Pentagon begeht erstmals "Pride Month"

27. Juni 2012, 10:22

Erste Bilanz neun Monate nach Abschaffung der Geheimhalteregelung "Don't ask, don't tell": Nur "vereinzelte kleinere Zwischenfälle"

Washington - Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat das US-Verteidigungsministerium ein Fest für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) veranstaltet. Dieses fiel allerdings eher bescheiden aus: Statt eines bunten, von Musik begleiteten Umzugs durch die Flure des Pentagon begnügten sich die MitarbeiterInnen mit einem Podiumsgespräch über die Situation seit dem Ende einer alten Regel, nach der LGBT-Personen in der US-Armee ihre sexuelle Orientierung verheimlichten mussten.

Politik der Toleranz weitgehend durchgesetzt

Die Abschaffung der sogenannten "Don't ask, don't tell"-Regel ("Nicht fragen, nichts sagen") vor neun Monaten habe die Betroffenen von einer schweren "Last" befreit, sagte der Rechtsberater des Pentagon, Jeh Johnson. Nach seinen Angaben gab es seitdem nur "vereinzelte kleinere Zwischenfälle", insgesamt aber habe sich die Politik der Toleranz weitgehend durchgesetzt.

Die alte Regel wurde 1993 als Kompromiss zwischen den Generälen unter dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton eingeführt, der vergeblich versucht hatte, den Homosexuellen-Bann in der Armee komplett zu beenden. Seitdem mussten 14.000 Armeeangehörige den Dienst quittieren, weil sie gegen Schweigeregelung verstoßen hatten.

In anderen Regierungsbehörden, einschließlich des Geheimdienstes CIA, werden bereits seit Jahren Pride-Feste begangen. (APA, 27.6.2012)

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