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In die mediale Diskussion rund um die demokratischen Wahlen in Griechenland als Bedrohung für die Europäische Union haben sich nun führende linke TheoretikerInnen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften zu Wort gemeldet. Étienne Balibar, Wendy Brown, Judith Butler und Gayatri Chakravorty Spivak drücken in einem gemeinsamen Statement ihre Unterstützung für die griechische Linke in Form des Zusammenschlusses "Syriza - Vereinte Soziale Front" aus.
Internationaler Druck auf griechische Demokratie
In dem Papier halten sie fest, dass die Linke in Griechenland die Anforderungen für soziale und ökonomische Demokratie unter den Bedingungen des Neoliberalismus artikuliere. Sie üben Kritik am "internationalen Druck", der die griechische Bevölkerung dazu bewegen soll, ihre Volkssouveränität einer Europäischen Union zu unterstellen, die bis dato soziale und ökonomische Ungleichheiten in Europa reproduziere.
Die Griechische Linke fordere das Recht auf Arbeit und Bildung, im Gegensatz zu den neoliberalen Ansätzen, die die Prekarität für eine steigende Anzahl von Menschen fördere, Arbeitslosigkeit als Norm etabliere, Sozial- und Gesundheitsleistungen genauso wie öffentliche Bildungsmöglichkeiten dezimiere und damit die Bedingungen von ökonomischer Produktion zerstöre.
Macht den nichtgewählten TechnokratInnen entreißen
Die TheoretikerInnen "unterstützen die Menschen aus Griechenland bei ihrem Kampf, die politische Macht den nicht-gewählten TechnokratInnen zu entreißen und widersprechen der unbesonnenen Dämonisierung der linken Koalition als boshafte Propaganda". Die Griechische Linke kämpfe, entgegen anderslautender Berichte in den europäischen Medien dafür, ein anderes Europa zu errichten, das von und für die Menschen regiert werde und die politische Partizipation all seiner BewohnerInnen einsetze.
Die AutorInnen
Bei den AutorInnen des Statements handelt es sich um führende TheoretikerInnen aus der akademischen Linken. Étienne Balibar ist ein bedeutender französischer Philosoph und Marxist, Judith Butler gilt seit ihrem Buch "Gender Trouble" von 1991 als die Begründerin der modernen Gender Studies, Wendy Brown (Universität Berkely) ist einer der bekanntesten Politikwissenschafterinnen, die sich aus feministischer Perspektive mit Fragen von politischer Subjektivität und Citizenship beschäftigt und Gayatri Chakravorty Spivak zeichnet sich mit ihrem Text "Can the subaltern speak?" für einen Grundlagentext der Post Colonial Studies verantwortlich. (red, dieStandard.at, 12.6.2012)
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Es läßt sich halt leicht links theoretisieren mit vollem Bauch und einem Dach über dem Kopf. Die TheoretikerInnen vergessen aber das sie recht gut in dem System leben das sie so runterreden und geben aus sicherer Entfernung ihre Ratschläge.
Ich würd gerne sehen was sie machen wenn Griechenland pleite geht weil vom Recht auf Arbeit eben keiner satt wird.
Allein schon die Behauptung, die EU würde "soziale und ökonomische Ungleichheiten reproduzieren".
Es waren genau die EU und deren Milliarde-Subventionen, die dafür sorgen sollten, dass sich das Land weiterentwickelt. Griechenland erhielt diese Subventionen seit den späten 1970ern (!), Ähnliches gilt für Spanien, Portugal, Irland und andere Nettoempfänger. Dass in einigen Ländern diese Milliarden auf wundersame Weise verschwanden, sollte auch erwähnt werden. Und dass in Griechenland niemand dagegen demonstrierte. Auch nicht gegen Nepotismus, miese Schulen, Steuerhinterziehung usw. Sinn für das Gemeinwohl hat nicht existiert.
Dafür war jahrelang das wichtigste Thema hellenischer Politclowns: Mazedonien darf nicht Mazedonien heißen...
Bitte erlauben Sie mir die Feinzüngigkeit der dieStandard Redaktion zu erklären:
Die Überschrift lässt etwa nicht wie angenommen erahnen, dass sich die TheorretikerInnen für die Linke stark machen, sondern dass sie für die Linke aufspringen und eiligst davonhasten.
Woraufhin die griechische Linke in Rasche gerät, und versucht selbiges zu tun, jedoch hindert sie der internationale Druck daran und es bleibt alles nur eine Theorie der Linken Griechenlands.
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