Frauen mit Psychopharmaka übertherapiert

26. Juni 2012, 13:03

Zwei- bis dreimal so viele Verschreibungen wie Männer: Geschlechterunterschiede laut ExpertInnen medizinisch kaum begründbar

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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15 Postings
jaja, strukturelle und sexistische Gewalt gegen Frauen und Mädchen haben viele Gesichter!

Ah so, bei Depressionen müssen Pillen geschluckt werden? Ich hab immer gedacht, da geht man zu einem Psychologen/Psychotherapeuten und redet darüber???

Wie viele Kassenplätze gibts dafür aktuell?

Interessant. Vor allem im Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Medikamente hauptsächlich an Männern getestet werden.

Eigene Erfahrung

Der Besuch beim Neurologen, z.B. wegen Migräne, endete, obwohl abgelehnt, sofort mit der zusätzlichen Verschreibung von Psychopharmaka. Argument: Dann schlafen Sie besser und sind weniger schmerzempfindlich...Das Rezept landete im Papierkorb

Zwei Jahre später: Besuch wegen einer Nervenwurzelreizung: sofortige Verschreibung von Schmerzmitteln und Psychopharmaka - Argument: damit Sie entspannter schlafen

dass statt Psychophamaka lieber Physiotherapie in Anspruch genommen wurde hat den Herrn Doktor dann sehr erstaunt

So etwas passiert bei Kassenärzten

vl liegts daran

weil Männer wenn sie Stress haben eher zur Flasche Bier greifen als zur Tablette!

Ich denke es liegt daran,

dass Frauen bei Depressionen / Beziehungsstress / Überlastung eher eine Psychotherapie aufsuchen - und dort ist man recht locker im Verschreiben von Seratonin-Präperaten, vielmehr, das wird fast automatisch dazugereicht. Ich war mal mein einer Neurologin wegen Rückenschmerzen - mit dem Hinweis, ich sehe aber überlastet aus, hat mir die Gute auch ein Antdepressivum verschrieben (!).

Männer beissen eher durch, und haben eher Sport oder Alkohol als Ventil. Das ist nicht gut, erklärt aber dieses Ungleichgewicht.

Meines Wissens wird bei Frauen auch viel häufiger eine Depression diagnostiziert als bei Männern. (Ob zu Recht oder zu Unrecht, und woran das liegen mag, lass ich mal dahingestellt, dass Männer diesbezüglich unterdiagnostiziert sind, wie hier schon mal vermutet, halt ich aber für recht wahrscheinlich.)
Der Artikel erweckt aber den Eindruck, dass bei Vorliegen einer Depressionsdiagnose Frauen mehr Psychopharmaka bzw. höhere Dosen erhielten als Männer. Zudem ist gerade bei Psychopharmaka ein plötzliches Absetzen nicht ratsam und sehen die Leitlinien in vielen Fällen eine monatelange Einnahme - die sich teils auch noch in den beschwerdefreien Zeitraum hinein erstrecken soll - ausdrücklich vor.

Männer können nicht hysterisch sein, da muss man weiter schauen, was es ist.

Frauen sind prinzipiell hysterisch, da reicht ein Beruhigungsmittel.

Nein, bei Männern heißt das nicht hysterisch, sondern cholerisch. Es ist aber trotzdem dasselbe.

Hier irrt Glaeske ....

Wenn man sich die Resultate (z.B. bei Wittchen und KollegInnen) zur psychiatrischen Epidemiologie anschaut, steht fest, dass die meisten psychiatrischen Erkrankungen zu selten überhaupt, und wenn doch, dann zu selten fachgerecht behandelt werden. Das gilt insbesondere für Depression, stärker noch für Alkoholabhängigkeit. Also müsste man hier richtiger weise formulieren: Frauen sind etwas weniger stark UNTER-therapiert als Männer. Vielleicht (wenn ausschliesslich mit Pharmaka "abgespeist") gilt auch: Frauen sind zusätzlich öfter FEHL-therapiert.

Das ist eine gute überleitung von meinem vorigen Thema: "Wenn Familienideal und Realität aufeinanderprallen", denn da kommt es oft zu Konflikten, die ohne Psychopharmaka nicht mehr gelöst werden können. Jedenfalls nicht, wenn es nach den verschreibenden Psychiatern geht.
Ich denke, dass das Problem hier liegt! Frauen werden halt öfter auf -friß oder stirb- konditioniert als Männer. Diese Medikamentenstatistik macht es deutlich.

Tabletten einwerfen...

Vermutlich haben auch die Verhütungsgewohnheiten von Frauen einen Einfluss darauf, dass für sie die Vorstellung, ihren Körper dauerhaft pharmazeutischen Erzeugnissen auszusetzen, weniger abschreckend ist als für Männer.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben Fachmagazine allerdings auch publiziert, dass z.B. der Schmerzmittelverbrauch pro Kopf in Deutschland deutlich geringer ist als in den USA. Ob das auch für Psychopharmaka gilt, weiß ich allerdings nicht.

Der Medikamentenverbrauch in den USA ist unter anderem..

...deshalb höher als bei uns, weil viele Medikamente weder verschreibungs- noch apothekenpflichtig, sondern in Drug-Stores frei zugängig zu haben sind. (Es gibt in den USA z. B. Apotheken, die verkaufen bis zu 10.000 Schachteln "Schnupfenmittel", weil das darin enthaltene Ephedrin als Herstellungsbasis für Crystal Meth verwendet wird.)

Ich kann nicht beurteilen, ob Frauen übertherapiert sind,...

...habe aber das Gefühl, dass angesichts der Suizidrate der Männer, diese eher untertherapiert sind. Da gilt immer noch die Devise "Indianer kennt keinen Schmerz".

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