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Die neue Generation "hübscher Forscherinnen"?
Sie heißen "FIT", "Girls' Day" oder "mut!". An Initiativen, die Mädchen und Frauen für technische oder naturwissenschaftliche Berufe begeistern sollen, mangelt es nicht. Doch leider noch immer an Frauen in diesen Berufssparten. Aber vielleicht braucht dieses Unterfangen ja Weile und die Kampagnen zeigen erst in einigen Jahren Wirkung.
Von einer Kampagne möchte frau allerdings nicht unbedingt, dass sie Mädchen dort abholt, wo sie das Gender Marketing der Werbeindustrie gern abstellt: in der Glitzer-Glossy-Modewelt. Die Initiative der Europäischen Kommission "Science: It's a girl thing!" tut genau das.
Die Website erinnert auf den ersten Blick an die Werbelinie der Pflegeprodukte von Bebe, die mit kichernden Mädchen ihre Cremes und Waschlotionen an die junge Frau bringen will. In diesem Stil will auch "Science: It's a girl thing!" Mädchen, die sich gerade über ihr Rollenbild oder ihre berufliche Identifikation klar werden sollen, ausgerechnet mit einem Lippenstift im Logo und pastellig-pinken Farben für männerdominierte Berufe begeistern.
Brille und weißer Kittel
Besonders negative Aufmerksamkeiten bekam die Initiative der Europäischen Kommission allerdings für das Kampagnen-Video. Dieses lässt sowohl in Sachen Bilder von WissenschaftlerInnen als auch in Hinblick auf Geschlechterstereotypen kein Klischee aus. In kurzen Röcken und High Heels stöckeln drei Mädchen auf einen - no na - brillentragenden, weiß gekittelten Forscher zu, der verstört bis neugierig von seinem - was sonst - Mikroskop aufschaut.
Was dann folgt, ist eine Abfolge von Großaufnahmen von Lippenstiften, Laborreagenzien und Gesichtspuder, dazwischen wackeln die Mädchen mit den Hüften oder verteilen Luftküsse.
Kritik am Video
Warum Mädchen einmal mehr vermittelt wird, dass sie hübsch sein müssen? Noch dazu in einem Video, das das Interesse an wissenschaftlicher Arbeit wecken soll? Diese Kritik an dem Video kam von Meghan Gray, Astronomin an der Universität Nottingham, die sie auch über Youtube publik machte. Das Video biete eine Parade von Stereotypen, wie und was Mädchen zu sein hätten, was an der beabsichtigten Botschaft des Projektes völlig vorbeigehen würde.
Doch wie auch Meghan Gray in dem Video andeutet, heißt das alles noch nicht, dass das Projekt an sich nutzlos ist. Dass jedoch eine derartige "Stereotypen-Parade" die Arbeit des Projektes repräsentieren soll - damit dürften sich inzwischen wohl auch die Projekt-Verantwortlichen unwohl fühlen. Die EU-Kommission hat das Video mittlerweile von der Projekt-Website genommen und Forscherinnen dazu eingeladen, auf Twitter Mitglied von #realwomeninscience zu werden. Dort kann frau an einem realistischeren Forscherinnen-Bild mitarbeiten.
Doch die eigentlichen Adressatinnen, die angesprochenen Mädchen, werden hier wohl kaum ihre Vorstellungen vom Beruf der Wissenschaftlerin twittern. Auch wissen wir nicht, ob und wie sich Mädchen an der Schwelle zu ihrer beruflichen Zukunft von einem solchen Video angesprochen fühlen. Doch eines wissen wir mit Sicherheit: Es ist keine gute Idee, Klischees mit Klischees bekämpfen zu wollen.
Das scheint sich mittlerweile auch auf EU-Ebene herumgesprochen zu haben. Doch um dem Nachdruck zu verleihen, gibt's vorsichtshalber noch unseren Denkzettel: "Zitrone: It's a feminist thing! (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 27.6.2012)
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"Warum Mädchen einmal mehr vermittelt wird, dass sie hübsch sein müssen? Noch dazu in einem Video, das das Interesse an wissenschaftlicher Arbeit wecken soll?"
Will man damit andeuten Mädchen die sich für Wissenschaft interessieren sind eher hässlich?
..wird das leider weit mehr Anklang finden als Realitätsdarstellungen.
Zu zeiten von "wo weiß ich next Topmodel" & Telentewettbewerbssendungen etc..
War immer schon so, & wird immer so bleiben,
solange davor kein hinterfragender Denkprozess gelernt & angewendet ist.
Ob Täuschung für zukünftige Enttäuschung aber wohlergehen gerechtfertigt ist, da Realität meist zu wenig verspricht, bleibt moralische Diskussion aber meiner Meinung nach gerechtfertigter als nichts wirksames zu unternehmen.
Die Zitrone geht in Ordnung, die Folgerung, dass "Forscherinnen auch hübsch sein müssen", kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Aussage, die ich aus dem Video extrahiere, ist die: "Mädchen sind oberflächliche Lachtauben ohne Hirn, die sich an Wissenschaft vorrangig für die Rolle des Wissenschaftlers als cooler Checker oder Wunderwuzzi begeistern könn(t)en." Und das ist übelster Sexismus.
diesmal gebe ich den zitronenemanzen ausnahmsweise recht
das video geht völlig an der geplanten botschaft vorbei
es zeigt bloß ein paar oberflächliche kichernde partygirls,welche die acessoires eines chemie labors bloß als dekoration für ihren laufsteg benutzen.
irgendein interesse oder gar eine begabung für wissenschaft der darstellerinnen lässt sich daraus nicht ablesen.
ebenso könnte ich zb ein paar schwitzende bobybuilder oder strippende chippendales in einem klassenzimmer hernehmen, um mehr männer für den beruf des lehrers zu begeistern
Was mich so nervt an diesem ganzen Barbiekram in der Werbung:
Wieso glaubt man immer, dass man die Frauen und Mädels quasi aus einer anderen Kultur abholen müsste und ihnen mit Lippenstift zeigen muss, was Bakteriologie ist?
Ist das echt so unverständlich, dass man sich auch der Physik wegen für Physik, der Genetik wegen für Genetik interessieren kann, wenn man eine Vagina hat?
Wirft die Frage auf:
Ist Biologie keine Wissenschaft mehr, weil da eh schon so viele Frauen Studienanfänger sind?
Biologie ist für manche eben gleichbedeutend mit "a bisserl mit dem Hundi/Katzi/Welli spielen", und das zieht sicherlich auch Frauen an, denen Physik/Chemie zu "trocken" wären. Solche Leute hören dann aber vermutlich nach dem Bakk oder spätestens Master auf, wenn sie sehen, dass die eigentliche Wissenschaft dahinter fast genauso "trocken" ist wie in der Physik/Chemie.
Ich bezweifle daher, dass der Frauenanteil unter den Leuten mit abgeschlossenem Doktorat in der Biologie so viel höher ist als in der Physik/Chemie.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man behaupten kann, dass es NACH dem Bakk trocken wäre - eher in den Studieneingangsphasen...Erst ab dann wirds doch interessant. Am Anfang ist man nur passiv und forscht nicht selbst.
Hmmm, an der TU:
Frauenanteile Studienanfänger 2011:
Technische Chemie 40,5%
Technische Physik: 19,9%
Materialwissenschaften: 17,4%
In Physik gibts...100% Männer. 1 Person nämlich :D
Trockener als TU gehts nicht.
An der Uni Wien:
ca. 25% Frauen in Physik
Mehr Frauen im Doktoratsstudium als im Master, aber insgesamt weniger Frauen.
In Chemie sind 51% Frauen, im Masterstudium mehr als Männer. Im Doktor weniger als Männer. In Biologische Chemie mehr Männer.
Muss grad lachen.
Ich war heute auf Besuch in einem Forschungsinstitut mit tw. bösen Tierversuchen, der Frauenanteil war mindestens 50%, wenn nicht höher.
Das war übrigens Grundlagenforschung, "mit der Laborratte spazieren gehen" darf man nicht.
Das mit dem Doktorat ist ein ausgezeichnet schlechtes Beispiel! Der ganze Lebenslauf, den man für ein Doktorat haben muss, schließt für Frauen Betreuungspflichten bis wenige glückliche Einzelfälle aus - das heißt, dass studierende Frauen sich irgenwann entweder für ein Kind oder ein Doktorat entscheiden müssen, sonst ist die fruchtbare Phase nämlich vorbei.
Hier ist ein schlüssiger Artikel dazu:
http://www.americanscientist.org/issues/pu... therhood/1
Eine Frau, die ohnehin weiß, dass sie Physikerin werden möchte, wird diesen Weg auch unbeirrt gehen.
Aber gerade die sehr hübschen und 'mädchenhaften' unter meinen Ex-Freundinnen hatten immer Komplexe wenn es darum ging die Richtung einzuschlagen, die ihren Verstand fordert.
Es gibt auch tatsächlich Frauen, die sich auf die Uni nichts Schönes anziehen trauen.
Für mich sagt die Werbung aus: Schöne Frauen, begreift doch, dass ihr das gleiche studieren könnt, wie alle anderen auch.
naja, woran liegts denn ihrer meinung nach, daß die besitzerinnen von vaginas realiter kaum einschlägiges interesse aufbringen?
ist ja nicht so, daß man physik und genetik den frauen vorenthalten würde
im ernst liebe "feministinnen": verwechseln sie bitte nicht den (zu recht geführten) kampf gegen das von massenmedien etc. künstlich aufgesetzte frauenbild, dem mädls von heute zu entsprechen haben, mit dem undifferenzierten gekreische welches sie jedesmal anstimmen, wenn ein mädl nen kurzen rock anhat..
ich glaube die macher des videos wollten ganz einfach die zielgruppe (= pubertäre mädchen) ansprechen. und was interessiert die masse der mädchen in diesem alter? va. schön sein und einen status besitzen.
verfolge die diskusion, seitdem sie im standard erschienen ist u mir kommts vor, die ganze sache wird von einer intelektuell-elitär-feministischen betrachtungsweise dominiert. dass 13, 14-jährige mädchen anders ticken, als eine (karriere-)frau mit 30 wird gar nicht berücksichtigt, finde ich
aber zugegeben, das vid is doch über den rahmen geschossen.
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