Olympia ohne saudische Springreiterin Malhas

26. Juni 2012, 10:01
  • Revolution für saudische Athletinnen: Dalma Malhas darf nach London.
    foto: apa/epa/xiang mei

    Revolution für saudische Athletinnen: Dalma Malhas darf nach London.

Königreich erlaubt Athletinnen erstmals die Teilnahme, doch Stute der Jugendolympiaden-Dritten muss wegen Verletzung pausieren

London - Zum ersten Mal in der Geschichte Saudi-Arabiens dürfen Frauen des Königreichs an Olympischen Spielen teilnehmen.

Das saudi-arabische Olympische Komitee werde Sportlerinnen entsenden, die sich für eine Teilnahme an den Spielen in London in diesem Sommer (27. Juli bis 12. August) qualifizierten, hieß es am Montag in einer Erklärung der saudi-arabischen Botschaft in London.

Wegen einer Verletzung ihrer Stute Caramell KS kann die als Fixstarterin gehandelte Springreiterin Dalma Malhas allerdings nicht in London antreten, wurde am Dienstag bekannt. Das Pferd der 20-Jährigen muss ein Monat pausieren, wodurch Malhas entscheidende Qualifikationskriterien nicht erfüllt. Malhas wäre die erste weibliche Olympia-Starterin ihres Heimatlandes gewesen. Sie hatte bereits bei der Jugendolympiade 2010 in Singapur - damals noch ohne offizielle Genehmigung - die Bronzemedaille gewonnen.

Dogma aufgebrochen

Der ultra-konservative Klerus in dem arabischen Land hat sich stets gegen die sportliche Betätigung von Frauen ausgesprochen. Durch übermäßigen Sport liefen Frauen Gefahr, ihr Hymen als Zeichen der Jungfräulichkeit einzubüßen. 

Frauen haben in Saudi-Arabien generell einen niedrigeren Rechtsstatus als Männer. Sie dürfen nicht Autofahren und brauchen die Genehmigung eines männlichen Vormunds, um zu arbeiten, zu reisen oder ein Bankkonto zu eröffnen. Für Mädchen gibt es keinen Schulsport. Aus diesen Gründen haben Menschenrechtsgruppen einen Ausschluss Saudi-Arabiens von den Spielen gefordert.

Noch im April hatte Saudi-Arabien angekündigt, neuerlich keine weiblichen Sportler nach London entsenden zu wollen, woraufhin IOC-Präsident Jacques Rogge klarstellte, dass man die Abwesenheit von Frauen im saudischen Team noch ansprechen werde. Zuletzt hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Nichtberücksichtigung von Athletinnen für die Olympia-Mannschaft des als islamisch-konservativ geltenden Landes verurteilt.

Wie die BBC berichtet, hat König Abdullah maßgeblichen Anteil an der aktuellen Reform.

Kreis der Frauen ausschließenden Länder wird kleiner

Neben Saudi-Arabien haben nur Katar und Brunei noch nie Sportlerinnen zu Olympischen Spielen geschickt. Katar hat allerdings angekndigt, drei Frauen in das Aufgebot für London zu nehmen. (SID/Reuters, 26.6.2012)

Malhas ist ohnehin nicht wirklich saudi-arabisch. Eine gebürtige US-Amerikanerin mit palästinensischen Wurzeln. Sie hat ganz offen gesagt dass es ihr relativ egal ist für welches Land sie startet.

Die Turmspringerinnen dann im Burkini

ROFL

Sehr hübsch die Dame!

.. nicht nur sehr fesch ..

... sondern auch noch sehr engagiert und sportlich unterwegs ...

( http://de.wikipedia.org/wiki/Olym... 010/Reiten )

Obwohl sie 2010 bei den Jugendspielen Bronze bekommen hat, war das Thema in Saudi-Arabien lange ein Tabu-Thema ... weil Sport nix für Frauen sein soll ... total vatikanisch die Leute dort!

"vatikanisch" WTF?

Du hast den Artikel nicht sinnerfassend gelesen, es geht hier nicht um die röm.kath.Kirche (die Frauen nie den Sport verboten hat), sondern um den Gottesstaat Saudi-Arabien. Andere Konfession. Aber wenns dir gfallt, fahr doch hin. Vielleicht kriegst ja ein Autogramm von Fr. Malhas und kannst wieder ruhig schlafen.

Olympia

Na hoffentlich ist das Pferd, so es sich um eine Stute handelt, ordnungsgemäss verschleiert! Sonst hagelt's Rutenhiebe von den "Sittenwächtern"... ;)

Willkommen...

...im 21ten Jahrhundert.

im Jahr 1900 durften Frauen erstmals an olympischen Spielen teilnehmen.

Richtig daher: Willkommen am Anfang des 20. Jhts.

(Ist doch auch ein Fortschritt für jemanden dessen Gesellschaft in vielen Bereichen Steinzeitniveau erreicht...)

Wobei aber das Jahr 1900 streng genommen noch zum 19. Jahrhundert gehört.

Also noch richtiger daher: Willkommen am Ende des 19. Jahrhunderts.

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