Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

So sehen erfolgreiche Protestformen 2012 aus: Klamotten runter, Penis-Kopf aufgesetzt und schon sind die Hüter des EM-Blumen-Maskottchens extrem verärgert. Zu Nacktprotesten wie die von "Femen" fühlt sich dieMama aber bis auf weiteres nicht bereit.
Das Kind war trotz seines zarten Alters schon auf mehreren Demos. Ob es ihm gefallen hat, weiß ich nicht, mir jedenfalls nicht.
Warum das so ist? Der Zweifel an der Sinnhaftigkeit ist es wohl, der mir die Begeisterung für das politische Marschieren zunehmend vermiest. Millionen Menschen haben in den USA gegen den Irak-Krieg demonstriert. Das hat die EntscheidungsträgerInnen nicht interessiert. In Europa sind seit Monaten die Massen auf den Straßen, um gegen Sozialabbau zu demonstrieren. Ihre Durchsetzungsquote liegt in etwa bei etwa 0,0 Prozent.
Obwohl ich also weiß, dass demonstrieren nicht die größte Durchschlagskraft besitzt war ich im vergangenen Monat gleich auf zwei Demos. Bei der einen wurde gegen die Unterzeichnung des EU-Fiskalpaktes protestiert. Die zweite Demo war die "Zeltstadt der Frauen", die ob des orkanartigen Wetters in Wien nicht so groß wurde, wie eigentlich zu erwarten war.
Was ist also der Grund, dass ich seit meiner Mutterwerdung trotz geringerer Zeitressourcen und zwischenzeitlichem "was bringt's?"-Geröll in meinem Gehirn sogar öfter demonstrieren gehe als früher? Ganz einfach, weil ich denke, dass ich es meinem Kind schuldig bin.
Wenn mich mein Kind in 15 Jahren fragt, wie es damals zum EU-Fiskalpakt gekommen ist, möchte ich wenigstens sagen können, dass ich für eine Volksabstimmung in dieser Frage demonstriert habe. Und wenn es sich beklagt, dass die Zügel der Macht immer noch in Männerhänden liegen, dann will ich ihm sagen, dass wir anno dazumal ja immerhin den Ring besetzt haben.
Dass Mütter ihren Kindern "alles schuldig" seien, ist derzeit erfreulicherweise wieder ein bisschen ins mediale Gerede gekommen. Gegen vieles habe ich mich erfolgreich gewehrt, wie den Druck zu Stillen, dem Vorurteil, dass Kinder, die noch nicht gehen können in keine Krippe gehören oder das schlechte Gewissen, den Karenz-Vater zuhause veröden zu lassen, doch gegen die Angst vor dem Moment, meinem Kind einmal Rede und Antwort zu seinem politischen Erbe stehen zu müssen, ist bisher kein Kräutlein gewachsen. (dieMama, 8.6.2012)
Babys beim Schlafen beobachten ist ein Hobby, dem viele Eltern frönen
Ist das schon die Trotzphase, oder bleibt das jetzt für immer so?
Zerbrechen durch das Mamawerden die Freundschaften von früher? Besser nicht
In der aktuellen "Geschlechter"-Ausgabe erfahren wir, dass die Wirtschaft der Motor von Geschlechterstereotypen ist
Wenn Eltern länger ausgehen, gibt's am nächsten Tag ein böses Erwachen - Es fehlt an Über-Nacht-Kinderbetreuung!
Was Betty aus "Mad Men" von der feministischen Theoretikerin Adrienne Rich über das Muttersein lernen könnte
Vorausschauende Eltern haben immer ein zweites Exemplar im Schrank. Ist das wirklich nötig?
Eltern verhandeln miteinander permanent um Zeit, die sie lieber mit anderen verbringen als mit dem Partner
Der Kevinismus hat ausgedient: Der neue Sport der SpießbürgerInnen heißt "Chantalismus"