisches Instrument - 80 Prozent finden Sexismus-Debatte wichtig
Kommissarin Viviane Reding ist sich sicher, dass gesetzgeberischer Druck wirke - Erhöhung um 2,1 Prozent von Jänner auf Oktober 2012
Nur sechs Mitgliedsländer beklagen Verletzung des Subsidiaritätsprinzips durch geplante Regelung
Mit überwältigender Mehrheit wies das Parlament den Vorschlag der EU-Kommission zurück - Ablehnung kommt auch von anderen Staaten
Weiblicher Anteil in Direktorien seit 2005 unverändert bei 16 Prozent - Nicht-weiße Frauen werden noch stärker diskriminiert
Grüne-Fraktionschefin will den Fraktionszwang aufheben - EU-Kommission will 40 Prozent Frauen bis 2020
Horst Seehofer: Deutsche Bundesregierung soll EU-Beschluss nicht umsetzen
Firmen müssen Frauen bei gleicher Qualifikation den Vorrang geben, wenn ihre Aufsichtsräte nicht zu 40 Prozent weiblich sind - Reding hat eine Mehrheit dafür
Bei Anteil in Leitungsorganen größter börsenotierter Unternehmen von Platz 18 (2010) auf Rang 15 (2012)
SPÖ-Europaabgeordnete fordert Auswahlverfahren mit weiblicher Beteiligung - Othmar Karas: EZB-Direktorium nicht mit Frauenfrage vermischen
Kommission will Rechtmäßigkeit der Vorschrift noch weiter prüfen
Merkel soll Abstimmung im Bundestag über Einführung der Frauenquote ohne Fraktionszwang erlauben, damit Merhehit für Quote zustande kommen kann - FDP will Machtwort gegen Quote hören
Flexiquote statt fixer Quote: Spitzen von CDU und CSU fordern KollegInnen auf, sich parteikonform zu verhalten
Frauenanteil in den Aufsichtsräten von börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen von 20 Prozent ab dem Jahr 2018 und 40 Prozent ab 2023 fixiert
CDU-PolitikerInnen von Saarland und Sachsen-Anhalt befürworten entgegen ihrer Parteilinie eine gesetzliche Quote - Abstimmung am Freitag
Mit der Ablehnung Deutschlands gegen die Quote verfügen die KritikerInnen über eine Sperrminorität - Reding bleibt siegessicher
Zehn Mitgliedsländer stellen sich gegen die Richtlinie der Justizkommissarin und erreichen damit eine Sperrminorität
Bundesvorsitzende Fürntrath-Moretti gegen fixe Frauenquote und für "nachhaltigen Paradigmenwechsel", der Frauen trotz Familienarbeit Karriere ermöglicht
Die deutsche Familien- und Frauenministerin konnte sich mit "Flexi-Quote" nicht durchsetzen - Dennoch sieht sie darin ein "ganz scharfes Schwert"