Bischöfe über Homosexualität und Reproduktionspolitik

21. Juni 2012, 12:48

Ethik, Gesundheit und Psychologie: Die österreichischen Bischöfe veröffentlichen eine Erklärung, in der sie "schwerwiegende Einwände" veröffentlichen

Wien - Österreichs Bischöfe haben sich geschlossen gegen die Elternschaft und künstliche Befruchtung von Homosexuellen ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag nach der Sommervollversammlung erhoben sie "schwerwiegende Einwände" in Fällen, in denen das "Recht der Kinder auf Vater und Mutter" von vornherein missachtet werde. Die Bischöfe lehnen zudem ausdrücklich In-Vitro-Fertilisation und Präimplantationsdiagnostik ab.

"Ein Kind hat ein Recht auf Vater und Mutter, das so gut wie möglich gewahrt werden soll", heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz. Bei Vater und Mutter aufzuwachsen gebe den Kindern "wesentliche Orientierung etwa für das Zusammenleben der Geschlechter" und sei maßgeblich für die Identitätsbildung. "Größter Respekt und bestmögliche Unterstützung" habe jenen zu gelten, die alleine große Verantwortung tragen und schwierige Situationen meistern müssten. "Aber selbst sie sehen diese Lebensform zumeist nicht als Ideal an", so die Bischöfe.

"Anzeichen für gestiegene Unfruchtbarkeit"

"Die zahlreichen ethischen, gesundheitlichen und psychischen Probleme rund um die Reproduktionsmedizin dürfen nicht negiert werden", hieß es zudem in der Erklärung. Es sei nicht jedes Mittel zu rechtfertigen, die heutzutage verbreitete Unfruchtbarkeit zu umgehen. Angesichts der "Komplexität des Themas" und der "weithin verschwiegenen" Probleme verlangen die Bischöfe einen "breiten öffentlichen Diskurs über die ernsten ethischen und rechtlichen Fragen, die durch die Reproduktionsmedizin aufgeworfen werden".

Die Bischöfe weisen in ihrer Erklärung auf angebliche "besorgniserregende Anzeichen für eine generell gestiegene Unfruchtbarkeit" hin, die vielen Paaren leider den sehnlichen Kinderwunsch versagen würde. Allerdings sei nicht jedes Mittel zu rechtfertigen, um Eltern zu werden: "Gerade wenn es um das Leben von Menschen geht, sind die höchsten rechtlichen und ethischen Maßstäbe gefordert, die sich aus der Einzigartigkeit der Person und der Würde des Menschen ergeben." (APA, 21.6.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
1 2
Anja Pärson

Mich wundert es, dass über Anja Pärson und ihrem Outing kein Artikel geschrieben wurde ... konnte beim Standard keinen finden.

"Ethik, Gesundheit und Psychologie"

Drei Themen, zu denen ich die Meinung der Kirche garnicht wissen will. Absolut mittelalterlich!

Man sollte diese drei themenkomplexe jedenfalls auch im kontext mit der ideologie und dem wirken der kirche(n) beleuchten.

ein Kind hat Recht auf Liebe (egal von wem)

geben wir sie den Kindern, die schon da sind....

wenn bischöfe über reproduktionspolitik reden, dann ist das so wie wenn roger federer golfspielen analysiren würde.
die sollen dabei bleiben wovon sie was verstehen und von homosexualität reden ;)

Warum werden Einwände zu "schwerwiegenden Einwänden", nur weil eine Bande von Schlümpfen sie erhebt?

Die Kirche mit ihren Kardinälen und Bischöfen ist als moralische Instanz nicht glabwürdig, es wäre besser, die Kirche würde sich aus der Politik zupfen.

lg mensch

angesichts der tatsache, dass kinder eben kein recht auf vater und mutter haben (wo wäre denn dieses recht festgeschrieben), ist das nebenbei auch ähnlich unerheblich wie ein recht des kindes auf onkel und grosstante.

ein kind sollte das recht auf liebe, geborgenheit, verantwortung und sicherheit haben. wenn ihm das mutter und vater, zwei väter, zwei mütter oder meinetwegen auch zwei hydranten geben können, ist alles getan, was getan werden kann.

alle anderen forderungen entspringen nicht der sorge um das kind sondern der ergebenheit der eigenen ideologie gegenüber.

Sir Elton John hat eine Leihmutter beauftragt.

Wie geht es der Leihmutter damit?

Was mich noch irgendwie stört, bei der Sache: Aus purem Egoismus zu handeln finde ich primär eine schlecht Motivation.

was ist purer egoismus?

wenn wir dann weitergehen und auch noch das Thema "freie Reproduzierbarkeit und Klonen" ansprechen, empfehle ich den Film "Alles, was wir geben mussten"

"ein kind hat das recht auf vater und mutter"...

das sagen gerade diejenigen, welche dieses recht den kindern ihrer mitarbeiter verweigern.
eine heuchlerische bande von ignoranten.

Die Bischöfe sind hier wahrlich EXPERTEN

Das real erfolgreichste Lebensmodell bei uns ist das Islamische.

Wäre Zeit, sich das anzusehen.

kirchliche Ignoranz vor der Wissenschaft

Die rk Kirche lebt eine Ignoranz vor allen wissenschaftlichen Studien und Fakten, die seinesgleichen sucht.

Alle wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen die Aussagen der Kirche. Erst kürzlich wurde eine Langzeitstudie aus den USA, die über 26 Jahre geführt wurde, veröffentlicht. Ergebnis dieser:

"“Es wurden keine Unterschiede im Wohlbefinden von Menschen mit und ohne männliche Vorbilder, oder zwischen Mädchen und Jungen gefunden. Es gab keine empirischen Hinweise darauf, dass Jungen einen gleichgeschlechtlichen Elternteil oder ein männliches Vorbild benötigen, um ein gesundes psychisches Wohlbefinden zu entwickeln.”

http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=25937

Wann wird der Kirche endlich das Recht genommen, sich in staatlich

Diese Studien passen dem Altherrenverein nicht

und so geben sie dann einfach eine neue in Auftrag, die dann selbstverständlich das gewünschte Ergebnis liefert.
http://kath.net/detail.php?id=36988
Man muss halt nur einen religiösen Pseudowissenschaftler an der Hand haben und schon hat man die Bestätigung für sämtliche Vorurteile.

jetzt dürfen also die schwulen priester nicht die unehelichen kinder ihrer kollegen adoptieren

Bischöfe über Homosexualität und Reproduktionspolitik

Ist wie die Abhandlung ...

... eines Blinden über Farbenlehre
... einer Jungfrau über Sex
... eines FPÖ-Politikers über Moral
... eines ÖVP-Politikers über Koruptions-Prävention
... eines Veganers über das perfekte Steak

Die "Experten" am Wort

naja zumindest bezüglich des ersten Punkts der Überschrift dürfts sogar stimmen...

die herrn bischöfe sollen in sich gehen busse tun und beten

und die menschheit mit ihren jenseitigen vorstellungen in ruhe lassen

sie haben in den letzten 2000 jahren genug schaden angerichtet

es reicht

"Orientierung für das Zusammenleben der Geschlechter" ist eine Umschreibung der Kirche für die Reproduktion von Geschlechterrollen, die besonders in der Kirche ja sehr zementiert sind und gegen deren Aufweichung man sich wehrt.

Ich bin zwar für die Möglichkeit homosexueller Paare, Kinder aufziehen zu dürfen (da das noch lange nicht heißt, dass männliche/weibliche Vorbilder fehlen - es gibt ja Großeltern, Tanten, Onkel etc...). Dennoch hat die Kirche natürlich Recht wenn sie sagt, dass besonders in dieser Diskussion die höchsten ethischen und rechtlichen Grundsätze gelten müssen.

gerne führe ich diese diskussion:

was wäre das genau, ein männliches bzw. weibliches vorbild? also was lebt ein mann einem kind vor, was eine frau dem kind nicht vorleben kann und umgekehrt?

weil wenn dir da nichts einfällt, ist es egal, wie viele männer bzw. frauen sich um das kind kümmern, wichtig ist nur, dass die bezugspersonen auch dauerhaft bleiben.

Was ich damit meinte war eigentlich das Erleben männlicher und weiblicher Geschlechteridentität. Diese unterscheiden sich von einander und wirken sich auf Verhalten und teilweise die Denkweise aus.
Ich glaube grundsätzlich schon, dass Bezugspersonen beiderlei Geschlechts für das Kind wichtig sind. Wie gesagt kann das aber auch ein Lehrer/eine Lehrerin sein, der Onkel/die Tante, der Großvater/die Großmutter. Ein Kind, das bei Eltern lebt, die das gleiche Geschlecht haben ist demnach in keinster Weise benachteiligt.

Wichtig wäre dass allen Kindern im Aufwachsen beigebracht zu unterscheiden zwischen sexueller Orientierung, biologischem Geschlecht und Geschlechteridentität.

"Was ich damit meinte war eigentlich das Erleben männlicher und weiblicher Geschlechteridentität. Diese unterscheiden sich von einander und wirken sich auf Verhalten und teilweise die Denkweise aus. "

Was ist "Geschlechteridentität" und wie beeinflusst mein Geschlecht mein Verhalten und vor allem mein Denken?

Bin neugierig...

oh, es wird lustig!

geschlechteridentität. wie äußert sich dieses erleben? also in welcher form, dass es für ein kind von nachteil ist, damit nicht tangiert zu werden? was fehlt einem jungen oder einem mädchen, wenn es nur eine geschlechteridetität vorgelebt bekommt?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.