Frauenring kritisiert Entwurf von Ministerin Karl

28. Juni 2012, 12:08

Für den Österreichischen Frauenring bleiben Interessen jener, die Betreuungsarbeit leisten, unberücksichtigt

Wien - Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR), zeigt sich in einer Aussendung mit den neuesten Entwicklungen in der Debatte um die Obsorgedebatte verärgert: "Ministerin Karl hat Anlass zur Hoffnung auf einen zeitgemäßen Gesetzesentwurf gegeben, letztlich aber alle Erwartungen enttäuscht".

Im neuen Entwurf zum Familienrecht von Justizministerin Beatrix Karl ist im Zweifel bei strittigen Trennungen die gemeinsame Obsorge vorgesehen. Pölzlbauer stuft dies "als Kniefall vor der offensiven Väterrechtslobby" ein. Laut ÖFR stützt sich der Gesetzesentwurf auf zwei Studien, diese wären jedoch bereits mehrmals sowohl aus frauenrechtlicher, als auch aus fachlich-methodologischer Sicht heftig kritisiert worden.

Aus Sicht des Österreichischen Frauenring sendet dieses Vorgehen ein demokratiepolitisch bedenkliches Signal: "Gesetze scheinen für diejenigen geschrieben zu werden, die Ressourcen haben, um laut genug zu schreien. Die Interessen derjenigen, die durch tagtägliche Betreuungsarbeit gebunden sind - in diesem Fall beinahe ausschließlich Frauen - werden nicht weiter beachtet", beschwert sich Pölzlbauer.

Auswirkungen der Kämpfe

"Dass die Karenzarbeit in Österreich nach wie vor zu rund 95 Prozent von Frauen geleistet wird, deutet darauf hin, dass die Väterrechtslobby die gemeinsame Obsorge als Trophäe handelt, jedoch nicht nach einer tatsächlichen Beteiligung an der Kindeserziehung interessiert ist. Für eine derartige Herangehensweise sind wir nicht zu haben - weder aus feministischer Perspektive, noch aus der Sicht des Kindeswohls", so die ÖFR-Vorsitzende. 

Als Psychologin gibt Pölzlbauer auch zu bedenken, dass die Auswirkungen der Kämpfe der Eltern auf die Kinder nicht unterschätzt werden dürfen. Kinder würden weiterhin als Streitobjekte missbraucht. Es sei fragwürdig, ob das die ernsthafte Absicht einer Ministerin sein kann. (red, dieStandard.at, 28.6.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 199
1 2 3 4 5

Mit ein paar wirklich notwendigen Justierungen könnte der sogenannten "offensiven Väterrechtslobby" der Wind aus den Segeln genommen werden.
Die Psychologin kann sich ihre Krokodilstränen sparen.

Interessante Art der Wahrnehmung - ich habe schon sehr lange in den Medien nichts mehr von irgendwelchen "Väterorganisationen" gehört aber permanent liest man von Kommentaren wie diesem hier (von Frauenrechtlern). Anscheinend denken diese man braucht keine sachlichen Argumente und es genüge wenn man sich als Frau als schwach und Männer als stark und böse darstellt.

kniefall vor der väterrechtslobby? bis jetzt haben die väter ja noch gar keine rechte. außer das recht zu zahlen natürlich.

ich find schon, dass man das ganze etwas fairer gestalten sollte. "gerechtigkeit" geht nicht nur in eine richtung!

Ich liebe diese Feminstinnen, die abschätzig von "Heimchen" reden und sich für etwas besseres halten, weil sie viel arbeiten^^
Wobei diese Damen oft genug auch noch Studienrichtungen absolviert haben, nach denen keine Nachfrage besteht. Arbeit als Selbstzweck.

Nur in diesem verzweifelten Leiden ist der Hass auf "Männer" wie "Heimchen" zu verstehen.

Wieso soll ein nicht verheirateter Vater keinen Anspruch auf eine gerichtliche Prüfung haben? Ziemlich einzigartig in der westlichen Welt und eindeutig eine EMRK Verletzung.

Was ist mit den Vätern, die sich seit der Zeugung immer um Frau und Kind gekümmert haben?

Nach der Geburt mehrere Wochen Urlaub genommen haben? In Karenz waren, während des 1. Lebensjahres des Kindes nur Teilzeit arbeiteten und nach der Arbeit und an Wochenenden mit Freuden die Kindesbetreuung übernahmen? Betrogen und verlassen wurden und danach als Vollzeit-Babysitter der Mutter durch eine "Lebenskrise" halfen?

Was wenn diese Mutter einen Mann kennenlernt, sie zusammenziehen, und der Kindesvater dem neugewonnenen Familienglück im Wege steht? Dann ist es kein Problem für die Mutter den Vater einfach aus dem Leben des Kindes zu entfernen.

Ich bin so ein Vater. Ist es in Ordnung, dass ich meinem Kind und mein Kind mir weggenommen wird, nur weil 95% der Väter nicht in Karenz gehen?

Ich glaube Ihnen nicht.

Erstens: ein Besuchsrecht haben Sie ja. Und wenn es gerichtlich geregelt ist, dann ist es auch durchsetzbar. Sie haben auch die Möglichkeit, einen Antrag auf eine vorläufige Regelung zu stellen. Das geht innerhalb von 2 Monaten.
Sie tun gerade so, als wären (die meisten? viele?) Frauen nur so darauf erpicht, dass das eigene Kind ja keinen Vater hat. Das entspricht einfach nicht der Realität.
Wie alt ist Ihr Kind? Das Kind äußert sich ja auch. Wenn eine gute Beziehung zum Vater besteht, dann fordert es gegenüber der Mutter selber den Kontakt ein.

Das galt natürlich baroli

die, von Ihrem posting ausgehend, auf meines geantwortet hat, aber in dieser Postingfolge nicht aufscheint.

Hab ich vergessen dazu zu schreiben.

Da Ihr Posting nicht erschienen ist, beantworte ich es hier.

"Haben Sie auch einen adäquaten Ausdruck für "Besexer" auf Seite der Väter?"

Klar hätte ich auch einen adäquaten Ausdruck für "Besexer" auf Seite der Väter, aber warum denken Sie sich nicht selbst einen aus?
Es gibt aber auch einige sehr gebräuchliche, Betthäschen, Betthupferl, Gespielin, ... und einige weniger gebräuchliche bzw weniger schmeichelhafte, Knallerbse, Buderdose, ... ;-)

Hätten Sie denn einen adäquaten Ausdruck für "Erzeuger" auf Seite der Mütter?

PS: Sie haben der Falschen geantwortet.

Schauns, Ihr Vokabular zu diesem Thema wäre mir ja wurscht, aber wenn es um den neuen Partner der Frau geht, müssen Sie anscheinend in die tiefste Schublade greifen.
Auch wenn der vielleicht noch so ein toller Mensch ist und sich vielleicht gut mit ihrem Kind versteht.
Das darf natürlich schon gar nicht sein.

Was stört Sie am Besexer?

Gemessen an dem Vokabular, was sitzengelassenen Frauen zu den neuen Partnerinnen ihrer Ex-Männer oft auf Lager haben, ist das sogar noch ein äußerst gemäßigter und PC konformer Ausdruck. ;-)
Und manchmal ist Besexer ja sogar der passendste Ausdruck.

Vom Vergleich zu Ihrem Vokabular in den unveröffentlichten Postings mal ganz abgesehen. Aber keine Sorge, mich kratzt das eh nicht. Ich weiß ja, dass Frauen schnell ungehalten werden und ausrasten - tschuldigung emotional werden - wenn mann ihnen nicht kritiklos zustimmt. ;-)

Darüber, wie der neue Partner der Mutter sich mit den Kindern versteht, habe ich keinerlei Aussage gemacht. Wo haben Sie das den herausgelesen?

Sinds froh, daß ich mich hier eh noch zurückhalte.
Was ich sonst alles zu Ihnen zu sagen hätte, wäre wahrscheinlich ein Fall fürs kleine Bezirksgericht.

Warum soll ich deswegen froh sein?

Es kratzt mich nicht, was verstehen Sie daran nicht?

Sie dürfen sogar wütend mit den Füßen stampfen oder mit den Fäusten auf die Tastatur hämmern. ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=5Bg5b_cC9cg

Aber um nochmal auf meine Frage zurück zu kommen.

Hätten Sie auch einen adäquaten Ausdruck für "Erzeuger" auf Seite der Mütter?

Der Antrag mag ja innerhalb von 2 Monaten durch sein.

Aber damit ist er noch lange nicht durchgestzt.

Was würden Sie machen, wenn man Ihnen Ihr Kind wegnimmt und sagt, gehens halt zu Gericht und dann sehen Sie Ihr Kind vielleicht in 2 Monaten wieder.

Mütter sehen idR den garade aktuellen Lebensabschnittspartner (bzw den aktuellen Besexer) als Vater. Dazu wurden ja die ganzen "Vatertypen" (biologischer, rechtlicher, sozialer, ..) überhaupt erst konstruiert.

Solange Mütter sowieso fast immer die Kinder zugesprochen bekommen, lässt sich leicht große Sprüch machen. Schau ma mal wie das aussieht, wenn es eine relevante Zahl an Besuchsmuttis gibt.

Sogar H-H hat in einer Fernsehdiskussion (vorigen Sommer?) eingeräumt dass es manchmal Mütter gibt (und Richter) bei denen ein Besuchsrecht nicht durchsetzbar ist.

Übrigens:

Obsorgeberechtigte Väter verhalten sich manchmal/oft/meistens/selten/... genauso wie obsorgeberechtige Mütter. Vater und Mutter müssen gleichberechtigt sein, im Interesse des Kindes.

PS: Ich zahle jeden Monat brav die Alimente für mein Kind, mehr als gesetzlich gefordert.

"mehr als gesetzlich gefordert"

Das geht so lange gut, bis du eine neue Partnerin kennen lernst, der ihr eigenes Kind und Haushaltsbudget wichtiger sind ;-)
Meine Meinung: "Gute Rechnung, gute FreundInnen!" ;-)

Würdest du gerne unter 2 gleichbechtigten Chefitätinnen arbeiten,

die sich vor dir streiten?
Mir sind eindeutige Verhältnisse lieber :)

Heute arbeite aber sehr viele Menschen für Firmen

die zwei und mehr gleichberechtigte Chefitäten haben.

Wollen Sie alle bis auf einen enteignen?

falsch

Das geht so lange gut wie ich es mir leisten kann! Wofür ich mein Geld ausgebe entscheide ich und nicht eine zukünftige Partnerin.

Und 1. das "Mama und Papa haben gestritten" Argument bezieht sich auf die Trennung vor 2 Jahren. Gestritten wird schon lange nicht mehr, wie auch wenn man Möglichkeit dazu hat?

2. Sollte ein Kind aufwachsen wie ein Arbeiter in einem Unternehmen?

Das allein ist schon sehr entlarvend, daß Sie entscheiden werden, wie Sie ihr Geld ausgeben, obwohls noch nicht einmal eine neue Partnerin haben.
Da ist das nächste Desaster schon vorprogrammiert.

entlarvend?

Wer soll denn sonst entscheiden wie viel Geld ich für mein Kind ausgebe? Meine neue Partnerin sicher nicht! Eine unabhängige Frau dürfte doch kein Problem damit haben wenn ich mein selbst verdientes Geld ausgebe wie ich es für richtig halte.

Nur weil etwas nicht Ihren Erfahrungen entspricht bedeutet das nicht, dass es unmöglich ist!

Wir leben in unterschniedlichen Welten

Meine Exen, und auch die aktuelle Partnerin, würden das zuviel bezahlte Geld als Beleidigung empfinden.
Die Frauen in meiner Umgebung sind auf ihr eigenes Geld und ihre eigenen Leistungen stolz. Sie würden sich niemals auf Almosen einlassen, die sie bei genauerer Betrachtung entwürdigen :)

Würden zu viel bezahltes Geld als Beleidigung empfinden?

Na Sie sind ja meilenweit von der Realität entfernt. Aber abgesehen davon, gebe ich das "Mehr" als die Alimente auchmachen meinen Kindern persönlich und die sind ganz sicher nicht beleidigt darüber.

Wenn die Neue stolz auf ihr eigenes Geld ist, was geht es die dann an, was Sie mit Ihrem Geld machen?

wir leben wirklich in verschiedenen Welten

Wieso fällt es vielen so schwer, zuzugeben, dass Frauen auch nur Menschen sind und genauso wie Männer, Fehler machen?

Meine Ex empfindet es nicht als beleidigend, ganz im Gegenteil! Regelmäßig darf ich mir anhören, dass "mein Kind" sie mehr kostet als meine Alimente und die Familienbeihilfe. Daher müsse ich noch mehr zahlen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 199
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.