Abtreibungsrecht in Türkei bleibt, wie es ist

21. Juni 2012, 11:16
  • Abtreibungsbefürworterinnen auf einer Demonstration gegen die Pläne der türkischen Regierung in Istanbul am 17. Juni.
    foto: reuters/murad sezer

    Abtreibungsbefürworterinnen auf einer Demonstration gegen die Pläne der türkischen Regierung in Istanbul am 17. Juni.

Die Regierung gibt dem Druck von Frauenverbänden und EU nach - Kaiserschnitt-Geburten sollen dennoch neu geregelt werden

Istanbul - Die umstrittenen Pläne der türkischen Regierung für eine Verschärfung des Abtreibungsrechts sind nach Angaben eines ranghohen Politikers der Regierungspartei AKP vom Tisch. Der stellvertretende AKP- Fraktionsvorsitzende im Parlament von Ankara, Nurettin Canikli, sagte der Zeitung "Hürriyet" vom Donnerstag, seine Partei werde dem Parlament keinen Gesetzentwurf vorlegen. Ursprünglich hatte die islamisch-konservative AKP eine Neufassung der Abtreibungsregeln noch vor der am 1. Juli beginnenden Sommerpause des Parlaments angekündigt.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Mai erklärt, Abtreibung sei Mord und müsse auch so behandelt werden. Auf Erdogans Anweisung hin begann das Gesundheitsministerium daraufhin mit der Vorbereitung für eine Neuregelung, die das bisher geltende Modell einer Fristenregelung bis zur zehnten Woche der Schwangerschaft ersetzen sollte. Laut Presseberichten wurde an eine Frist von künftig nur noch vier Wochen gedacht. Einige AKP-PolitikerInnen forderten zudem, auch Abtreibungen nach Vergewaltigungen müssten verboten werden.

Kritik von Frauenverbänden und der EU

Die Regierungspläne hatten Protestkundgebungen von Frauenverbänden, Unterschriftaktionen und Kritik aus den Reihen der EU ausgelöst. Die Ankündigung der Regierung, das Recht auf Abtreibung im Land drastisch einschränken zu wollen, mobilisierte Frauenorganisationen und Aktivistinnen aus der ganzen Welt. Auf der Webseite saynoabortionban.com haben beinahe 60.000 Frauen und fast 600 internationale Frauenvereine die Online-Petition unterschrieben, um die Regierung zum Umdenken zu bewegen. In türkischen Großstädten kam es zu vielen Demonstrationen von AbtreibungsbefürworterInnen.

Auch einige AKP-PolitikerInnen wandten sich öffentlich gegen eine Verschärfung, was angesichts der sonst geltenden strengen Parteidisziplin sehr ungewöhnlich ist. Presseberichten zufolge einigten sich die Ministerien für Gesundheit, Familie und Justiz bei Vorbesprechungen darauf, die Abtreibungsfrist nicht zu verändern, dafür aber die Kontrollen von Abtreibungskliniken zu verschärfen.

Neue Kaiserschnitt-Regelung soll kommen

Festhalten will die AKP laut Berichten von Zeitungen und Fernsehsendern an dem Vorhaben, die hohe Zahl der Kaiserschnitt-Geburten in der Türkei einzudämmen. Nach einem Gesetzentwurf sollten die Eingriffe auf medizinisch notwendige Fälle beschränkt werden. In einigen türkischen Privatkliniken liegt der Anteil von Kaiserschnitten nach Regierungsangaben bei 90 Prozent und damit weit über der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Quote von 15 Prozent. (APA/red, dieStandard.at, 21.6.2012)

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19 Postings
dieses Problem wurde schon gelöst

bitte über andere Probleme in der Türkei berichten...
Kurden, Frauen-(morde)-(häuser), Männer (morde)-(häuser), Arbeitslosigkeit, Migration, Sozialleistungen - immerhin möchten die USA dieses Land in der EU sehen...

dann machen sie es eben, wenn sie mal in der EU sind

und die Sache hat sich. So wie Bulgarien auch die Korruption bekämpfte, bis sie Mitglied waren. Um nur EIN Beispiel zu nennen.

Ich will auch ein Recht drauf haben Menschen aus dem Weg zu räumen, wenn sie mir Probleme bereiten.

marzipan ist aus marillenbabies, huh?

Zum Glück haben sie Dieses Recht nicht, sonst wären wir im Mittelalter.

Wobei gesagt sei dass man dieses Recht auch im Mittelalter nicht hatte.

Selbstmord steht grundsätzlich nicht unter Strafe - nur der erfolglose Versuch kann Sie mit dem Gesetz und der Psychiatrie in Konflikt bringen :P

Hängen Sie einen Schwerkranken, der sonst nicht überleben kann, an Ihren eigenen Blutkreislauf, und dann gestehe ich Ihnen gerne zu, dass Sie das Recht haben, ihn auch wieder von Ihrem Körper zu entkoppeln.

Also für den Vergleich sollte man dir irgendeinen Orden verleihen.

Erstens ist in den meisten Fällen die Frau auch Mitschuld, dass da ein "Schwerkranker" (ich packs immer noch ned) in ihrem Bauch heranwächst. Das hätte sie sich dann auch vorher überlegen können.

Zweitens find ichs immer wieder aufs neue erfrischend, wie genau die Leute die so auf das Menschenrecht der Freiheit über seinen Körper entscheiden zu können pochen, genau die sind die auf das Menschenrecht auf Leben pfeiffen und sich die ganze Sachen drehen wie sies brauchen.

Und um auch einen unangebrachten Vergleich zu bringen, zu Behaupten ein Ungeborenes wäre "noch" kein Mensch hat Hitler vor 75 Jahren schon gemacht, nur halt mit den Juden. The rest is history.

alter schwede...

ja genau, wer sich regelmässig einen abschüttelt, ist in wahrheit ein völkermörder, hm?

Aber dass sich ein Fötus IN einem anderen Körper befindet

ist ihnen nicht geläufig?

Der Hitlervergleich ist mehr als daneben. Dafür kriegen Sie keinen Orden.

Nein, muss man nicht

Bravo den Türkinnen

(und Türken.)
Widerstand zahlt sich aus!

Man muss aber nicht automatisch Abtreibungen befürworten, wenn man das Recht auf Abtreibungen befürwortet, oder?

man muss aber auch nicht befürworten, dass alle 5 Sekunden ein Kind

an Hunger und Hungerkrankheiten stirbt, auch nicht, wenn man sich darum keinen Deut pfeift, wie das die allerhärtesten Pro-Lifer so tun.
Zählen aber können wir schon mal: 21 22 23 24 25 ! TOT!

Sie meinen "Abtreiben bis keiner mehr verhungert" - vielleicht gar nicht so blöd...

Das stößt mir auch immer auf,

dass es "AbtreibungsbefürworterIn" heißt, oder "bist du für Abtreibung". Es geht um das Recht der Frauen auf Entscheidungsfreiheit und basta.

genau ..

... alles andere ist typisch politische Polemik ... und hat bei dem Thema nix verloren ...

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