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Bregenz - Ein dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt soll in Vorarlberg die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben verbessern helfen. Ziele sind etwa Fortschritte bei der Personalpolitik in den Unternehmen, bei der gendersensiblen Berufsorientierung und der Beratung beim Wiedereinstieg, informierten Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Frauen-Landesrätin Greti Schmid (beide V) und Monika Lindermayr, Leiterin des Frauenreferats, am Dienstag. Im Herbst 2013 soll ein Bericht über die Gleichstellung der Geschlechter im Ländle vorgelegt werden.
Berufswahlprozesse besser steuern
Insgesamt sind neun Teilprojekte geplant. Vorgesehen sind dabei etwa Beratungen, Workshops und Vorträge für Arbeitgeber und Frauen zu Familienfreundlichkeit sowie Arbeits- und Wiedereinstiegsmodellen, unterstützt von einer Info-Kampagne. Erarbeitet werden auch neue Methoden in der Berufsberatung von Mädchen und ein Maßnahmenkatalog für die Berufswahlprozesse von vier- bis zehnjährigen Kindern. Finanziert wird das rund 600.000 Euro teure Projekt zur Hälfte aus Landesmitteln, 50 Prozent kommen aus EU-Fördertöpfen.
Vereinbarkeit wichtiger Punkt
Rüdisser betonte, für die Wirtschaft habe es auch angesichts des demografischen Wandels große Bedeutung, dass Männer und Frauen ihre Potenziale im Erwerbsleben nützen könnten. "Es zahlt sich für alle aus, wenn Job und Familienleben gut in Einklang gebracht werden können", so der Landesrat. Man bemühe sich um ein flächendeckendes, flexibles und leistbares Kinderbetreuungsangebot, erfreulicherweise nehme das Bewusstsein in Gesellschaft und Wirtschaft für das Thema zu.
Teilzeit mit negativen Nachwirkungen
Man habe in den vergangenen Jahren einiges erreicht, es gebe aber noch viel zu tun, erklärte Landesrätin Schmid. Zwar steige das Bildungsniveau der Mädchen, aber es gebe weiter große Unterschiede in der Verteilung auf Branchen und Berufe. Heute gingen über zwei Drittel der Frauen arbeiten, häufig aber Teilzeit. Zudem wirkten sich bei Frauen Kinder oder die Pflege älterer Familienmitglieder im Gegensatz zu Männern direkt auf die Beteiligung am Erwerbsleben aus. All das habe Nachteile bei Einkommen und Pension zur Folge.
Schmid forderte daher eine bessere Bewertung von Erziehungszeiten und sprach sich für ein Pensionssplitting aus. Auch die Kinderbetreuung und die Rolle der Unternehmen sei in punkto Familienfreundlichkeit zu verbessern. (APA, 12.6.2012)
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