Religiöse Arbeitnehmerinnen müssen noch büßen

19. Juni 2012, 17:34
  • Die kostenfreie Verhütung für alle wird im August in Kraft gesetzt, nur nicht für "religiöse Arbeitnehmerinnen".
    foto: apa/bayer austria gesellschaft m.b.h.

    Die kostenfreie Verhütung für alle wird im August in Kraft gesetzt, nur nicht für "religiöse Arbeitnehmerinnen".

Verhütung auf Krankenschein: Katholisches Netzwerk will keinen freien Zugang für kirchliche Mitarbeiterinnen egal welcher Konfession

Washington - Das größte US-amerikanische Netzwerk von Gesundheitseinrichtungen im Non-Profit-Bereich hat bei Präsident Barack Obama seinen Einspruch bezüglich Verhütung auf Krankenschein für Arbeitnehmerinnen bei religiösen Einrichtungen eingebracht.

"Pille danach" nicht gottgewollt

Das bedeutet einen Gesinnungswechsel der Katholischen Gesundheitsvereinigung der Vereinigten Staaten (Catholic Health Association of the United States, CHA), die den Plänen der Obama-Administration zwischenzeitlich positiv gegenüberstanden, als das Weiße Haus Kompromissbereitschaft und Berücksichtigung katholischer Standpunkte zusagte. Nun spießt es sich an der Notfallkontrazeption wie der "Pille danach", die ebenfalls auf Krankenschein ausgegeben werden soll. Das sei für das Netzwerk nicht tragbar, da eine solche Medikation auch bereits befruchtete Eizellen und somit menschliches Leben bedrohen könne. 

Religiöse ganz außen vor lassen

Die CHA repräsentiert über 2.000 Einrichtungen und verlangt von Obama nicht nur mehr die Freistellung katholischer Mitarbeiterinnen: Die Ausnahmen sollen auch für religiöse Arbeitsplätze wie Synagogen, Moscheen und andere Kultstätten gelten. "Wenn die Regierung ihre Politik weiter verfolgt, dass alle Mitarbeiterinnen Zugang zu Verhütungsmitteln haben sollen, dann soll die Regierung auch einen Weg finden, die Kontrazeptiva selbst zur Verfügung zu stellen und zu bezahlen, ohne dass es direkte oder indirekte Einbindung der Religiösen gibt",  heißt es in dem offiziellen Schreiben an Marilyn Tavenner, Chefin des für das Medicare-Programm zuständigen Gesundheitsamts der USA.

Schmaler Grat zwischen Religionsfreiheit und Frauenrechten

Offiziell kommentierte weder das Weiße Haus noch das Gesundheitsministerium den Brief. Ein Sprecher, der nicht genannt werden wollte, rief in Erinnerung, dass man die bisherigen Maßnahmen für freien Zugang zu Verhütung auf die Religiösen ohnehin schon abgestimmt habe, indem man die Versicherungen zwischengeschaltet habe (mehr dazu siehe hier). Derzeit arbeitet die Obama-Administration an der endgültigen Fassung des Gesetzes: "Wir werden die Kommentare und Anregungen aller Seiten berücksichtigen, damit wir eine Richtlinie auf den Weg bringen, die die religiöse Freiheit wahrt und Millionen von Frauen den Zugang zu präventiven Dienstleistungen sicherstellt", so der Sprecher.

Harte Front

Katholische Bischöfe und konservative Kräfte, allen voran die Republikaner, haben die Debatte angesichts der näher rückenden Präsidentschaftswahlen angeheizt. Die katholische Kirche hat den US-Vorstoß zur Freigabe der Kontrazeptiva als Verletzung der religiösen Freiheit angeprangert. Alle, die sich in ihrem religiösen Empfinden durch Obamas Gesundheitspolitik beeinträchtigt fühlten, müssten von der Regelung "befreit" werden, so die Forderung. Eine Reihe katholischer Einrichtungen, auch Bildungstätten wie die University of Notre Dame du Lac, sind vors Bundesgericht gezogen, um die Gesetzesreform zu blockieren.

Auf der anderen Seite warnen Frauenrechtsvereinigungen und andere säkulare Organisationen vor einem Kniefall vor den Konservativen, weil die reproduktiven Rechte der Frauen dadurch bedroht würden.

Ein Jahr länger büßen

Über die umstrittene Richtlinie, die Teil der Gesundheitsreform unter Obama ist, werden alle Kosten von Kontrazeptiva, die die Food and Drug Administration FDA zugelassen hat, durch Versicherer und Kassen der Arbeitnehmerinnen abgedeckt. Die Regelung tritt am 1. August dieses Jahr in Kraft, nur nicht für "religiöse Arbeitnehmerinnen" - die müssen noch ein ganzes Jahr länger büßen. (Reuters/red, 19.6.2012)

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Bezogen auf die katholische Kirche:
es gibt dort nicht nur das Verbot der Pille danach, sondern überhaupt Ächtung der Verhütung

so ist die Frage: Wer macht das ? Tatsächlich gibt es dort Gruppen, die es so halten. Die haben dann sieben Kinder und über zehn. Sie dünken Sich besser als die anderen Katholiken und versuchen wie eine Sekte diese in ihre Gemeinschaft zu bringen.

Sieben Kinder - über zehn - wie soll das gehen für den Planeten ?

Es ist dann halt auch so, dass die aktiven und werbenden Mitglieder dieser Gruppen, irgendwie selbst den Ruf Gottes nicht wahrnehmen düften und so nach dem fünften Kind etwa endlich ihre Spätberufung erkennen und Priester werden.

Diese Vielkindmacherei hat auch ihre Vorteile

Mann wartet nicht auf die Scheidung bis die immer unförmiger Werdene ersetzt werden kann, sondern auf die natürliche Selektion im Wochenbett ;-)

Es gibt genug hirnmarode Frauen, die die Ansicht vertreten: "Hauptsach das Kind lebt!" :)

Wer in der Herrlichkeit des Kirchenaustritts lebt, ist von dem Ansinnen des US-amerikanischen Sozialersichertenverbandes nicht betroffen ..

so einer ist hierzulande gefeit davor, was Er als Katholik vorgesetzt bekommt auch zahlen zu müssen

außerdem ist Er nicht mehr daran mitbeteiligt, wenn einer Priester geworden ist und dann heiratet - die haben dann so etwa drei Kinder - dass dem die normale Gemeinaschaft verweigert oder schwer gemacht wird

Ich persönlich täte Mir von denen aber doch auch auch den Kirchenaustritt erwarten, denn die wurden mit dem Führen zum Zölibatsversprechen offensichtlich nicht gut geführt

Der Evergreen, dass Religiöse Nicht-Religiösen etwas aufzwingen wollen, ist hier wohl umgekehrt zu sehen:

Die Religiösen (oder auch weniger Religiöse, denen der Sinn einer nicht-medizinisch induzierten Sterilisation/Verhütung auf Krankenschein in Zeiten knapper Ressourcen im Gesundheitsbereich nicht ganz klar ist) möchten hier ja nicht Verhütungsmittel oder Sterilisation verbieten, was in einer freien Gesellschaft in der Tat inakzeptabel wäre. Jeder darf weiterhin Verhütungsmittel verwenden (oder sich sterilisieren lassen) wie und wann er möchte, sofern er dies selbst bezahlt. Nicht-Religiösen möchten mit dieser Regelung Religiöse/Gegner der Regelung jedoch dazu zwingen Verhütungsmittel/Sterilisation für Dritte zu finanzieren.

Angesichts dessen, was die Nichtreligiösen alles für die Religiösen mitfinanzieren, halte ich dieses Argument für lächerlich.

Wenn die Regierung meint, dass es ein erstrebenswertes Ziel ist Lifestyle-Entscheidungen ihrer Bürger zu finanzieren (in diesem Fall nicht medizinisch induzierte Sterilisation oder Verhütungsmittel) kann sie ja das ganze aus den Steuertopf finanzieren, wie alle anderen Subventionierungen auch - für Sport, Kultur, religiöse und karitative Einrichungen etc. Warum sollte jedoch irgendein Arbeitgeber gezwungen werden für Lifestyle-Entscheidungen seiner Mitarbeiter zu zahlen? Mir ist es schnutzpippegal ob sich ein Mitarbeiter von mir steriliseren lassen will oder nicht, ich möchte dies aber nicht finanzieren müssen. Und genau das sieht die Regelung vor.

Warum verstehen diese zurückgebliebenen Hinterwäldler, dass sie sich nicht in das Leben anderer einmischen sollen?

Alles nicht so einfach

Was macht frau, wenn 2 unterschiedliche Väter ihr gleichzeitig fremdväterliche Zwillinge unterschiedlichen Geschlechts ins Becken beamen?
Dann müsste eigentlich der weibliche Fötus ein Kopftuch tragen. Meint die Kirche dazu: "Das Weib ohne Kopftuch gehört abgetrieben, damit der potenzielle Sohn nicht blind wird oder sich bei seiner Geburt etwas spießt"? :)

FRAGE

werden diese weiblichen religiösen fundis eigentlich gezungen, die pille "danach" einzunehmen? wenn nicht - was soll der schwachsinn?

Da macht sie wieder 10 Schritte zurück, die Zeitalterangleichung.

die usa sind religiöse spinner und heuchler

Die USA sind ein Land.

ich glaube es war Seneca:

"Religion wird von den Einfachen als wahr, von den Weisen als falsch, von den Mächtigen aber als nützlich befunden"

2000 jhre sind seitdem vergangen und immer noch so viele Dolme.. :(

.. halte du sie dumm, damit ich sie arm halten kann.

Weniger erstaunlich als diese Meldung selbst

ist das bisherige Ausbleiben von Kommentaren der Tea Party / Rupert Murdoch Agenten zu dieser Sache. Hat die Morgenschicht von Fox News an der Ostkueste hier etwa Urlaub ?
Zur Hierarchie selbst: bitte, bitte, bitte vor Gericht klagen. Und auch gleich in einem Aufwaschen Obama wegen der neuen Einwandererregelung vor Gericht zerren ! Amerikanische Waehlerinnen werden es bis November nicht vergessen. Ebensowenig wie die Hispanics. Nur so weiter, Tea Party !

Die Verteufelung der Verhütung

ist für Gottesanbetervereine deshalb so wichtig, weil sie nur überleben können, wenn ihre Anhänger
möglichst viele neue Mitglieder produzieren.
Weniger Kinder = weniger Mitglieder = weniger Geld.
Deshalb bekämpfen Religionen jede Art von Verhütungsmittel aus purem Eigennutz - und nicht aus moralischen Gründen!

Nö die meisten religiösen Organisationen sind deshalb so mächtig weil sie Werte, Normen, Regeln festlegen, "verkaufen", die unantastbar sind. Das ist etwas woran sich Menschen festhalten können, wodurch sie sich von anderen abgrenzen und das inneren Zusammenhalt festigt. So traurig es ist, da gehört es auch dazu Mitglieder die sich nicht daran halten zu sanktionieren. Gerade in Zeiten von Veränderung, Wandel, Gefahren, Angst, Mangel klammern sich viele an Religionen...

nicht aus moralischen Gründen

Aus moralischen Gründen deshalb nicht, weil die keine Moral haben!

Seh ich auch so!

Deshalb unterstützen die Rechten und Konservativen die Väterrechtsvereine. Zwielichtige Typen sind eher dazu bereit, ihre Söhne in zwielichtige Vereine zu schicken, als Frauen, die den Bartriarchen ihre Stinkefinger zeigen :)

Religionsfreiheit?

Das ist keine Religionsfreiheit, das ist eine Religionseinschränkung, und die ist ja wohl kaum von der verfassung gedeckt.

Eher doch von der U.S. Verfassung gedeckt

Und da ist man sich hier doch eher einig. Aber der Spuk wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, denn der Supreme Court wird in den naechsten Tagen seine Obamacare Entscheidung veroeffentlichen. Und die Chancen stehen gut dass das Gesetz faellt.

"Die katholische Kirche hat den US-Vorstoß zur Freigabe der Kontrazeptiva als Verletzung der religiösen Freiheit angeprangert."

Ahja, indem man den Leuten freistellt, etwas zu tun (oder eben zu lassen), was nur sie selbst betrifft, beschneidet man also ihre Freiheit, ist ja interessant.

...die Katholiken wieder mal. *kopfschüttel*

Wann werden die uns eigentlich erklären, dass Gott den Wüstensand geschaffen hat, damit niemand auf dem vielen Glatteis darunter ausrutscht? ...und die menschliche Freiheit darin besteht, katholische Regeln befolgen zu -dürfen-?

...die Katholiken wieder mal

Wobei man aber sagen muß, daß die Katholiken auf diesem Gebiet nicht einmal das Schlimmste in den USA sind.......armes Land

Religionen sind eine Beleidigung der Intelligenz und inhuman dazu.

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