"Lieber Schatz" - wir hätte da eine Zitrone für dich

Ansichtssache | 22. Juni 2012, 16:55

Der Lufthansa-Brief "Lieber Schatz" darf bei der aktuellsten Zitronenverleihung ebenso wenig fehlen wie ein Spot über den "härtesten Job der Welt"

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foto: screenshot / youtube

Mama macht SiegerInnen

"The hardest Job in the World is the best Job in the World. Thank you, Mom." So endet ein äußerst pathetischer Spot von Procter & Gamble. Als "Worldwide Partner" der Olympischen Spiele stellt der Spot von Procter & Gamble den Werdegang von OlympiasiegerInnen dar - weltweit. Doch egal wie groß die dargestellten finanziellen und kulturellen Unterschiede der angehenden SiegerInnen sind, eines haben sie alle gemeinsam: Letztendlich war es Mama, die die Erfolge zu verantworten hat. Sie hat immer Frühstück gemacht, das Kind zum Training gefahren, Wunden verbunden, getröstet und, und, und ...

Diese Botschaft erinnert stark an den Spruch "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau", der in der Variante "Hinter jeder/jedem erfolgreichen SportlerIn ..." auch nicht besser wird. Übrigens: Wo sind die Väter? Können die nicht Frühstück machen, Wunden verbinden oder trösten? Laut Spot nicht, was seltsam ist, denn: Das ist doch der "der beste Job der Welt".

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Können Männer nicht Frühstück machen, Wunden verbinden oder trösten?

Halt voll schlecht.

Wieso der Olympia Spot eine Zitrone bekommen hat, ist mir unbegreiflich

Wenn ich den Spot sehe, denk ich an meine Eltern(nicht nur meine Mutter) und denke zurück, was sie alles für mich getan haben. Die haben sich für mich ein Bein ausgerissen, damits mir so gut wie nur möglich geht. Damals war mir das nicht so bewusst, wenn man Älter wird, kann mans aber einfach nicht mehr leugnen....
Aber als dieStandard Redakteurin muss man wohl alles so auslegen, dass es sexistisch/rassistisch/was weiss ich ist...

Hätte der Spot Eltern (und nicht NUR Mütter) gezeigt, die sich gemeinschaftlich ein Bein für die angehende Olympiasiegerin ausreissen, hätte er ja auch keine Zitrone bekommen!

die von mir trainierten kinder

werden zu circa 90% von ihren vätern ins training gebracht und abgeholt.
würde man darüber einen spot machen, so bekäme er eine sicherlich eine zitrone..

Aber niemand versucht, den Vätern einzureden, ihre Kinder zum Training zu bringen und abzuholen wäre "der beste Job der Welt".

ist das nicht diskriminierend?

Ohja.

Gibt sicher bald eine Zitrone für den Muttertag...

Oder gleich allgemein für Mütter.

Nur wenn diese mit einem Man verheiratet ist der auch der Vater des Kindes ist.

Das wär natürlich der absolute Supergau...

...da würd die Standard-Redaktion wohl eine Task-force aussenden um in das Gärtchen des Reihenhäuschens direkt neben dem parkenden Kombi einen ganzen Zitronenbaum zu pflanzen...

ein manifest gegen sexismus, rassismus, homophobie

watchgroup gegen sexistische werbung: auch bei der lufthansa hat es geklappt. übler sexismus gibt es vor allem in der videospiel-branche und inzwischen ein manifest gegen sexismus, rassismus, homophobie
http://www.watchgroup-sexismus.at/cms/?page_id=867
http://www.werberat.de/content/D... ierung.php

http://www.welt.de/vermischt... pagne.html
http://www.sueddeutsche.de/digital/s... -1.1389210

Mich nervt

die ewige Rollenzuweisung. Die lila-pinken Werbeeinschaltungen für Frauen, die Shopping-Abnehm-Schmink-Tipps, auch nervt mich die Mama-Rolle, die überall zwar angepriesen wird als das Beste überhaupt aber wo sind die Männer, die sich um diesen Traumjob des ewigen Kümmerers reißen? Die verwirklichen sich lieber selbst in einem Beruf, der finanziell auch vergolten wird. Mich nervt der ewige Schönheits- & Jugendwahn, die Abnehm-Tipps, die optische Angleichung an Pornostars und Barbies (zum Wohle wessen?). Mich nerven Ernährungs-Tipps, das Blabla von ewiger Jugend, dieser andauernde Druck und das Wort "Fashionistas".. Und was bleibt? – Am Ende nichts, wenn Frau einmal ihr gesamtes Leben fürs Kinderkriegen und schön sein/bleiben "geopfert" hat.

ich finde auch

wir sollten die rollenzuweisungen durchbrechen und werbung machen für bohrschlaghämmer für frauen, ein barbie-frisierset für Buben, und endlich eine Zitrone für das y Chromosom !
Ausserdem bin ich für hässliche Leute in der Werbung, die funktioniert dann sicher besser.
Ausserdem soll mal endlich einer (oder eine natürlich) auf den Tisch hauen und sagen, daß es genetisch mal überhaupt keinen Grund gibt zwischen Mänenr und Frauen. Drum lieben Männer starke muskelbepackte Frauen und Frauen reissen sich um die femininen Männer.Ich finde auch man sollte das beiden voll negativ sehen: fra(u) plagt sich das ganze Leben ab mit Kinderkriegen. Man(n) plagt sich in der Arbeit mit Geldverdienen. Und überhaupt ist Kinder haben schrecklich !!

Und was bleibt? - Am Ende nichts, wenn Mann einaml sein gesamtes Leben fürs Arbeiten und Rechnung zahlen "geopfert" hat.

Selbst schuld?

Das trifft doch auf alle zu?

Gewissermaßen.
Eigenverantwortung gibts und soziale Verantwortung natürlich genau so.

Ich finds etwas komisch, wenn ein Mann so tut, als wüsste er nicht was er tut, wenn er n Kind zeugt. Das klingt nach "Oh, habe ich da jetzt etwa AUCH Verantwortung?" :)

Das Problem bei dieser Argumentaton ist, dass Frauen oft Männer bevorzugen, bei denen offensichtlich ist, dass sie keine Verantwortung übernehmen werden. Marke "Hallodri".
Ich denke das Hauptproblem liegt darin wie unsere Gesellschaft heute organisiert ist. Du postest ja auch sehr gerne, wenn es um Schimpansen oder Bonobos geht. Die kämen doch auch nicht auf die Idee langjährige Paarbeziehungen einzugehen? Die Stärke des Menschen ist die Sippe. (Und die, die das begreifen bringen es auch heute weiter als andere).
Ich frage mich manchmal, ob die aller ersten Dorfgemeinschaften nicht von gemeinsam erziehenden Müttern gegründet wurden. Und dann konnten sie ihre Söhne nicht ziehen lassen...

Dorfgemeinschaften dürften aber auch gemeinsame, durch Viehhaltung entstandene halbseßhafte Dinger gewesen sein. Durch den Ackerbau wurden sie ganz seßhaft.
Der wird aber auch von Männern betrieben, also glaub ich das eher nicht :)

Menschenfrauen mit Kind sind so oder so nicht sehr mobil, das stimmt schon, aber sie können durchaus nomadisiert ziehen, nur langsamer.

Hmm und bei Schimpansen und Bonobos wechseln die Frauen die Gruppen zur Inzestvermeidung, ist das nicht bei den meisten Menschenvölkern genauso?

Das mit den Dorfgemeinschaften war jetzt nur dahingesponnen. Was auffällt ist, dass sich junge Mütter sehr schnell anfreunden und Hilfsnetzwerke bauen. Meine Mutter pflegt heute noch die Freundschaften aus meinem Babyalter.

Ob Frauen oder Männer die Gruppe wechseln ist letzten Endes nicht so wichtig. Es doch in unseren Breiten mal Sitte, dass junge Männer auf Wanderschaft gehen, um zu lernen (und ihre Gene zu verteilen?)
Heute sehe ich keinen tendenziellen Unterschied zwischen Frauen und Männern, was das Auswandern betrifft.

Ich mag spinnen eh gern und greif den Faden auf :)

Stimmt! Die Walz und alles sind gute Beispiele für Wanderschaften und heute sind eh alle mobil.

Lern-Wanderschaften zwischen 15 und 20 wären ja mal was.

Also ich fürchte die "Lern-Wanderschaften zwischen 15 und 20" werden sich nicht mehr allgemein durchsetzen lassen. Allerdings gehört ein Erasmus-Semester ja auch heute zum perfekten Lebenslauf. - Da auch geschlechtsunabhängig ;-)

Bonobos haben langjährige Beziehungen zwischen Frauen, was ihnen ja auch den Vorteil bringt, dass die Männchen sie nicht dominieren können (steht immer 2:1 für die Manderl, wenn man nur 1 Mann und 1 Frau hat, dominiert er aufgrund der Körperkraft).
Aber das sind halt Bonobos, die sind voll auf sowas ausgelegt.
Schimpansenmänner kümmern sich überhaupt selten um Nachwuchs.
Gorillas aber sehr! Und die sind auch sicher, wer der Vater ist.
Monogamie beim Menschen soll auch die Vaterschaft sichern und geht mit Hilfe beim Großziehen mindestens in den ersten paar Lebensjahren einher.

Aber wir leben in keiner Zeit, wo es hinterher für die Mutter wurscht ist, was aus dem Kind wird, weil sich eh immer wer drum kümmert. Ist halt nicht so.

Wenn man sich überlegt was es zur Kindererziehung braucht, wäre beim Menschen ein anderes Beziehungsverhalten auch nützlich. Kleine Kinder brauchen liebevolle Rund-Um-Die-Uhr-Betreuung. Das Können Frauen meiner Meinung nach besser als Männer (mag ein Vorurteil sein). Der Mann ist für die Tochter wichtig, um ihre Schönheit zu entdecken und für den Sohn um stark zu werden. Aber muss das der biologische Vater sein? Es gibt doch zahllose Beispiele für Patch-Work-Familien, in denen sich Stiefväter ausgezeichnet kümmern (öfter als die leiblichen?).
Das spricht für mich dafür sich kurzfristig Partner für die aktuelle Situation zu suchen. (Einige meiner Ex-Freundinnen wollten mich nur um ein Psychisches Problem zu lösen. Das hat auch geklappt.)

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