Frauen finden schwerer einen Vollzeitjob

14. Juni 2012, 11:29

Plus bei Vollzeit-Jobs entfiel ausschließlich auf Männer, vom Teilzeitzuwachs waren zu 70 Prozent Frauen betroffen - Öffentliche Verwaltung schaffte mehr Teilzeit-Jobs

Wien - Der Arbeitsmarkt in Österreich läuft trotz Euro-Krise weiter gut, allerdings wird es für Frauen schwieriger Vollzeitjobs zu finden. Insgesamt hat die Zahl der Teilzeitjobs seit dem Krisenjahr 2009 erheblich zugenommen.

Im 1. Quartal 2012 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresvergleich um 47.400 Personen an. Insgesamt waren damit zu Jahresbeginn 4.119.200 Personen arbeitend und 184.400 arbeitslos. Die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen verzeichnete ein Plus von 62.900, bei Selbstständigen/Mithelfenden gingen jedoch 15.500 Jobs verloren. Die Arbeitslosenquote (4,3 Prozent) befand sich in den ersten drei Monaten 2012 unter dem Vorjahresniveau (4,6 Prozent). Allerdings gab es im 1. Quartal 2012 um 10.700 weniger offene Stellen als im selben Quartal des Vorjahres (2012: 72.600; 2011: 83.300).

Der Vorquartalsvergleich zeigt einen Rückgang der Erwerbstätigen (minus 42.700, davon Männer minus 51.600, Frauen plus 8.900), während die Zahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenquote nahezu unverändert blieben. Die Anzahl der offenen Stellen stieg zum Vorquartal leicht an (plus 7.400).

Plus betrifft hauptsächlich Teilzeit

Der Beschäftigungszuwachs insgesamt (+47.400) teilte sich auf Frauen (+24.600) und Männer (+22.800) annähernd gleichmäßig auf. Allerdings war das Plus hauptsächlich auf Teilzeit (+40.600, davon Frauen 25.600) gerichtet, bei Vollzeit fiel der Zuwachs in diesem Quartal eher schwach aus (+6.800) und betraf nur Männer, teilte die Statistik Austria am Donnerstag in einer Aussendung mit. Teilzeitjobs wurden vor allem in den Sparten "Erziehung und Unterricht", "öffentliche Verwaltung" und "Handel" häufiger gezählt.

Ein Vergleich der heurigen Arbeitsmarktsituation mit der Situation vor dem Krisenjahr 2009 zeigt, dass es im aktuellen Quartal um 103.200 mehr Erwerbstätige gibt als noch im ersten Quartal 2008. Allerdings liegt die Zahl der Vollzeiterwerbstätigen um 37.300 unter jener von 2008, und die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen ist um 140.500 höher. Der Zuwachs bei den Erwerbstätigen konzentrierte sich auf Unselbstständige. Insgesamt gingen gleich viele Vollzeitjobs bei Frauen wie bei Männern verloren. Vom Teilzeitzuwachs waren zu 70 Prozent Frauen betroffen. (APA, 14.6.2012)

frauen wollen seltener einen vollzeitjob

die statistik sagt:

"Der Beschäftigungszuwachs insgesamt teilte sich auf Frauen und Männer annähernd gleichmäßig auf. Allerdings war das Plus hauptsächlich auf Teilzeit gerichtet, bei Vollzeit fiel der Zuwachs in diesem Quartal eher schwach aus und betraf nur Männer"

und diestandard macht daraus:

"Frauen finden schwerer einen Vollzeitjob"

nur wurde ja gar nicht erhobe, ob die teilzeitler überhaupt etwas anders, nämlich einen vollzeitjob, haben wollten und gesucht haben!

die überschrift ist somit wieder mal reine spekulation, suggeriert aber so schön eine diskriminierung von frauen...

schreiben hier eigentlich nur dilettantinnen, die von journalistischer sorgfaltspflicht (z.b. trennung zwischen bericht und kommentar) noch nie etwas gehört haben?

Tja

Das ist leider ein generelles Problem. Diese sehr eigenwillige und völlig unbelegte Textinterpretation der APA wird von anderen Medien völlig unreflektiert übernommen:

http://diepresse.com/home/wirt... hresbeginn
http://money.oe24.at/Topbusine... n/69130561

Hier das ideologisch noch nicht gefärbte Datenmaterial:
http://www.statistik.at/web_de/pr... sse/064954

Richtig!

Ich kenne sogar Frauen, die um einen Teilzeitjob angesucht haben, denen aber ein Vollzeitjob angeboten wurde, und die das eher nicht wollten, dann abgesagt haben!!!

Umgekehrt können diese Frauen unmöglich über das AMS einen Job bekommen haben, weil die keine Teilzeitjobs vermitteln. Zumindest nicht ohne Probleme. Man erhält ein paar Katastrophengeschichten, wird auf die eigene Verarmung und Existenzvernichtung vorbereitet, und man könne den Teilzeitwunsch nur wenige Wochen berücksichtigen. Besteht man danach noch drauf, gibts Sperrung.

Versucht es mal. Ist abenteuerlich.

Teilzeit für Frauen

Eine genaue Analyse wäre notwendig, ehe man irgendwelche Schlüsse aus den veröffentlichten statistischen Zahlen zieht.
Viele Frauen wollen aus familiären Gründen nicht Vollzeit arbeiten und suchen nur einen Teilzeitjob.
Es sollte daher auch untersucht werden, wie viele der Teilzeit arbeitenden Menschen lieber einen Vollzeitjob hätten und diesen nicht bekommen haben und wie viele von vornherein nur einen Teilzeitjob wollten.

"Der Vorquartalsvergleich zeigt einen Rückgang der Erwerbstätigen (minus 42.700, davon Männer minus 51.600, Frauen plus 8.900),"

Bei diesen Zahlen hätte man natürlich auch mit "Männer verlieren ihren Job an Frauen" titeln können. Aber dann könnte man sich ja nicht als Opfer aufspielen und Quoten fordern.

frauen arbeiten auch mehr für weniger geld. klar, dass da die männer ihre jobs verlieren.

Das Thema ist schon fad.

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