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Die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse steigt kontinuierlich. Für viele junge Menschen wird es zunehmend zur Selbstverständlichkeit, auf die arbeitsrechtlichen Vorteile einer fixen Anstellung verzichten zu müssen. Der Anspruch auf ein 13. und 14. Monatsgehalt, bezahlter Urlaub oder bezahlter Krankenstand sind für viele junge, motivierte und auf "Flexibilität" eingeschworene ArbeitnehmerInnen nicht einmal in greifbarer Nähe.
Für Frauen kann ein freies Dienstverhältnis spätestens durch eine Schwangerschaft weitreichende Folgen haben. Zwar bekommen Schwangere in diesem Dienstverhältnis seit 2008 wie Angestellte ein Wochengeld ausbezahlt, das absolute Beschäftigungsverbot mindestens acht Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt sowie viele andere arbeitsrechtliche Schutzbestimmungen gelten für sie aber nicht.
Druck der ArbeitgeberInnen
Die Gewerkschaft der Privatangestellten Druck - Journalismus - Papier (GPA-djp) fordert daher Mutterschutz für alle. "Ich denke, der politische Wille ist da, auch freie Dienstnehmerinnen in das Mutterschutzgesetz einzubinden", so Barbara Marx, Leiterin der Bundesfrauenabteilung der GPA-djp, gegenüber dieStandard.at. Mit der Einbindung der freien DienstnehmerInnen in die Sozialversicherung sei ein erster Schritt passiert, "dass damals das Mutterschutzgesetz unberücksichtigt blieb, war meines Erachtens eher ein Versehen als Absicht", so Marx, die sich in puncto Umsetzung ihrer Forderung optimistisch zeigt.
Von konkreten Konsequenzen des fehlenden arbeitsrechtlichen Schutzes berichtet eine Architektin in dem von der GPA-djp produzierten Video "Mutterschutz für freie Dienstnehmerinnen" . Darin berichtet sie von viel Unmut und Druck vonseiten des Arbeitsgebers, als sie ihre Aufgaben als Projektleiterin aufgrund von Wehen im siebenten Monat früher als geplant abgeben musste.
Nachwirkende Lohneinbrüche
Neben den fehlenden Schutzbestimmungen wie Verbot von Nachtarbeit und Überstunden müssen schwangere freie Dienstnehmerinnen im Unterschied zu Angestellten auch mit finanziellen Einbußen rechnen. Denn während Angestellte den Besuch bei der Ärztin oder beim Arzt in ihrer Arbeitszeit erledigen können und längere Pausen aufgrund von schwangerschaftsbedingten Beschwerden ebenso in der Arbeitszeit genommen werden können, wirken sich diese fehlenden Arbeitszeiten bei freien Dienstnehmerinnen direkt auf ihr Einkommen aus. Und da sich etwa das einkommensabhängige Kindergeld auf das Gehalt kurz vor der Geburt stützt, wirken diese Lohneinbrüche noch lange nach.
Vor allem Schwangere, die in Berufen arbeiten, in denen sich die Arbeitszeiten nicht so leicht abstecken lassen, sind laut Marx betroffen. Dabei handelt es sich oft um hochqualifizierte Jobs, beispielsweise im Kunst- und Kulturbereich, in denen die freien Dienstverhältnisse auch stark zugenommen haben. "Probleme treten vor allem dort auf, wo Arbeit und Privates verschwimmen und eine Übergabe der Aufgaben nicht so einfach ist", erklärt Marx.
Gewerkschaft kommt nicht gleich in den Sinn
Trotz des Anstiegs von atypischen Beschäftigungsverhältnissen und Schwierigkeiten für schwangere Frauen in diesen hält sich die Beratungstätigkeit der GPA-djp zum fehlenden Mutterschutz in Grenzen. Marx: "Von den Beratungen her handelt es sich im Moment eher um Einzelfälle, das liegt aber auch am Beschäftigungsverhältnis: Viele freie Dienstnehmerinnen kommen nicht gleich auf den Gedanken, sich an die Gewerkschaft zu wenden." (beaha, dieStandard.at, 31.5.2012)
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ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wo der Sozialstaat generell hinsteuert. Wenn's so weitergeht, bekommen wir Zustände wie in England vor 1900, wie in den USA heute.
Die Politik hat seit 1989 schmählich versagt.
KOMISCH.
Na im Ernst. Ich (selbständig) wäre, als ich schwanger war, auch NIE auf die Idee gekommen, zur Gewerkschaft zu gehen. Warum auch? Bisher hat die Gewerkschaft ja auch GENAU NIX für mich getan. Wieso also soll ich das ausgerechnet in einer Situation tun, in der Organisationsminute kostbar ist und frau wahrlich was Besseres zu tun hat als sich von mittelinformierten Leuten, die von meinem Berufsalltag null Ahnung haben, irgendwelche Ratschläge geben zu lassen, die nicht umsetzbar sind? (Meine Vorurteile nähren sich nicht aus dem Äther, sondern aus GJP-Publikationen & -Website.)
Und hier von "Einzelfällen" zu sprechen, als ob nur vereinzelte Freiberuflerinnen Kinder bekämen, das ist, mit Verlaub, bestenfalls lächerlich.
War selbst einer und weiss wovon ich spreche. Der geringe höhere Stundensatz kompensiert niemals das fehlende 13 und 14. Gehalt. Kein bezahlter Urlaub und damals auch kein bezahlter Krankenstand. Kein Abfertigungsanspruch und damals gab es auch kein Arbeitslosengeld, wenn man gekündigt wurde. Eine schlimmere Form der Ausbeutung habe ich noch nie erlebt.
sind all diese "Verbesserungsmaßnahmen" kompletter Nonsens: weg mit dem freien Dienstnehmer! Es werden KV umgangen, ArbeitnehmerInnenrechte mit Füßen getreten, Aufstiegschancen ruiniert, Betriebsratsvertretung abgelehnt (viele Betriebsräte fühlen sich für fr. DN nicht zuständig), die Gründung eines Betriebsrats ist immer ein Risiko, besonders aber für fr. DN, da die Kündigungsfrist 2 Wochen beträgt, und viele gar nicht wissen, dass sie sich wehren können. es gibt keine branchenüblichen Gehaltsverhandlungen (siehe zB im Sozialbereich, wo fr. DN aus dem BAGS rausfallen und so jahrelang auf dem gleichen Stand bleiben) usw. usf.
Also: weg mit dem freien Dienstnehmer!
vollkommen richtig. ich sehe in der idee des freien dienstnehmers auch lediglich eine legale umgehung eines angestelltenverhältnisses mit einem ganzen haufen an nachteilen:
13. + 14. Gehalt, Kündigungsschutz, Kollektivverträge, Auslagerung des Risikos von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer usw..
ein weiteres armutszeugnis für die gewerkschaften, dass die möglichkeit überhaupt entstehen konnte.
In der Kritik des Verhältnisses der freien Dienstnehmer gebe ich Dir vollkommen recht. Aber die Schuld daran den Gewerkschaften zuzuschieben, zeugt doch von leichter Verwirrung. Denn es sind die Arbeitgeber (viele, aber nicht alle), die auf diese Beschäftigungsform drängen. Ganz wild war das um die Jahrtausendwende. Und es ist tatsächlich ein Verdienst der Gewerkschaften, dass da ein paar Auswüchse gekappt und zumindest eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung eingeführt wurde.
Aber es stimmt: Im Grunde gehört diese Art der Beschäftigung abgeschafft. Und dazu brauchen die Gewerkschaften unsere Unterstützung - damit sie mehr Druck machen können.
.. renomierte Unternehmen die ein gutes Image pflegen stellen auch weiterhin geringfügig und nicht als freier Dienstnehmer an. Ich arbeite geringfügig und bekomme 13. und 14. Gehalt und werde in keinster Weise benachteiligt( naja gut ich bin externer MItarbeiter und bekomm eben keinen Krankenstand) aber werde nicht benachteiligt bei der WEihnachtsprämie noch Firmenausflügen oder andere Social Benefits.
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