Behandlungserfolg durch Klitorisrekonstruktion

12. Juni 2012, 09:15

Studie: Neue OP-Technik macht Mehrheit der betroffenen Probandinnen wieder orgasmusfähig

Paris - Millionen Frauen müssen weltweit mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung leben. Die Ergebnisse einer neuen Studie macht einigen nun Hoffnung.

Ihre Behandlungstechnik könne die Schmerzen von genital verstümmelten Frauen lindern und ihnen sexuelles Lustempfinden zurückgeben, berichtet ein ForscherInnenteam um den Franzosen Pierre Foldes in der jüngsten Ausgabe des britischen Fachmagazins "The Lancet".

Schmerz- und Lustempfinden ein Jahr beobachtet

Für die Untersuchung hatten die WissenschafterInnen 841 Frauen befragt, die sich in Frankreich 2008 und 2009 an der Klitoris hatten operieren lassen. Sie gaben ein Jahr nach dem Eingriff Auskunft über ihr Schmerz- und Lustempfinden. Das Ergebnis: 35 Prozent der Frauen, die zuvor niemals einen Orgasmus hatten, erlebten danach regelmäßig oder zumindest eingeschränkt Höhepunkte. Die Hälfte der Behandelten, die vorher nur eingeschränkt Orgasmen hatten, hatte danach regelmäßige. Auch über Verschlechterungen nach der Operation berichteten einige, wenn auch "sehr wenige Patientinnen", so die ForscherInnen.

Inneres nach Außen holen

"Unsere Erkenntnisse zeigen, dass sich die Klitoris nach einer Genitalverstümmelung chirurgisch wiederherstellen lässt", kommentiert der OP-Erfinder Foldes. Er macht sich zunutze, dass die Klitoris zum größten Teil versteckt innerhalb des weiblichen Körpers liegt und bei einer Beschneidung in der Regel nur die äußerste Spitze verstümmelt wird. Bei der Operationstechnik wird ein Teil der im Unterleib versteckten Klitoris wieder herausgeholt.

Nach Angaben der UN-Kinderschutzorganisation Unicef sind weltweit insgesamt 70 bis 140 Millionen Frauen betroffen. Viele Opfer leiden ihr ganzes Leben lang unter den psychischen und körperlichen Folgen der Beschneidungen, die nicht selten mit Glasscherben, stumpfen Rasierklingen oder Teilen von Blechdosen vorgenommen werden. Vor allem in afrikanischen Ländern ist die Praxis weit verbreitet. Nach Angaben der Hilfsorganisation "Target" wird der Brauch noch in rund 35 Ländern praktiziert. (APA, 12.6.2012)

Ich möchte daran erinnern...

...daß die Ursachen für die weibliche Genitalverstümmelung identisch sind mit den Ursachen für die Beschimpfung von sexuell aktiven Frauen bei uns als "Schlampen".

Natürlich ist FGM 1.000.000.000x so schlimm, aber beide Dinge sind Kind des gleichen Geistes.

Bitte!

Wie kann man die Verstümmelung von Frauen "Brauch" nennen? (letzter Satz) :-(

Abgesehen davon: Es macht mich glücklich, dass zumindest einem Teil der Opfer geholfen werden kann.

Weil es einer ist?

"Brauch" ist ja kein Wort für "etwas, was mir gefällt".
Es ist eine Tradition, die ziemlich alt ist und über die Generationen hinweg weitergegeben wurde.
"Ein Brauch (v. althochdt. bruh = ‚Nutzen‘) (auch Usus, v. lat. uti = ‚gebrauchen‘) ist eine innerhalb einer festen sozialen Gemeinschaft erwachsene Gewohnheit "
Der Brauch erfüllt seinen Sinn und Zweck, das Wegnehmen weiblicher Sexualität.

Man versteht das Warum nicht, wenn man sich dem verweigert und kann auch nix dran ändern. Das sind Menschen wie wir. Wir haben lediglich das Glück, dass unsere Kultur sowas derzeit verpönt.
Schauen Sie sich mal den Herrn John Harvey Kellogg, den Cornflakeserfinder, an, der hat FGM nach 1900 noch in den USA gefördert.

Möglicherweise könnte diese Tat durch

die Koppelung von Wirtschaftshilfen an das Verbot dieser Praktik in den jeweiligen Ländern verboten werden? Manchmal überzeugt der monetäre Aspekt...

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