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Wien - Die zwölf Wiener Bezirkgerichte haben im vergangenen Jahr 548 Anträge auf Wegweisungen außerhalb von Scheidungsverfahren behandelt. Heuer waren es bis 22. Juni schon 283, erklärte die Präsidentin des Landesgerichts für Zivilrechtssachen, Marlene Perschinka, am Mittwoch. Merkbar gestiegen sei in den vergangenen Jahren die Zahl der Fälle mit erhöhter Gefährlichkeit, erklärte Gabriele Thoma-Twaroch, Vorstand des Bezirksgerichts Josefstadt.
"Entwicklung macht uns Sorgen"
Und mehr solche Fälle gibt es nach Erkenntnissen der RichterInnen nicht allein in Zusammenhang mit Scheidungen, sondern auch im sozialen Nahbereich. Aggressiver geht es auch beim Stalking zu. Mehr Opfer leiden so schwer an den Folgen beharrlicher Verfolgung, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihrem Beruf nachzugehen. "Diese Entwicklung macht uns Sorgen", sagte Thoma-Twaroch.
Wegweisung und Betretungsverbot
Im Fall von häuslicher Gewalt hat die Polizei die Möglichkeit, den "Gefährder" aus der Wohnung und der unmittelbaren Umgebung zu weisen und ein Betretungsverbot auszusprechen. Wenn Kinder im Haushalt leben, verständigt die Polizei das Jugendamt, und das Opfer wird auf die Möglichkeit hingewiesen, sich an eine Opferschutzeinrichtung zu wenden. Das Betretungsverbot tritt nach zwei Wochen außer Kraft, wenn das Opfer in dieser Zeit keinen Antrag auf eine gerichtliche Wegweisung stellt. Das Gericht kann dem Gefährder den Aufenthalt auch an Orten wie Arbeitsplatz oder Schule der Kinder verbieten.
Grenzen der Instrumentarien
Schutz sei dann möglich, wenn Polizei, Gericht und Opferschutzeinrichtung richtig zusammenarbeiten, sagte Thoma-Twaroch. Bei der Einschätzung des Gefährdungsgrads müsse jeder einzelne Fall analysiert werden, sagte die Richterin, die sich gegen einen Automatismus ausspricht. Wesentlich sind Angaben des Opfers, das sich allerdings aufgrund der Traumatisierung oft mit der Aussage schwertut. Wie man mit solchen Fällen umgeht, wissen die MitarbeiterInnen der Opferschutzeinrichtungen, für RichterInnen gibt es spezielle Schulungen, damit sie diese Fälle von Traumatisierung erkennen können. Für dringend notwendig halten FamilienrichterInnen, dass Opfern, die sich keine/n Anwältin/Anwalt leisten können, auch in Zivilverfahren juristische Begleitung zur Verfügung gestellt wird.
Zuflucht Frauenhaus
Ist weitere Gewalt nicht auszuschließen, sollten Opfer in ein Frauenhaus übersiedeln, sagte Thoma-Twaroch. Sie berichtete von einem Fall aus ihrer Praxis, in dem sie einer Frau an einem Freitag dringend zu diesem Schritt riet, diese mit ihren Kindern wegen der damit verbundenen Umstände erst nach dem Wochenende übersiedeln wollte. "Am Montag habe ich die Verständigung vorgefunden, dass die Frau verletzt in einem Krankenhaus liegt", sagte die Richterin.
"Das Gros der Wegweisungen wird befolgt", hielt Gerichtspräsidentin Perschinka fest. Zu 100 Prozent lassen sich Gewalttaten nicht verhindern - auch wenn einer/m GewalttäterIn vom Gericht verboten werden kann, sich überall dort aufzuhalten, wo er ihr(e)/sein(e) Opfer treffen kann. Thematisiert wurde das Problem nach dem Fall des Achtjährigen, der am 25. Mai in seiner Schule in Sankt Pölten von seinem Vater durch einen Kopfschuss tödlich verletzt worden war: Selbst wenn in diesem Fall ein Kontaktverbot bestanden hätte: Dessen lückenlose Einhaltung ist praktisch nicht kontrollierbar. (APA, 27.6.2012)
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Hundstorfer und Heinisch-Hosek präsentierten Kampagne gegen Gewalt: Eine DVD mit Porträts von 16 jungen Männern sollen andere Männerbilder zeigen
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Heinisch-Hosek: "Alarmierende Zahlen" - Bewusstsein für Gewalt ist gestiegen: Gewalt gilt nicht mehr als Privatsache
Wenn viele Frauen schwere Gewalt gegen Männer ausüben, wieso taucht das dann nicht in den Statistiken der Unfallambulanzen auf? Sagen die Männer alle, sie wären gegen ein Kastel gerannt? Uns wieso gibt es dann so wenige Verurteilungen von Frauen? Körperverletzung ist ein Offizialdelikt, es muß angezeigt werden, auch vom behandelnden Arzt - in Fällen von misshandelten Kindern passiert das schließlich auch
Das ist eine Frage, die ich mir auch schon gestellt habe, zumal in Studien zu häuslicher Gewalt beide Geschlechter GEwalt ausüben und angeben, Opfer von Gewalt geworden zu sein.
Es liegt vielleicht daran, dass (1) nicht jedes Mal wenn geschlagen wird das Opfer sofort im Spital landet (es gibt auch Kinder, die 20 Jahre lang Opfer häuslicher Gewalt sind und kein einziges Mal ins Spital müssen) und (2) Männer vielleicht eher nicht zur Polizei gehen. Eine Frau, die geschlagen wird gesteht sich das eher ein und geht zur Polizei als ein Mann...
genaueres müsste man aber untersuchen.
Womit Sie recht haben ist, dass ein schwer geprügelter Mann vermutlich nicht so leicht bei der Polizei aussagt, er würde von der Frau verprügelt wie eine Frau das tun würde. Da das aber - im Gegensatz zum umgekehrten Fall - statistisch kaum vorkommt, ist das aber ein absolutes Minderheitenproblem und wir sollten schon erstmal bei der Mehrheitsproblematik bleiben - dass Frauen in (Hetero)Beziehungen diejenigen sind, die statistisch mittelschwere bis schwere körperliche Gewalt fürchten müssen vom Partner.
Insofern sollte man eigentlich bestehendes Wissen zumindest vollständig verbreiten.
Im Übrigen ist auch Bagatellgewalt klarerweise nicht ok. Und dass sich ein Mann Ohrfeigen einer Partnerin wahrscheinlich nicht gefallen lassen will, ist auch klar. Aber die Situation dass man gegen jemand, der halb so viel wiegt, auch wenn er/sie aggressiv ist, nicht mit voller Kraft oder mit der Faust zurückdrischt, sollte auch klar sein. Macht mann bei Halbstarken, zb den eigenen Sprösslingen, ja auch nicht (hoffentlich), selbst wenn die Aggression beginnen sollten.
Aber Bagatellgewalt mit mittlerer bis schwerer Gewalt gleichzusetzen ist im besten Fall unseriös, im schlechtesten propagandistische Unehrlichkeit.
(was grundsätzlich schon Sinn macht). Frauen waren fast ausschließlich im Bagatellbereich (der bei Schubsen anfing und bis zur Ohrfeige ohne dauerhafte Rötung ging). Im mittleren Gewaltbereich (blaue Flecken, Schwellungen) waren fast ausschließlich Männer Täter und im Bereich der schweren Körperverletzung waren ausschließlich Männer Täter, Frauen Opfer. Der Bericht hat das schon herausgearbeitet (Frauen Bagatellgewalt, Männer mittelschwere bis schwere Gewalt in Beziehungen), aber reißerisch und unseriös kommuniziert wurde tatsächlich "Frauen genauso häufig gewalttätig in Beziehungen wie Männer". Und Propagandisten von Männerrechten wiederholen seither noch verzerrender "Männern wird genauso viel Gewalt angetan/die verkannten Opfer".
Ich rede von Anzeigen durch Ärzte - wenn nämlich eine Körperverletzung durch ein_en Gewalttäter_in begangen wurde, müssen Spitalsärzte eine Anzeige machen - diese Anzeigen müssten dann für beide Geschlechter gleich hoch sein, wenn beide gleich gewalttätig sind.
Die mir bekannten Studien besagen, dass Frauen meist minderschwere Gewalt ausüben - und das würde bedeuten, dass ihre Opfer eben meist nicht verletzt sind und keine ärztliche Versorgung brauchen
Bei Opfern von außerhäuslicher Gewalt wird ja auch angezeigt! - da sind es meistens Männer, die Opfer von anderen Männern wurden
Wenn etwas so vehement tabuisiert wird, bzw. im Kosmos der Gesellschaftsrealität nicht existiert, weil ausschließlich Männer als gewalttätig, ausschließlich Frauen als Opfer dargestellt werden, kommt man nicht drauf.
Wenn ich als Frau Hilfe suche, weil ich mich verletzt habe (also wirklich angrennt bin ;) ) oder auch psychische Unterstützung suche, werde ich gefühlte 50 mal gefragt, ob ich nicht von einem Mann unterdrückt werde. Ich bräuchte noch nicht einmal den Mund auf machen, nur betroffen schauen, und das Häkchen in der Statistik ist fix.
Einem Mann mit den selben Anliegen wird man nicht dahingehend nachbohren. Männer werden verlacht, wenn sie von Gewalt berichten - merkt man ja auch hier...
...stellen Sie sich vor, jemand würde hier unbedarft erklären, eine Frau die nicht im Krankenhaus landet, würde eh nicht Opfer von "echter" Gewalt sein, weil sonst wär sie ja in der Statistik.
So Sie ein Mann sind, versuchen Sie das mal: Erzählen Sie von Gewalt durch eine Frau, und dass sie dass massiv, zumindest seelisch, geschädigt hat. Man wird Witze über Sie reissen. Eine Frau tröstet man betroffen.
Und Kinder müssen auch nicht im Krankenhaus landen, und können dennoch lebenslange Schäden davon tragen. Ich kam sicher in keiner Statistik vor. Das Trauma sitzt aber dennoch in den Knochen.
Selbst wenn Männer von Gewalterfahrung aus ihrer Kindheit erzählen, wiegt das irgendwie weniger, als erzählt eine Frau davon.
Eben nicht. Nicht jede Gewalttat endet im Spital, besonders wenn Frau "nur" psychisch quält - was aber leider nicht stimmt.
Außerdem wird ein Mann eher weniger schnell ins Spital gehen als eine Frau, außer wenn es wirklich notwendig ist (etwas gebrochenes, Verbrennungen, Schnitt- oder Stichwunden)
Sie sagen es!
Das sind die Verletzungen, mit denen misshandelte Menschen im Spital landen!
Leider auch die (mehrheitlich) weiblichen Opfer schwerer häuslicher Gewalt.
Und das ist auch schon der Unterschied...
warum gehen menschen davon aus, dass von frauen ausgeübte gewalt totgeschwiegen wird und die männer keine chance haben sich zu wehren mittels wegweisung etc? wie oft kommt es zu keiner wegweisung des mannes? hier werden geschichten gepostet wo nichts für den mann getan wird, meine güte, deswegen sind frauenhäuser böse und artikel über männergewalt gegenüber frauen anzuprangern, die sich ohne rechts sowieso gleich immer in die opferrolle hauen? wachts mal auf und kommts mal aus eurer heulphase auf, gewalt gegen jeden menschen ist scheiße, aber sich auf diestandard ausheulen und sudern dass die frauen in wirklichkeit die schlimmen sind machts auch nicht besser!
Warum überhaupt "Frauenhäuser" und nicht "Häuser für Opfer häuslicher Gewalt" unabhängig von deren Geschlecht? Warum gehen Sie davon aus, dass Frauen zusätzlichen Schutz benötigen, Männer aber nicht?!
Fakt ist: ein Opfer häuslicher Gewalt braucht in dieser Situation Beistand, Schutz und Rechtshilfe. Unabhängig davon ob das Opfer eine Vagina oder einen Penis sein eigen nennt...
Apropos: es sudert keiner, dass in Wirklichkeit "Frauen die schlimmen sind". Das zeigt, dass sie die Dinge schwarz-weiß sehen und sich der Komplexität der Thematik nicht annähernd bewusst sind. Sie dürften überdies keine praktische Erfahrung mit Gewalt haben (seien Sie froh!), sonst gäben sie nicht solchen Unsinn von sich...
lies den Artikel nochmals, und dann frag abermals wer in der Heulphase ist.
Frauenhäuser sind wichtig, das Männer diese aber absolut nicht betreten dürfen halte ich für sehr fragwürdig.
Das es keine entsprechenden Unterkünfte für Männer gibt halte ich für verwerflich.
Ich wäre auch dafür, Tätereinrichtungen zu schaffen, weil es ja in Fällen von häuslicher Gewalt um eskalierende Konflikte geht, mit denen umzugehen ohne dass es zu Gewalt kommt ein großer ortschritt für ein aar wäre.
Dass Männer keinen Zutritt zu Frauenhäusern haben macht Sinn, da geht es darum, unter Umständen schwer traumatisierten Frauen und Kindern - und auch solche sind im Frauenhaus - einen Schutzraum zu bieten. Ärzte, Sanitäter und Polizisten dürfen übrigens eh rein, auch Sozialarbeiter etc. Es geht vor allem um Beziehungspartner, die nicht hineindürfen, und um männliche Verwandte - übrigens müssen auch weibliche Angehörige draußen bleiben...
Ich finde die Wiener Frauenhäuser eine enorm wichtige Einrichtung, ich finde Gewalt IMMER scheiße, egal wer sie ausübt. Aber es gibt nun mal auch Gewalt, die von Frauen ausgeübt wird - warum soll man das nicht auch erwähnen dürfen? Ist man dann gleich wieder ein heulender Macho, der mit dem Feminismus nicht klar kommt? Muss ja auch noch Platz für was dazwischen sein,oder? Ich finde, da gehts einfach ums Prinzip...
für ein "dazwischen" gibt es keinen Platz, da haben Sie leider recht. Die Diskussion versucht die Thematik in Schwarz und Weiß zu unterteilen, was leider nicht funktioniert und von der Realität immer weiter weg rückt. Zumal es die Diskussion sehr hemmt und eine positive Entwicklung (weg von Mann = Täter, Frau = Opfer hin zu Opfer = Hilfe, Täter = strafrechtliche Verfolgung) leider nahezu unmöglich macht
Ich will ja nicht kleinlich sein, aber warum wird hier nicht gegendert? Ich weiß aus meinem beruflichen Alltag, dass Frauen, auch wenn bei weitem nicht so oft, aber durchaus auch Täterinnen sind. Ich finde es diskriminierend, dass Gewalt immer automatisch von Männern ausgehen soll.
Bitteschön:
http://ajph.aphapublications.org/doi/abs/1... 005.079020
Es gibt einen ganzen pool an über 200 Studien die alle das selbe aussagen.
Ob da jetzt ein Unterschied zwischen USA, Deutschland und Österreich ist, lasse ich nicht gelten. Wenn sie es so drehen wollen ist die Aussage davon eben dass diese Studien zeigen wozu diese gewaltätigen Frauen imstande sind.
Im übrigen sind 90% aller Gewaltopfer Männer, aber davon redet ja eh keiner, schon gar nicht auf dieStandard.
Zwischen den Studien aus den einzelnen Ländern gibt es marginale Unterschiede - was eher nicht verwunderlich ist, weil es schließlich Länder mit vergleichbarer gesellschaftlicher Struktur sind.
Die von ihnen verlinkte Studie kenne ich - und zitiere aus dem abstract:
"Almost 24% of all relationships had some violence, and half (49.7%) of those were reciprocally violent. In nonreciprocally violent relationships, women were the perpetrators in more than 70% of the cases. Reciprocity was associated with more frequent violence among women"
Wenn ich mich recht erinnere, geht es bei dieser Studie um Gewaltfolgen, und nicht um Konfliktstrategien
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