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Stuttgart - Der grausame Mord an einer sechsfachen Mutter in Berlin entfacht in Deutschland die Diskussion um den Schutz von von Gewalt betroffenen Frauen. Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) forderte als Konsequenz aus dem Fall, dass ausländische Frauen sofort ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erhalten sollen, wenn sie in der Ehe misshandelt werden. "Diese Frauen werden durch Zwangsheirat ihrer gewohnten Umgebung entrissen, leben isoliert ohne Sprachkenntnisse und soziale Beziehungen in Deutschland und sind ihren Männern und deren Familien hilflos ausgeliefert", betonte die Ministerin.
Hintergrund
In Berlin hatte ein Mann mit türkischer Herkunft, der in Deutschland aufgewachsen sein soll, seine 30-jährige Frau, die er im Zuge einer arrangierten Ehe aus einer ländlichen Region in Ostanatolien nach Deutschland geholt hatte, vor den Augen der gemeinsamen Kinder erstochen und zerstückelt.
Zahlreiche Menschen gedachten am Dienstagabend mit einer Mahnwache am Tatort der getöteten 30-Jährigen. Im Innenhof des Hauses in Kreuzberg, in dem das Opfer mit den sechs Kindern gelebt hatte, legten Trauernde Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Die Polizei sprach von 150 bis 200 TeilnehmerInnen, auch viele AnrainerInnen waren darunter. Zu der Aktion hatte u.a. der Verein "Aufbruch Neukölln" aufgerufen. Er kämpft gegen häusliche Gewalt von Männern - vor allem türkischer Herkunft. Auch der Frauenverein Dest Dan e.V., die Kurdische Fraueninitiative und weitere Organisationen riefen zu Protestkundgebungen und Trauerfeiern auf. Die deutsche Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. und Cenî - Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. unterstützen diese Veranstaltungen ebenso.
Glückliche Ehe
Integrationsministerin Öney appellierte an die türkische Community in Deutschland: Die Familien müssten immer darauf achten, in welches Umfeld die Tochter heiratet. "Viele arrangierte Ehen und insbesondere Zwangsehen sind keine glücklichen Ehen. Das muss allen bewusstwerden. Ich appelliere an die Familien, das Glück und das Leben ihrer Kinder nicht aufs Spiel zu setzen." Auch Hoffnungen auf finanzielle Vorteile der Familien, wenn ihre Tochter etwa aus der Türkei, Pakistan, Indien oder Bosnien ins reiche Deutschland zögen, würden häufig nicht erfüllt.
Erhöhung der Frist auf eigenständiges Aufenthaltsrecht
Eine Rückkehr in das Heimatland lehnten die Frauen nach der Trennung vom gewalttätigen Ehemann oft aus Schamgefühl gegenüber ihren Familien ab. Unter der schwarz-gelben Bundesregierung ist die Zeitdauer der Ehe als Voraussetzung für ein eigenständiges Aufenthaltsrecht von zwei auf drei Jahre erhöht worden. Öney meinte, dies stehe im Widerspruch zur Aufnahme von Zwangsheiraten als Straftatbestand im Strafgesetzbuch.
Ein verkürzter Zeitraum reiche allerdings nicht aus, denn den Frauen müssten auch Hilfen für ein eigenständiges Leben in Deutschland erhalten. "Schnelle, unbürokratische und anonyme Unterstützung ist dann gefragt", sagte Öney. Die Zahl der Fälle von Zwangsverheiratungen in Deutschland beziffert die Ministerin in Stuttgart auf jährlich rund 3000.
"Zweifacher Schutz" durch Sprachtests
Öney sieht sich durch den Berliner Fall auch in ihrem Festhalten an Sprachtest für den Familiennachzug nach Deutschland bestätigt. "Die Sprachtests bieten zweifachen Schutz", erläuterte sie. Einerseits böten sie den Frauen die Möglichkeit, durch absichtliches Nichtbestehen des Sprachkurses einer Zwangsheirat zu entgehen, andererseits befähigten sie die Frauen, nach dem Umzug nach Deutschland sich im Ernstfall über Hilfsmöglichkeiten zu informieren.
Der Berliner Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu sagte: "Wir können als Gesellschaft nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." Er forderte mehr Schutz und Aufklärung. "Frauen, die über eine Heirat ins Land kommen, kein Deutsch sprechen, keine Kontakte hier haben und andere Rechtsvorstellungen gewohnt sind, müssen wissen, dass sie der Staat schützt", sagte er der deutschen Nachrichtenagentur. Nun müsse geprüft werden, ob die Behörden künftig Frauen in einer ähnlichen Lage besser über ihre Rechte informieren könnten.
Situation in Österreich
In Österreich können Frauen, die über die Familienzusammenführung nach Österreich kommen, über fünf Jahre keinen eigenen Aufenthaltstitel ansuchen. Laut der Frauenhelpline Österreich hat in der Zwischenzeit aber ein gewisse Sensibilisierung bei den Behörden stattgefunden, weshalb bei begründeten Fällen und der Begleitung von Beratungsstellen eigenständige Aufenthaltstitel auch früher ausgestellt werden. (APA/red, 6.6.2012)
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Betroffenheit auch bei diesen Fällen von Gewalt-Verbrechen an Frauen . Unglaublich, wie sogar Sozialarbeiter weggeschaut haben . Die Drahtzieher präsentieren sich als fromme, familientreue Muslime. http://www.zeit.de/gesellsch... britannien
werden meist in der Türkei gesucht. In vielen Fällen handelt es sich um arrangierte Ehen. Gegen Individualismus wird in diesen Famillien mit psychischer sowie physischer Gewalt vorgegangen. Darunter leiden besonders Frauen und Kinder. Man muss diese Strukturen in Österreich bekämpfen, indem Zuwanderung (wenn nötig) aus nicht-muslimischen Ländern gefördert wird. Vielfalt ist nämlich die Grundlage für eine kritische Gesellschaft, und es kann nicht sein, dass Angehörige einer bestimmten religiösen Gruppe unser Rechts- sowie Wertesystem ständig untergraben wollen. Unsere Gesellschaft zeichnet nicht die Herkunft, sondern durch das Recht auf Selbstbestimmung aus. Wir lassen Vielfalt gelten, weshalb können viele Muslime das oft nicht?
und was soll das an überkommenen patriarchalen vorstellungen ändern?
bei denen, die sie nun mal haben?
das eine hat mit dem anderen nichts zu tun
es wurde endlich zeit, dass sich der `verein aufbruch neukölln` öffentlich gegen gewalt der (muslim.) männer an frauen ausspricht, nachdem zahlreiche frauen/verbände, organisationen seit jahren auf das problem oder sog. `ehrenmorde, zwangsheiraten, gewalt an frauen` hingewiesen haben - mit weniger resonanz. dabei spielt es keine rolle, wo gewalt stattfindet. gewalt gegen frauen hat ein vielfältiges spektrum - von `häuslicher` gewalt zu sprechen, verharmlost m.E. die tragweite. lt. terre de femmes werden alle zweieinhalb tage frauen in deutschland durch den partner ermordet. ca. 50.000 und mehr frauen flüchten in frauenhäuser, allein in NRW ca. 6000 mit ihren 4600 kindern. http://www.taz.de/!93704/
tut er schon seit je...
aber das paßt halt nicht ins feindbild vom dumpfpatriarchalen türken/muslim, daher überhört man solche stimmen lieber, als ihnen beifall zu zollen
Die Frage ist, ob Frauen, die die Landessprache nicht sprechen und absolut isoliert leben, überhaupt im Ausland bleiben wollen.
Sinnvoller wäre es, mit den jeweiligen Heimatstaaten ein Rückführungsabkommen für mißhandelte Frauen abzuschließen und dort Maßnahmen zur beruflichen Entwicklung für sie zu unterstützen und das Ergebnis auch zu kontrollieren.
sie leben anscheinend hinterm mond. meistens ist es für die familie eine schande wenn die tochter sich scheiden lässt weil sie von ihrem mann verprügelt wird. und wo soll sie hin ausser zu ihrer familie? ein rückführungsabkommen abschliessen soll wohl ein netterer ausdruck für abschieben sein
und deshalb möchte ich nicht, dass so eine mittelalterliche Sicht nach Europa eingeführt wird.
Hier hätte die Türkei und auch die (hinterher) kerzenanzündene Organisationen ein weites Feld zu beackern. Die Europareife der Türkei fehlt mir da enorm.
ich bin sicher kein ausländerfeind und nicht xenophob, nur man kann einen gebildeten, hm, weltoffenen türken aus istanbul nicht mit einem bergdolm aus hinteranatolien in einen topf werfen, auch die pol. entwicklung in der türkei ist zur zeit krebsgang. mit der europareife haben sie völlig recht
mir ist der gedankengang von diskussion unverständlich bzw suspekt
sondern Information.
Warum sollte man diese Info-die Wichtigkeit kann der Leser beurteilen-verschweigen.
Schlechtes Gewissen kann es nicht sein.
Außerdem:
"Mann tötet Frau in Deutschland." reicht für eine Schlagzeile, nicht für einen Artikel.
Obwohl alles wichtige drinnen ist.
Man könnte-um etwaige Rassismen/Nationalismen aller Art zu umgehen-noch Deutschland weglassen.
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